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Erprobung BMW X1: Nebenan beim Weihnachtsmann

In der Weihnachtszeit strömen tausende von Touristen in das finnische Santa-Claus-Dorf. Ein paar Kilometer weiter dreht ein Prototyp des BMW X1 in psychedelischen Tarnfarben seine geheimen Testrunden im Schnee. Ab kommenden Herbst soll das kleine Kompakt-SUV auf Kundenfang gehen.

Bis der neue BMW X1 auf den Markt kommt, müssen sich die Kunden noch bis Ende 2009 gedulden. Für Christian Billig ist der psychedelisch getarnte X1 bereits ein alter Bekannter. Mit ihm erlebt der BMW-Entwicklungsingenieur streng getarnt bereits seinen zweiten Erprobungswinter. Neben den Dolomiten und Österreich ist das BMW-Entwicklungsteam am Polarkreis unterwegs. Design und Bauteile des kleinen X3-Bruders sind längst gefixt. In diesen Wochen finden auf den Testgeländen im finnischen Rovaniemi und dem nordschwedischen Arjeplog die letzten Dynamikabstimmungen auf Eis und Schnee statt.

Nach X5, Bestseller X3 und dem sportlichen X6 schicken die Bayern mit kommenden Herbst den kleinen BMW X1 auf Kundenfang. Der BMW X5 wurde in den letzten zehn Jahren mehr als 500.000 Mal verkauft; der kleinere X3 über Nacht zum gigantischen Verkaufserfolg. Auch weil kein Konkurrent weit und breit zu sehen war. Während Audi mit Q5 und Mercedes mit GLK gerade erst die ersten hauseigenen Mittelklasse-SUV auf den Markt bringen, steht der kleinere BMW X1 eine Klasse tiefer bereits in den Startlöchern. Erneut ist BMW der erste, wieder will man mit fahrdynamischen Qualitäten und volumentauglichen Design der Konkurrenz eine Nase drehen.

Der neue X1 soll zeigen, dass sich die in die Kritik gekommenen SUV, kompakte Dimensionen und überschaubare Verbräuche nicht ausschließen müssen. Für den wild beklebten Prototypen auf den Straßen des nordfinnischen Rovaniemi haben die zahlreichen Eltern mit Kindern am Straßenrand sowieso keine Augen. Kurz vor Weihnachten besuchen tausende von Touristen das lokale Weihnachtsdorf vor den Toren der Stadt. Amerikaner, Briten, Südeuropäer und Asiaten machen gerne einen Abstecher zum echten Weihnachtsmann. Für einen vorbeihuschenden Erlkönig interessiert sich hier kaum jemand.

Von leuchtenden Kinderaugen ist bei BMW-Entwickler Christian Billig nicht viel zu sehen. Schließlich kennt er den X1 bereits seit Jahren und durchlebt mit ihm am Polarkreis gerade seinen zweiten Winter. Billig ist zufrieden: „Wir liegen mit der Entwicklung der Regelsysteme sehr gut in der Zeit. Baulich ist alles festgezurrt. Jetzt geht es nur noch um die Feinabstimmung.“ An die dunklen Tarnmatten über dem Armaturenbrett hat er sich längst gewöhnt. Ein Blick darunter zeigt moderne Schalter und Anzeigen – dazu das BMW-Armaturenbrett der nächsten Jahre. Deutlich gefälliger als beim größeren Bruder X3 ist der große Navigationsbildschirm ins Armaturenbrett gerutscht. iDrive der neuesten Generation ist ebenso selbstverständlich wie die klassenüblichen Komfort- und Sicherheitsextras.

Unter der Motorhaube des BMW X1 arbeiten ab kommendem Herbst alte Bekannte. Während die Benziner mit vier und sechs Zylindern zwischen 150 und 306 PS leisten, müssen die Diesel aus Gewichts- und Platzgründen mit vier Brennkammern auskommen. Die aus 1er und 3er bekannten „Efficient Dynamics Maßnahmen“ bekommen alle Versionen. Eine etwaige Sparversion mit Heckantrieb könnte an einem Verbrauch von fünf Litern Diesel auf 100 Kilometern kratzen. Das rund 200 PS starke Topmodell der Dieselpalette sollte dem knapp 4,50 Meter langen und 1,5 Tonnen schweren Allradler jedoch mächtig Beine machen und die Dynamiker begeistern.

Auch wenn der nordfinnische Winter in dieser Saison zurückhaltend beginnt, haben die BMW-Entwickler die Ausfahrt ins finnische Rovaniemi nicht umsonst gemacht. Auf dem geheimen Testgelände gibt es mehr als genug Schnee, um dem neuen X1 auf den 4x4-Zahn zu fühlen. „Die Dynamikflächen sind hier größer als in unserem Testcenter im schwedischen Arjeplog“, berichtet Heinz Krusche, bei BMW seit Jahr und Tag für die fahrdynamischen Gene zuständig, „zudem ist der Schnee hier etwas anders und wir sind unter uns.“ Währenddessen geht es mit dem Prototypen im sanften Drift die künstlichen Serpentinen hinauf und wieder hinab. Mit seinen geringeren Abmessungen von unter 4,50 und den 300 Kilogramm weniger Gewicht auf den Rippen lässt sich der X1 zielsicher durch den Zentimeter hohen Neuschnee zirkeln. Bereits dieser erste Eindruck aus präziser Lenkung, zeitgemäßer Gewichtsverteilung und ausgewogenem Fahrwerk zeigt, dass die Entwickler in den letzten zwei Jahren ein komplettes Programm absolviert hatten und die Konkurrenz sich auf einiges vorbereiten kann.

Die starke Tarnung mit verlängerten Front und üppiger Pappmache lässt den X1 nicht nur von weitem fast wie einen X3 dastehen. Doch direkt nebeneinander zeigen sich die Unterschiede zwischen X1 und X3 trotz gelungener Verschleierung deutlicher. Der X1 ist flacher und seine schräge Heckpartie weckt Erinnerungen an verbrüderte Touringversionen der 3er- und 5er-Reihe. Im Fond können zwei Personen bis 1,70 Metern bequem sitzen und der Laderaum reicht beim Prototypen immerhin für die große Tarnplane, Spaten und weitere Winterausrüstungen. Der erste Kundenwinter lässt schließlich nicht lange auf sich warten. Preislich dürfte sich der X1 ab kommenden Herbst bei rund 32.000 Euro einpendeln. Das Einsteigermodell X3 2.0i startet bei rund 38.000 Euro.

Stefan Grundhoff; Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.