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Fahrbericht: Mazda6 Kombi: Größter gemeinsamer Teiler

Mit dem 6er begann für Mazda eine neue Ära: Sportlicher, emotionaler und vor allem erfolgreicher als der einst trägen 626. Besonders begehrt war der Kombi. Das dürfte beim neuen Mazda6 kaum anders sein.

Größer, schöner, geräumiger - und das alles noch mit weniger Gewicht und einem geringeren Kraftstoffverbrauch. Der Mazda6 Kombi versucht sich in der Quadratur des Kreises.

Das neue Mittelklassemodell fährt dabei in großen Spuren. Das Vorgängermodell war für Mazda ein Bestseller. Im letzten Jahr seiner Produktion war der Sechser – insbesondere als Kombi – das erfolgreichste Fahrzeug der Mazda-Modellpalette. Die Erwartungen an die zweite Generation sind daher hoch.

Dabei wildert der auf 4,77 Meter gewachsene Mittelklassekombi mit 519 bis 1.751 Litern Stauraum fast schon eine Klasse darüber. Die Ladekante ist niedrig und das große Gepäckabteil lässt sich pfiffig beladen. Unter dem Kofferraumboden gibt es Platz für die durchdacht zusammengefaltete Laderaumabdeckung. Kleinere Gegenstände finden in einem versteckten Fach Platz. Was fehlt ist jedoch ein intelligentes Verzurrsystem, dass sich bei zahlreichen Konkurrenzmodellen längst durchgesetzt hat. Praktisch: Die Rücksitze fallen mit einem Handgriff wie von selbst nach vorn und geben einen ebenen Laderaum von bis zu 1,92 Metern Länge frei.

Zu wenig Seitenhalt

Der Innenraum präsentiert sich geräumig und durchweg wertig verarbeitet. Die Sitze könnten etwas mehr Seitenhalt vertragen und das dünne Lenkrad liegt angenehm in der Hand. Auf der Beifahrerseite fehlt die standesgemäße Sitzhöhenverstellung. Auf der Rücksitzbank vermisst man allerdings Kontur. Beinauflage und die Kopfstützen sind viel zu kurz.

"Wir rechnen beim neuen Mazda6 mit einem Kombianteil von über 70 Prozent", sagt Andreas Schmidt, Vertriebsleiter bei Mazda Deutschland. "Der Dieselanteil sollte bei über 60 Prozent liegen." Und das, obwohl auch der neue Mazda6 nach wie vor ohne Kombination aus Diesel und Automatikgetriebe auskommen muss. "Wir haben hierzu aus Japan bisher keinen Liefertermin bekommen", sagt Schmidt bedauernd. "Wir fordern diese Kombination für den deutschen Markt vehement.“

Die aktuelle Dieselversion bietet mit 103 kW/140 PS und 330 Nm bei 2.000 Touren eine solide Basis. Doch ein Spurtvermögen von 0 auf 100 km/h in 10,9 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 200 km/h sind kaum mehr als Mittelmaß. Der Durchschnittsverbrauch ist mit 5,7 Litern Diesel auf 100 Kilometern dagegen erfreulich gering.

Und stimmig ist das Triebwerk zudem. Die Vibrationen des Commonrail-Diesels sind kaum spürbar und auch das geringe Geräuschniveau des Vierzylinders ist angenehm. Zudem hat man bei Mazda das Problem erkannt, dass die Konkurrenz in dieser Klasse mit weitaus höheren Motorleistungen unterwegs ist. "Wir werden im Herbst einen zweiten Dieselmotor mit rund 185 PS auf den Markt bringen", stellt Andreas Schmidt in Aussicht. Dieser Vierzylinder soll über 2,2 Liter Hubraum und ein Drehmoment von bis zu 400 Nm verfügen.

MPS-Version

Das wirft die Frage nach einer Allradversion wieder auf. Denn bei derartigen Motorleistungen ist ein Frontantrieb nicht nur auf Eis und nasser Fahrbahn schnell am Ende. Und in Asien ist der Mazda6 (allerdings nicht als Diesel) sehr wohl mit Allradantrieb zu bekommen, die USA sollen folgen. "Auf dem europäischen Markt ist derzeit nichts derartiges geplant. Wir rechnen jedoch mit einer Neuauflage der Sportversion Mazda6 MPS, die dann sicher auch bei uns wieder einen Allradantrieb haben dürfte", ist sich Schmidt sicher, ohne hierfür allerdings eine Zeitschiene nennen zu können.

Die Qualitäten eines Mazda zeigen sich in erster Linie auf der Straße. Das neue Fahrwerk profitiert vom Plus an Länge, Radstand und Spurbreite. Jedoch könnte sich der Hinterwagen gerade bei schnellen Lastwechseln eine Spur agiler präsentieren. Die elektrische Servolenkung ist leichtgängig und präzise, vermittelt jedoch ein zu synthetisches Ansprechverhalten. Die optionale 18-Zoll-Bereifung sieht gut aus, kostet aber Fahrkomfort. Und bei kleinen Bodenwellen könnte der Federungskomfort besser sein. Hier stukkert die Federung schon mal unangenehm.

Der Verkauf bei den insgesamt 770 Mazda-Händlern startet im April. In diesem Jahr will Mazda vom neuen Sechser in Deutschland 17.200 Fahrzeuge verkaufen. Im nächsten Jahr werden über 20.000 Autos avisiert.

Das karg ausgestattete Basismodell des Mazda6 Kombi 2.0 CD kostet 25.200 Euro. Deutlich interessanter dürfte die mindestens 27.900 Euro teure Ausstattungsvariante "Exclusive" mit Tempomat, Nebellampen, CD-Radio und Klimaautomatik sein. Das sinnvolle DVD-Navigationssystem kostet 2.300 Euro Aufpreis. Die Topmodelle "Dynamic" und "Top" mit Komplettausstattung beginnen bei 30.000 bzw. 31.000 Euro.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.