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Cayenne S Transsyberia: Nobler Rallye-Hobel

Das Wort "Geländetauglichkeit" klang im Zusammenhang mit Sports Utility Vehicles bisher wie eine Farce. Kaum ein Kunde nutzt die Offroad-Qualitäten seines hochbeinigen Alleskönner. Mit dem Porsche Rallye-Fahrzeug Cayenne S Transsyberia wird dies anders sein.

Von Christian Gebhardt

"Endlich hat Porsche auch mal ein Auto für mich gebaut", strahlt Walter Röhrl während er sich hinter das Lenkrad des Cayenne S Transsyberia schwingt. Sekunden später driftet und staubt Deutschlands Rallye-Ikone über den hügeligen Offroadteil des Testgeländes im Porsche-Werk Leipzig. Seit 2002 bauen die Stuttgarter hier, in der schwäbischen Enklave nahe der ostdeutschen Metropole, das geländetaugliche Sports Utility Vehicle (kurz SUV) Cayenne. Damit auch ein Rallye-Weltmeister ins Schwärmen gerät, ist aber mehr gefragt als ein geländefähiges Automobil mit dem Stuttgarter Rössle-Wappen auf der Motorhaube. Das neueste Derivat der Cayenne-Familie sorgt schnell für euphorische Lachfalten in Röhrls Mimik. Auf Basis des Cayenne S haben die Stuttgarter Ingenieure ein Fahrzeug für Langstrecken-Rallyes entwickelt.

Es wurde auch langsam Zeit. Die Zahl der Porsche-Kunden, die ihren Cayenne abseits von befestigtem Asphalt in dreckigen Schlammlöchern mal wirklich gefordert haben, ist verschwindend gering. So fristete das vermeintliche Offroad-Vehikel bis heute ein trostloses Dasein auf den Supermarktplätzen dieser Erde, bis das betuchte Frauchen drei Wasserkisten in den großen Kofferraum hievt oder das edle Herrchen beim innerstädtischen Ampel-Sprint die Leistungsfähigkeit für Sekunden aufblitzen lässt. Ein Löwe in Hagenbecks Tierpark fühlt sich beim Anblick seines Käfigs wahrscheinlich deutlich wohler.

14 Tage Härtetest

Zumindest der Cayenne S Transsyberia wird sich definitiv richtig austoben können und für neidische Blicke bei seinen gezähmten SUV-Großstadtbrüdern sorgen. Vom 2. bis 17. August starten 26 Kundenteams mit dem Cayenne S Transsyberia bei einer 6600 Kilometer langen Orientierungs-Rallye von Moskau bis nach Ulaanbaatar in die Mongolei. "Die Rallye Transsyberia ist für jedermann zugänglich. Hier geht es nicht um Höchstgeschwindigkeit. Die Route führt über öffentliche Straßen, aber auch ausgefahrene Schotterpisten und Flussdurchquerungen stehen auf dem Programm. Es zählen Teamwork und die richtige Navigation", schildert Uwe Staufenberg, Mitarbeiter des Organisationsteams der Transsyberia Rallye, die bis dato eher unbekannte Rallye-Veranstaltung. 14 Offroad-Etappen mit bis zu 950 Kilometer langen Tagesfahrten sollen für den Geländekick sorgen.

Damit der Cayenne den Offroad-Härtetest quer durch Sibirien unbeschadet übersteht, wurde eine Kleinserie von 26 Fahrzeugen speziell für den harten Ritt gedrillt. Die im Gelände unbrauchbaren Hochgeschwindigkeitspneus fielen Spezialreifen mit grobstolligem Profil zum Opfer. Zwar sind die Gummis nur bis 190 km/h zugelassen, auf lockerem Geläuf bieten sie aber deutlich mehr Halt. Das äußere Erscheinungsbild des Rallye-SUV ähnelt weitgehend der Basisversion. Lediglich vier Zusatzscheinwerfer auf dem Dach, ein kleiner Dachspoiler an der Heckklappe sowie ein abnehmbarer Schnorchel für die Luftansaugung des 385 PS-starken Achtzylinderaggregats vermitteln Offroad-Flair. Durch den Schnorchel wird eine problemlose Luftansaugung auch bei Flussdurchfahrten bis zu 75 Zentimeter Tiefe möglich ohne dass Wasser in den Ansaugtrakt eintritt. Falls der Transsyberia-Bolide doch mal zu versinken droht, hilft eine montierbare Seilwinde den martialisch in schwarz-orange oder silber-orange lackierten Rallye-Hobel wieder in die richtige Spur zu ziehen.

Funktionalität versus Luxus

Erst beim Blick in den Innenraum wird das Einsatzgebiet des neuesten Cayenne richtig deutlich. Funktionalität versus Luxus lautet hier das Motto. Neben einem Rallye-Navigationsgerät, das eine Routenplanung auch abseits öffentlicher Straßen ermöglicht, wurde zum Schutz der Rallye-Piloten ein massiver Überrollkäfig installiert. Dank einer Mager-Kur wichen überflüssige Interieurbauteile wie die Rücksitzbank, serienmäßige Karosserieverkleidungen sowie die Zentralverriegelung. Leichtbau-Sportsitze und hintere Seitenscheiben aus Kunststoff gehörten ebenso zur Rallye-Diät. "Wir haben das Auto komplett überarbeitet und 221 Kilo herausbringen können", beschreibt Rolf Frech, Leiter Gesamtfahrzeugentwicklung von Porsche, die Rallye-Umbauten. Abspecken musste der Cayenne S Transsyberia definitiv, denn für das Offroad-Abenteuer wurde der Wagen zusätzlich mit einer speziellen Rallye-Ausrüstung vollgestopft. Wo sich sonst edler Teppich im Kofferraum rankt, dominiert Funktionalität für die Wüste. Von zwei vollwertigen Reserverädern über zwei große 20 Liter Benzinkanister, einem Klappspaten bis zu einem kleinen Zwei-Mann-Zelt wartet dieser Porsche mit verschiedenen kuriosen Extras auf. Und die wiegen einiges. Inklusive Marathon-Gepäck bringt der Transsyberia 2260 Kilogramm auf die Waage. Damit ist auch dieser Cayenne kein Leichtgewicht, im Gegenteil 35 Kilogramm mehr als in der Serienversion schlagen zu Buche.

Dennoch bewegt sich der Rallye-Offroader leichtfüßig. "Auf Schotter ist der Wagen sehr agil und man kann es so richtig fliegen lassen", zieht Walter Röhrl sein Fazit. Eine verkürzte Übersetzung des sequentiellen Schaltgetriebe Tiptronic S sorgt trotz des unveränderten Serien-V8-Antriebes für deutlich mehr Durchzug. Und auch verschlammte Matschpfade oder extreme Steigungen lässt der Transsyberria scheinbar mühelos hinter sich, zumindest in der Hügellandschaft, dem Offroadteil des Testgeländes in Leipzig. Dank mitdenkendem, permanenten Allradantrieb, der die Motorkraft je nach Fahrsituation unterschiedlich auf die Vorder- und Hinterachse verteilt, und diversen Fahrhilfen lässt der Rallye-Hobel keinen Zweifel an seinen Offroad-Fähigkeiten aufkommen.

Porsche baut auf Rennsport-Enthusiasten

Bei den ersten Fußstapfen des Cayenne im Motorsportbereich fällt eines jedoch deutlich auf. Ob auf der Rundstrecke oder mit dem neuesten Kundensport-Projekt, diesmal im Offroadsegment - Porsche verdient mit dem Motorsport Geld. Anders als andere Hersteller verfeuern die Schwaben nicht sinnlos ihr Kapital mit aufwändigen Motorsport-Einsätzen in der Formel 1 oder beim Wüsten-Kampf Dakar. Porsche baut daher in Sachen Motorsport auf zahlungskräftige Rennsport-Enthusiasten. Auch der Cayenne S Transsyberia passt bestens zu dieser Strategie. Mit einem Basispreis von 135.000 Euro ist der Rallye-Cayenne mehr als doppelt so teuer, wie die Basisversion des Cayenne S (66.610 Euro). Die Kleinserie des Transsyberia ist vorerst nur auf 26 Fahrzeuge begrenzt. Vorerst, den die Sonderserie ist schon längst verkauft.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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