Citroen C5 Französischer Po-Grabscher


Citroen hat den C5 frisch und lecker neu angerichtet. Neben den optischen Retouchen fällt vor allem der Spurassistent auf: Wer Schlangenlinien fährt bekommt etwas auf den Hintern.

Wenn Sie der Citroen kräftig in die Pobacken kneift, will er Sie zu einem Kuschelstündchen auf der Rückbank verführen. Mit AFIL (=Alarm bei Fahrbahnabweichung durch Infrarot-Linienerkennung) kämpft der große Citroen gegen den Sekundenschlaf seines Piloten. Überfährt man ab Tempo 80 km/h Fahrbahnlinien, ohne zu blinken fängt der Fahrersitz auf der entsprechenden Seite dezent an zu vibrieren. Ein eindringliches Zeichen, sich entweder mehr auf den Verkehr zu konzentrieren oder sofort eine Schlafpause einzulegen. Im Test bewährt sich das System tadellos, allein die verschlungenen Markierungen innerhalb von Baustellen können nicht zugeordnet werden. Dafür läßt sich der Backen-Masseur abschalten. Eine Maßnahme, zu der auch notorische Kurvenschnippler greifen können. Den Spurassistent gibt es nicht als Einzeloption, er ist in den Ausstattungspaketen enthalten. Das günstigste Paket ist für 990 Euro zu haben, dafür gibt es zusätzlich eine Metallic-Lackierung und Sitzheizung. Wer will, dem werden gegen Aufpreis weitere Oberklasse-Technikfeatures geboten, wie die mitlenkenden Bi-Xenon Scheinwerfer.

Kein Bohemien

Optisch macht der C5 deutlich mehr her. Auffälliges Erkennungssignal sind die Scheinwerfer in Bananenform und das neue Markengesicht. Insgesamt legte die Limousine zwölf Zentimeter an Länge zu, die Streckung läßt den Wagen eleganter und ein wenig nach Oberklasse aussehen. Auf der praktischen Seite reicht das für 15 Liter mehr Kofferraum. Beim Kombi hat sich hinten optisch nichts geändert. Der Laderaum lässt sich von 563 auf bis zu 1658 Liter erweitern, gehört damit zu den Lademeistern der Klasse. Insgesamt wirkt der neue C5 elegant, sachlich und keine Spur kapriziös. Anstatt des aus Urzeiten bekannten perlenden Savoir-Vivre, das die Citroens von der Ente bis zur Göttlichen für Lebenskünstler und Non-Konformisten empfahl, findet sich nun der Handlungsreisende perfekt aufgehoben. Ihn dürfte es erfreuen, dass der C5 sowohl außen, wie innen teurer wirkt, als er tatsächlich ist.

Nichts Neues unter der Haube

Die Motorenpalette entspricht dem Vorgänger. Als Benziner gibt es: der 1.8i 16V und der 2.0i 16V mit 115 bzw. 140 PS, und der 3-Liter-V-6 Motor (207 PS). Zusätzlich gibt es zwei Diesel: Ein 109-PS-Maschinchen, sowie den 136 PS-Zweiliter. Das einzige Aggregat das mit einem neuem Sechsgang-Handschaltgetriebe angeboten. Typisch französisch: Beide Diesel werden serienmäßig mit FAP-Partikelfilter ausgeliefert. Schon der kleine Diesel bewegt den immerhin 4,83 m langen Wagen vollkommen ausreichend. Einer Höchstgeschwindigkeit von 186 km/h Spitze steht der Durchschnittsverbrauch von 6,9 Litern gegenüber. Leider fehlt hier der sechste Gang. Der Vierzylinder-Benziner sprintet zwar bis zu 205 km/h Spitze, kann aber für Vielfahrer neben den beiden Dieseln nur die dritte Wahl darstellen. Um den Durchschnittsverbrauch von acht Litern zu erreichen, ist ein sehr disziplinierter Gasfuß vonnöten und ab einer Geschwindigkeit von 160 km/h geht es nicht gerade mit Nachdruck weiter voran.

Gleiten, statt holpern

Geblieben ist die hydropneumatische Federung. Sie trägt den Wagen über alle Unebenheiten. Servolenkung und Fahrwerksabstimmung reagieren spontaner als zuvor. Das Fahrwerk macht lange Reisen genau wie kurvige Landstraßen zum Genuss. Es regelt außerdem die Bodenfreiheit automatisch, abhängig von Geschwindigkeit und Fahrbahnbeschaffenheit. Auf der Autobahn ab 120 Stundenkilometer senkt sich das Fahrzeug um einige Millimeter ab.

Ausgereift und angehübscht

Nach dem Facelift besticht der C5 in allen Punkten mehr als zuvor. Insbesondere der Kombi ist ein elegantes Frachtschiff mit einem sachlich, erwachsenen Auftritt. Mit einem Feature wie Spurüberwachungsassistenten zeigt Citroen, dass die Marke keineswegs von gestern ist.

Gernot Kramper


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