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Fahrbericht: Gallardo LP 560-4 Spider: Wild Thing

Der offene Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder bietet höchst hörenswert eine Handvoll mehr Pferde und die sportlichen Gene, die schon beim Leichtmodell Superleggera gefallen haben. Jede Ausfahrt wird zum Event.

Ein Sportwagen mit 560 PS und grandiosen Fahrleistungen gehört auf deutsche Autobahnen, vielleicht noch ins Alpenvorland. Wer mit ihm nur posieren will, der wünscht sich einen langsamen Cruise an Miamis Ocean Drive, eine nächtliche Tour über die Florida Keys oder einen heißen Ritt durch die Hügelketten nördlich von Los Angeles. Hier wie dort ist Lamborghinis neuestes Spielzeug das automobile Viagra für alle, die schon alles gefahren haben.

Nicht, dass der bisherige Gallardo Roadster mit seinem potenten Zehnzylinder einen schwächlichen Eindruck gemacht hätte. Im Gegenteil. Doch die Leistungsspritze, die bereits der geschlossenen Version gut getan hat, kommt dem offenen Spyder gerade recht. "Mit dem Spyder zeigen wir ein Auto, das der neuen Gallardo-Baureihe eine neue Dimension hinzufügt. Er ist ein völlig neues Fahrzeug, das auf Technik und Design der Gallardo LP 560-4 Produktstrategie basiert", sagt Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann bei der Vorstellung dieses neuen Schmuckstücks norditalienischer Automobilkunst. "Der neue Spyder ist in seiner extremen Konsequenz absolut konkurrenzlos."

Im Nacken des Murcielago

Schon beim Vorgängermodell hatte sich der dynamische Gallardo weit an den deutlich stärker motorisierten Supersportwagen Lamborghini Murcielago heran geschoben. Der verfügt zwar auch bei der offenen Version nach wie vor über 80 PS mehr im Rücken, kann es in Sachen Handling und Dynamik aber nur schwer mit dem deutlich alltagstauglicheren kleinen Bruder aufnehmen. Der ist insgesamt betrachtet einfach das bessere Paket.

Der fast schon penetrant brüllende Zehnzylinder des Gallardo freut sich über die Vitaminspritze, die ihm via Benzindirektspritzung und Hubraumerweiterung auf 5,2 Liter noch größere Flügel verleiht. Gerade im unteren und mittleren Drehzahlbereich macht sich das Leistungsplus für forsch agierende Piloten bemerkbar.

Die Motorleistung stieg um 29 kW/40 PS auf 412 kW/560 PS und das maximale Drehmoment von 540 Nm liegt nunmehr bei 6.500 U/min an. Die offene Version bleibt in Sachen Beschleunigung nur knapp hinter dem Coupé zurück. Den Spurt von 0 auf 100 km/h erledigt der Stier aus Sant‘ Agata in vier Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 324 km/h. Damit lässt der Gallardo Spyder zumindest geschlossen den Murcielago hinter sich. Einziges Manko: Sein Dach könnte sich angesichts der überschaubaren Größe etwas flotter nach hinten bewegen. Unter 22 Sekunden ist nichts zu machen. Aber das ist auch schon das einzige, was bei einem Lamborghini langsam funktioniert.

"Y" im Rückspiegel

Energieeffizienz ist für die Käufer eines Lamborghini von nachrangiger Bedeutung. Trotzdem sind die Lamborghini-Entwickler stolz darauf, dass der neue Gallardo LP 560-4 Spyder trotz aller hinzu gewonnener Dynamik knapp 20 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht. So soll der offene Gallardo LP 560-4 mit rund 14 Liter Super auf 100 Kilometern auskommen.

Die Optik des Spyder wurde im Sinne des geschlossenen LP 560-4 nachgeschärft. Am auffälligsten sind neuen Frontscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, das ein „Y“ in den Innenspiegel des Verfolgten zaubert. Auch am Heck gibt es nachgeschärfte Leuchten in LED-Technik.

Am Fahrverhalten des Lamborghini LP 560-4 Spyder hat sich durch die jüngsten Überarbeitungen wenig geändert. Der Zweisitzer bleibt das bekannt kompromisslose Auto, in dem man am liebsten alleine unterwegs ist. So kann man sich Schritt für Schritt an den Grenzbereich heranwagen, der für einen offenen Sportwagen in ungewöhnlich weiter Ferne liegt. Sind die Reifen einmal warm und hat man sich an die nach wie vor spürbaren Zugkraftunterbrechungen des automatisierten Schaltgetriebes Egear gewöhnt, gibt es für Piloten, zehn Brennkammern und den Allradantrieb kein Halten mehr.

So viel Sportlichkeit und Aufsehen muss sich der Kunde mindestens 191.495 Euro kosten lassen – sonst darf er den Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder allenfalls im Schaufenster bestaunen. Wer es zumindest optisch einen Hauch zurückhaltender mag, muss sich noch ein paar Monate gedulden. Ende des Jahres bringt Lamborghinis Konzernmutter Audi ihren R8 ebenfalls als zweisitzigen Spyder auf den Markt.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.