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Erste Fahrt im Audi E-Tron GT: Aufholen durch Technik

Audi will sich in den nächsten Jahren neu erfinden - insbesondere durch spektakuläre Elektromodelle wie den E-Tron GT, dessen sehenswerte Konzeptstudie in zwei Jahren in Serie gehen soll. Wir haben mit dem viertürigen Coupé in Downtown Los Angeles schon einmal eine Runde gedreht und sind sehr angetan.

Audi E-Tron GT - 590 PS und 400 km Reichweite

Audi E-Tron GT - 590 PS und 400 km Reichweite

Er war der Star der Los Angeles Autoshow und rollt nun auf den grauen Straßen von Downtown Los Angeles ohne wirklich beachtet zu werden. Die Handvoll Passanten halten das Arrangement mit Polizei und Fotofahrzeugen für irgendeinen Filmdreh in der Westküstenmetropole und der findet hier täglich an zig Orten statt. Aufsehen tut da kaum noch einer, auch wenn der Audi E-Tron GT Concept mehr als einen Blick wert wäre. Auch, weil das Wetter deutlich schlechter ist, als man es aus dem Süden Kaliforniens an sich kennt. Immerhin ist der Regen endlich verschwunden und der graue Prototyp kann im trockenen ein paar Runden drehen.

Aufholen durch Technik
Audi E-Tron GT - 590 PS und 400 km Reichweite

Audi E-Tron GT - 590 PS und 400 km Reichweite

Beim Einsteigen ist Vorsicht geboten, denn die Konzeptstudie ist derzeit noch ein absolutes Einzelstück. Mit dem Finger über die B-Säule gewischt und die Fahrertür springt geräuschlos auf. Wäre schön, wenn das beizeiten auch einmal bei einem Serienmodell geschehe. Der Innenraum ist schick und mit recycelten Stoffen bezogen. Mit der edlen Lederhäuten sähe das ganze noch besser aus, doch ohnehin gefallen die animierten Instrumente und Bedienelemente mit ihrer Fahrerorientierung, die auch aus einem Serienmodell mit vier Ringen stammen könnten. Die Sitzposition ist trotz Akkupaket im Boden angenehm tief, denn der E-Tron, den der dynamische Ableger Audi Sport in die Serie umsetzen soll, ist gerade einmal 1,38 Meter hoch. Das Platzangebot in dem 4,96 Meter langen Viertürer ist auch Dank 2,90 Metern Radstand und 1,96 Metern Breite selbst im Fond angenehm. Der 450 Liter große Laderaum im Heck wird von einem zweiten Kofferabteil vorn um weitere 100 Liter ergänzt. Seitlich von hinten fällt die markante Hüfte und der ausgestellte Kotflügel auf - mehr als ein Gedanke an den gleichen Blickwinkel beim Porsche 911.

Fahrstufe D eingelegt und das Elektromobil rollt nahezu geräuschlos an. Es rumpelt leicht, denn die Straßen hier in Los Angeles sind zerborsten und die 22-Zöller auf dem E-Tron sehen gut aus, sind auf diesem Terrain aber alles andere als ideal. Auch das spätere Serienmodell dürfte auf diesen 285er-Reifen rollen. Mit sanfter Beschleunigung geht es voran. Statt der 590 PS, über die das Serienmodell beim Start in zwei Jahren verfügen soll, ist das Antriebsmodul vom E-Tron SUV verbaut, das mit seinen 360 PS jedoch nicht nur für diesen Probeeinsatz allemal kraftvoll genug ist. Ohnehin anzunehmen, dass der E-Tron auf lange Sicht nicht nur mit den knapp 600 PS der Topversion angeboten wird und das sind 360 PS für standesgemäßen Vortrieb eine gute Basis. Das Serienmodell kann dann auch eine deutlich imposantere Beschleunigung an den Tag legen. Die dann verbauten beiden Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse ermöglichen eine Beschleunigung 0 auf Tempo 100 in 3,5 Sekunden und in zwölf Sekunden auf 200 km/h ermöglichen. Abwarten, ob es sich Audi erlauben kann, eine derartige Sportskanone bei 240 km/h abzuriegeln, dann Tesla läuft mittlerweile über Tempo 250 und natürlich gibt es als Gegner auch Modelle mit Verbrennungsmotor, die in dieser Leistungsklasse selbst die 300er-Marke durchbrechen.

Die Reichweite soll mit einer Akkuladung bei 400 Kilometern liegen. Die Energie dafür stellt ein Lithium-Ionen-Batteriepaket mit einem Energieinhalt von mehr als 90 kWh bereit, das sehr flach im Unterboden zwischen Vorder- und Hinterachse verbaut ist. Dadurch gibt es auch einen niedrigen Schwerpunkt, von dem wiederum die Fahrdynamik profitiert, die von einer Allradlenkung unterstützt wird. Zudem soll eine Torque-Vectoring-Funktion mit dem einzelnen Ansteuern von Rädern dafür sorgen, dass das über zwei Tonnen schwere Serienmodell in Sachen Fahrdynamik keinen Vergleich scheuen muss. Davon lässt sich in der Innenstadt von Los Angeles nichts spüren, denn hier geht es mit Polizeischutz in gemäßigtem Tempo voran. Die Lenkung des Probanden ist direkt und der zerklüftete Asphalt setzt Fahrwerk und Fahrer zu.

Die 400 Kilometer realer Reichweite werden nicht nur durch das Akkupaket, sondern auch ein spezielles Rekuperationssystem ermöglicht, das rund ein Drittel der Energie beisteuert. Die Verzögerung bezieht dafür sowohl die beiden E-Maschinen als auch das elektrohydraulische Bremsregelsystem mit ein. Dabei werden verschiedene Rekuperationsarten kombiniert: die manuelle Schubrekuperation per Schaltwippen, die automatische Schubrekuperation über den Effizienzassistenten und die Bremsrekuperation mit einem Paket aus elektrischem und hydraulischem Verzögern. Bis 0,3 g rekuperiert der Audi E-Tron GT Concept daher ohne Einsatz der konventionellen Bremse ausschließlich über Elektromotoren. Damit werden die meisten Bremsmanöver energetisch in die Batterie zurückgespeist. Erst wenn der Fahrer mit dem Bremspedal stärker als 0,3 g verzögert, kommen die Radbremsen ins Spiel.

Das Akkupaket des GT concept lässt sich auf mehrere Arten laden. Zum einen per Kabel, das hinter der Klappe im linken vorderen Kotflügel angeschlossen wird oder kontaktlos per Induktion. Besonders schnell erfolgt das Laden per 800-Volt-System. So reichen später rund 20 Minuten, um die Batterie wieder auf 80 Prozent ihrer Kapazität zu laden. Dieses Jahr wird der Weihnachtsmann den Audi E-Tron GT noch nicht Realität werden lassen und auch für 2019 sieht es schlecht aus für den automobilen Wunschzettel. Doch Ende 2020 könnte das Christkind den elektrischen Audi Realität werden lassen. Bis dahin kann schon einmal gespart werden, denn der Preis dürfte bei rund 100.000 Euro liegen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.