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Der neue VW Passat: Der Biedermann wird zum Premiumschreck

Warum E-Klasse fahren, wenn es den Passat gibt? Das neueste Modell deklassiert die Mitbewerber und hat nur noch die teuren Premiummodelle als Gegner.

Ein blasses Familienauto ist schon der aktuelle Passat nicht mehr. Die neue Generation verabschiedet sich nun endgültig vom Image eines soliden aber biederen Nutzfahrzeugs. Anders als die meisten neuen Wagen versucht der Passat nicht mit Wellen im Blech und abenteuerlich geformten Kunststoffschürzen oberflächliche Emotionen zu erzeugen, die neueste Generation offenbart ein dezentes, unaufgeregtes Design und greift damit sprichwörtlich nach den Sternen.

Wer sich in den mittleren Management-Ebenen seit Jahr und Tag für einen Audi A6 Avant oder eine Mercedes E-Klasse als T-Modell entscheidet, muss seinem Vorgesetzen zukünftig wohl erklären, wieso es nicht auch ein VW Passat tut. Die objektiven Qualitäten bei Antrieb und Platzangebot lassen kaum Wünsche offen und die Kosten passen.

VW Passat 2.0 TDI 4Motion: Türöffner
VW Passat 2.0 TDI 4Motion: Vollgas auf die Premiumliga

VW Passat 2.0 TDI 4Motion: Vollgas auf die Premiumliga

Kein Hingucker

Nur auffallen wird man mit dem 4,77 Meter langen VW Passat auch zukünftig nicht. Dazu ist sein Design zu zurückhaltend und unspektakulär. Doch wer den Griff der Tür betätigt, der öffnet gleichzeitig auch das Tor in eine bezahlbare Premiumliga. Natürlich wird der Passat auch dem konzerneigenen Audi A6 Kunden abnehmen. Wer sich Serienausstattung und Aufpreisliste beider Konzernkonkurrenten anschaut, wird daran keinen Zweifel haben.

Vorne wie hinten gibt es nicht zuletzt dank acht Zentimetern mehr Radstand üppige Platzverhältnisse. Der Laderaum der Limousine schluckt mit 586 Litern nochmals 21 Liter mehr als der Vorgänger. Wer sich für die Kombiversion entscheidet, beschämt mit 650 bis 1780 Litern jeden anderen Lademeister unterhalb eines Vans. Schade, dass sich VW die elektrische Heckklappe mit 810 bis 925 Euro extra bezahlen lässt. Der VW Passat bietet einen Reisekomfort, dass der Premiumkonkurrenz eine Klasse Angst und Bange werden muss. Die Lenkung ist präzise und etwas zu leichtgängig. Die verschiedenen ansteuerbaren Fahrmodi könnten ebenso wie beim Golf breiter gefächert sein. Doch muss es überhaupt ein adaptives Fahrwerk sein?

Der Konkurrenz enteilt

Nur der betont dynamisch positionierte BMW 5er braucht sich keine großen Sorgen um seine Kunden machen. Mercedes E-Klasse und Audi A6 müssen dagegen vor dem Volkswagen Angst haben, ebenso vor dem Skoda Superb, der im nächsten Jahr in die gleiche Kerbe schlagen dürfte. Man sitzt super im VW Passat, genießt das geringe Geräuschniveau, ordentliche Materialen und Komfortfunktionen wie klimatisierte Sitze mit Massage und ein nur optional beeindruckendes Sicherheitspaket. Die Instrumente sind auf Wunsch animiert, das ehemalige Langweilermodell strahlt aus schicken LED-Scheinwerfern und wer Eindruck schinden will, ordert nicht nur den sinnvollen Allradantrieb und ein Head-Up-Display, sondern den 240-PS-Diesel, der mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und 4Motion-Antrieb gerade einmal 5,4 Liter Diesel verbraucht. Den Spurt 0 auf Tempo 100 schafft der über 1,7 Tonnen schwere Allrad-Kombi in 6,3 Sekunden. Erst bei höheren Drehzahlen wird es trotz des mächtigen Drehmoments von 500 Nm zwischen 1750 und 2200 Uhr etwas dünn mit dem Durchzug und die gerade einmal zwei Liter Hubraum stören. 238 km/h Spitzentempo sollten jedoch auch für eiligste Kilometerfresser reichen. Das einzige, was dem Wolfsburger vorbehalten bleibt, sind Sechszylinder, die in dieser Liga wohl nur wenige vermissen.

Längst vorbei die Zeiten, als sich ein Passat noch ernsthaft mit Ford Mondeo, Peugeot 508, Opel Insignia oder dessen Vorgängermodellen beschäftigen musste. Noch mehr als der kleinere Golf es je getan hat, ist der VW Passat nunmehr in einer eigenen Liga unterwegs. In der höchsten Ausstattungsvariante Highline startet das 240 PS starke Diesel-Topmodell als Limousine bei 45.125 Euro; der Variant startet bei 46.300 Euro. Darin sind unter anderem LED-Scheinwerfer, Sitzheizung, adaptive Fahrwerksregelung Drei-Zonen-Klimaanlage, Komfortsitze und Notbremsfunktion enthalten. Mit Navigationssystem und einem Komplettpaket an Fahrerassistenzsystemen parkt der Vorzeige-Passat an der 50.000-Euro-Marke. Nobelmarken fangen hier erst langsam an. Und es geht billiger: Der Diesel mit 150 PS treibt den Passat auch standesgemäß an. Er kostet mit der gleichen üppigen Ausstattung als handgeschaltete Kombiversion mindestens 36.875 Euro.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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