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Fahrbericht: Seat Ibiza Cupra 1.4 TSI: Cupra España

Der Name ist Programm: Cupra ist die Abkürzung für »Cup Racing« und zierte zum ersten mal 1996 das Heck eines Seat Ibiza - zur Feier des ersten Klassensieges in der Rallye-WM. Jetzt ist endlich der neue da.

Als Seat im Sommer 2008 den neuen Ibiza auf den Markt brachte, da steckte unter dem schnittigen spanischen Design schon die solide Wolfsburger Technik des neuen Polo. Der folgte selbst erst ein Jahr später. Die spanische Tochter als Vorreiter - das gab's zum ersten Mal im VW-Konzern. Aber nicht zum letzten Mal. Ganz frisch hat Seat nun in Barcelona das sportliche Top-Modell der Baureihe vorgestellt - den Ibiza Cupra. Der gibt schon mal einen Vorgeschmack auf den Polo GTI, den Volkswagen für 2010 im Plan hat.

Dabei ist der der Cupra genauso wenig eine Nullnummer, wie der Ibiza selbst und kann durchaus für sich alleine stehen. Innen unterscheidet er sich vom normalen Ibiza vor allem durch die Optik. Die Sitze mit dem eingestickten Cupra-Schriftzug in der Lehne sind stärker konturiert und bieten mehr Seitenhalt. Ihr rautenförmig abgesteppter Bezug soll Assoziationen an die Rennwagen der 70er Jahre wecken. Das Armaturenbrett ist mit Carbonimitat abgesetzt. Charakteristisch auch das Drei-Speichen-Lenkrad mit den Schaltpaddeln für das serienmäßige sequenzielle Getriebe und dem Cupra-Logo in Aluminium.

Da es den Cupra nur mit zwei Einstiegstüren gibt, muss man sich etwas mühsam auf die hinteren Plätze durchzwängen und hat dort auch nicht wirklich viel Platz - weder an den Knien noch über dem Kopf. Im Alltag dürfte das kein wirkliches Problem werden, da Autos wie der Cupra ohnehin meist mit kleiner Besatzung unterwegs sind.

Zweistufig geladen

Äußerlich ist der Cupra auf den ersten Blick vom Serien-Ibiza zu unterscheiden: Große, wabenförmige Lufteinlässe in mattem Schwarz, fünf schmale Schlitze unter dem Kühler mit dem mittigen Seat-Logo und schwarze Doppelscheinwerfer prägen die Frontansicht, schwarze Blenden, ein in die Fahrzeugmitte gerücktes, trapezförmiges Endrohr, Diffusor und Lüftungsauslässe hinter den Reifen die Heckansicht. Dazu kommen luftige 17-Zoll-Felgen, die den Blick auf die rot lackierten Bremssättel freigeben und Niederquerschnittreifen in der Größe 215/40. Das Fahrwerk ist gegenüber der Sportversion des Ibiza um 10 mm tiefer gelegt. All das wirkt sportlich, aber nicht prollig. Den Cupra gibt es in kräftig leuchtenden Karosseriefarben - er macht nicht nur in Silbermetallic eine gute Figur.

Satte 132 kW/180 PS und ein Drehmoment von 250 Nm schon ab 2000 U/min. stemmt der zweistufig aufgeladene TSI-Motor aus bescheidenen 1390 cm³ auf die Vorderachse - auf solch eine satte Leistungsausbeute kommt kein Ferrari. Dennoch braucht der Motor knapp 20% weniger Benzin als der Vorgänger-Cupra und schafft Euro-5. Die zweistufige Aufladung erfolgt durch einen hoch drehenden mechanisch angetriebenen Kompressor und einen Abgasturbolader. Bis maximal 2400 U/min. arbeitet der Kompressor alleine. Dann schaltet sich der Turbolader dazu, der schließlich ab 3500 U/min. alleine übernimmt - der Kompressor schaltet ab. Der gleiche Motor soll im nächsten Jahr auch den Polo GTI auf Touren bringen.

Die Fahrleistungen sind entsprechend. 225 km/h schafft der Cupra laut Seat als Höchstgeschwindigkeit, für den Spurt von 0 auf 100 km/h braucht er nur 7,2 Sekunden. Damit liegt er exakt auf einer Linie mit dem 192 PS starken Konkurrenten Opel Corsa OPC, den ein 1,6-Liter-Turbomotor antreibt und mit 7,9 Litern deutlich mehr verbraucht.

Paddeln durch die Gänge

Der Cupra hat wenig Mühe, die PS auch auf die Straße zu bringen - allenfalls auf rutschiger Fahrbahn kommen die Vorderräder mal kurz aus dem Grip, bis das sauber abgestimmte ESP die Sache regelt. Das ESP interagiert mit der neuen elektronischen Differenzialsperre XDS, die weicher arbeitet als eine vergleichbare mechanische Sperre.

Den Cupra gibt es ausschließlich mit dem siebenstufigen Direktschaltgetriebe (DSG) das alles in allem sehr gut zu ihm passt. Im normalen Automatik-Modus schaltet es entspannt und bequem, agiert nur selten etwas unentschlossen. Im Sportmodus werden die Schaltpunkte in die höheren Drehzahlen gelegt, eine deutlich sportlichere Fahrweise ist möglich: besseres Beschleunigen, weniger Schaltarbeit - und höherer Verbrauch. Wer selbstbestimmt fahren will, für den bieten sich die griffigen Schaltwippen am Sport-Lenkrad an.

Mit dem Seat Cupra macht die Fahrt über kurvige Landstraßen viel Spaß. Das Fahrwerk hält ihn sicher wie auf Schienen. Nur die Lenkung dürfte deutlich direkter abgestimmt sein - das kann zum Beispiel der Corsa OPC deutlich besser. Und auch bei den Bremsen hat der Rüsselsheimer die besseren Karten: Sie sind bei ihm merkbar bissiger als beim Cupra, der sich allerdings mit extra Sportbremsen ordern lässt. Auf der Autobahn stört bei dem Spanier ab rund 130 km/h die laute Geräuschkulisse des Fahrtwindes - da lässt sich an der Aerodynamit sicher noch feilen.

Viele Alternativen zum 23.190 Euro teuren Seat Cupra gibt es in diesem Preissegment nicht, wenn man sportlich unterwegs sein will. Aber es gibt sie. Den schon mehrfach erwähnten Opel Corsa OPC vor allem, der mit 23.100 Euro sogar noch eine gute Tankfüllung preiswerter und nicht weniger sportlich unterwegs ist. Wer allerdings ein komfortabler abgestimmtes Fahrwerk sucht und ein wenig auf den Verbrauch schaut, der dürfte mit dem Cupra bestens bedient sein.

Jürgen Wolff / pressinform / PRESSINFORM
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.