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Erdgas Tuk-Tuks: Knattern für die Umwelt

Vor zehn Jahren hat Delhi beim Smog die Notbremse gezogen. Busse und die berühmten Tuk-Tuk-Taxen fahren heute mit Erdgas. Doch die Massenmotorisierung Indiens droht, viele Ambitionen wieder zunichte zu machen.

1998 hatte Delhi die Nase voll - und das buchstäblich. In den Jahrzehnten zuvor hatte sich der Verkehr zum Hauptverursacher der Luftverschmutzung entwickelt. Trug er 1970 noch mit 23% dazu bei, waren es 1991 schon 64%. So beschloss die Stadt auf Empfehlung des Umweltministeriums, alle vor 1990 gebauten öffentlichen Busse und Motorrad-Rikschas durch neue zu ersetzen und den Rest auf Erdgasbetrieb umzurüsten. Rollten 1998 gerade mal 1000 Erdgasfahrzeuge durch die indische Metropole, waren es fünf Jahre später mehr als 70.000, listet ein Bericht der Umweltbehörde von Delhi nun auf.

Auch wenn Tuk-Tuks jetzt mit Erdgas fahren: Die gelb-grünen Knatter-Taxen beherrschen weiter das Straßenbild. So praktisch die kleinen Motorrad-Rikschas sind: Bequem ist anders. Manchmal quetschen sich ganze Großfamilien in die Zwergen-Taxis, bis die Federn ächzen. Sechs Kinder passen irgendwie auf die Rückbank, Vati und Mutti flankieren den Fahrer. Gurte gibt es keine. Sie würden auch nichts nützen, denn die Knautschzone eines Tuk-Tuks hängt davon ab, wie dick die Kleidung der Passagiere ist.

Auch sonst ist die Ausstattung der Rikschas äußerst übersichtlich. Der Pilot hockt auf einer notdürftig gepolsterten Bank, nachts machen zwei kleine "Scheinwerfer"- Funzeln die Straße etwas weniger dunkel. Viele Fahrer verzieren ihr Tuk-Tuk mit bunten Aufklebern. Ein Talisman oder Glücksbringer kann im mörderischen Verkehrsgewühl indischer Metropolen ebenfalls nicht schaden.

Der Feinstaub bleibt

Mit Erdgas als Treibstoff stoßen die Tuk-Tuks unter anderem erheblich weniger Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid aus als mit Benzin im Tank. Und im Vergleich zu einem Dieselmotor reduziert sich die Menge der Rußpartikel drastisch. In den vergangenen zehn Jahren ist die Luftverschmutzung mit bestimmten Schadstoffen messbar gesunken. So sei etwa der Anteil von Kohlenmonoxid, Stickoxiden und Schwefeldioxid erheblich gefallen, berichtet Delhis Umweltbehörde.

Doch noch ist Delhi alles andere als sauber und der Verkehr nur ein Teil des Puzzles, das je nach Wetterlage für dicke Luft sorgt. Ein Problem bleibt zum Beispiel die hohe Feinstaubbelastung.

Der Erdgas-Abenteurer Rainer Zietlow fuhr mit einem VW Caddy Ecofuel 100.000 Kilometer um die ganze Welt und machte dabei auch zweimal in Delhi Station - zuletzt vor einigen Monaten während seiner EcoFuel Asia Tour. "Zumindest im Zentrum gibt es weniger Smog als früher, seitdem alle Busse und Taxen mit Gas fahren. Doch bei der Versorgung scheint es noch Engpässe zu geben - an den Tankstellen bilden sich lange Schlangen", berichtet Zietlow.

1000 neue Autos jeden Tag

Je nach Wetterlage stöhnt Delhi immer noch unter einem dicken Smog-Teppich. Denn auch wenn Tuk-Tuks und Busse mit Erdgas fahren: Die Zahl der Benzin- und Dieselautos wächst in der boomenden Metropole unaufhörlich.

"Auf Delhis Straßen fahren schon jetzt vier Millionen Autos. Und jeden Tag kommen 1000 neue dazu", sagte kürzlich die Umweltexpertin Anumita Roychowdhury in einem Interview mit dem Info-Radio des RBB. "Die Luftverschmutzung ist wieder genauso schlimm wie vor der Einführung von Erdgasfahrzeugen im öffentlichen Verkehr. Wir werden mit dem Wachstum der Stadt nicht fertig - schon gar nicht mit dem Wunsch nach Mobilität", glaubt Roychowdhury.

Auch auf den neuen Stern an Indiens Autohimmel, den Tata Nano, reagieren Umweltschützer in Indien mit leichtem Entsetzen. Rajendra Pachauri, Klimawissenschaftler bei den Vereinten Nationen, sagte, dass ihm das 1700-Euro-Auto "Alpträume" bereite. Die zu erwartenden Folgen für den Klimaschutz und für die ohnehin schon überlasteten Straßen des Subkontinentes seien verheerend.

Immerhin: Noch bewegen sich viele Inder auf zwei Rädern fort. Und jeder, der sich einen Tata Nano leisten kann, wirft dafür vielleicht wenigstens sein altes stinkendes Moped weg.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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