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Fahrbericht Skoda Superb: Hauptsache ganz viel Platz

Der Superb kultiviert seine Stärke: Viel Platz auch für die zweite Reihe. So ein Raumgefühl bietet nur die E-Klasse allerdings zu wesentlich höheren Preisen.

Der Superb ist ein Rolls-Royce für Arme. Und das nicht nur wegen des griffberieten Regenschirms in der Autotür. Der Superb ist die günstigste Chauffeurs-Limousine. Gedacht für Ländern, in denen ein persönlicher Fahrer noch preiswert ist. Etwa in China, wohin vergangenes Jahr rund 40 Prozent der Produktion von knapp 110.000 Fahrzeugen ging. In Deutschland wurden dagegen eher bescheidene 14.699 Superb ausgeliefert. Auch das ist so schlecht nicht. Zum Vergleich: Der Opel Insignia wurde im gleichen Zeitraum knapp 21.000 Mal in Deutschland zugelassen, der Ford Mondeo rund 19.000 Mal. Und dass gediegener Komfort hierzulande kein Garant für ordentliche Verkaufszahlen ist, mussten Hersteller wie Volvo (gerade mal 342 verkauften S80) oder Citroën (134 Mal C6) schmerzlich erfahren.

Zeit für den zweiten Frühling

Nachdem die aktuelle Superb-Generation nun sechs Jahre auf dem Markt ist, wurde es Zeit für eine Überarbeitung. Die kommt Anfang Juli 2013 zu den Händlern und spielt sich vor allem unter dem Blechkleid ab. Zwar wurden auch die Front- und die Heckpartie komplett überarbeitet. Aber solche Details, wie dass das Škoda-Logo nun zentral auf der Spitze der Motorhaube zu finden ist, fallen zumindest beim ersten Hinsehen kaum auf. Augenfälliger sind da schon die neu entwickelten Frontscheinwerfer, die es erstmals mit Bi-Xenon-Leuchtkraft gibt und mit integriertem LED-Tagfahrlicht und -Blinker. Drei LED-Leuchten formen nun zudem serienmäßig die traditionelle C-Grafik der Heckleuchten. Auch innen hat sich nicht viel verändert. Es gibt neue Farbkombinationen und neue Lenkräder. Außerdem kann man nun - Stichwort "Chauffeurs-Limousine" - vom rechten Rücksitz aus den Beifahrersitz elektrisch nach vorne gleiten lassen: Die Bedienknöpfe dafür sind - besser erreichbar - von der rechten auf die linke Seite der Frontsitze gewechselt. Im Detail verbessert hat man die vielen guten Ideen wie etwa die Twindoor-Heckklappe, bei der wahlweise entweder wie bei einer Stufenhecklimousine nur der Kofferraum geöffnet werden kann, oder aber wie bei einem Schrägheckauto die gesamte Heckklappe samt Heckscheibe. Jetzt gibt es für jede der zwei Öffnungsarten eine extra Taste und man fummelt nicht mehr an einem Umschaltknopf herum.

Unendlicher Innenraum

Geblieben ist das Prinzip "Platz ohne Ende". Der Fahrersitz etwa lässt sich für 2-Meter-Riesen weiter zurückschieben als in jeder E-Klasse - und trotzdem ist dann hinten noch reichlich Platz übrig für die Knie. Ähnlich der Kofferraum. Der fasst bei der Limousine satte 595 Liter, beim Kombi 633 Liter (maximal 1.865 Liter). Das schaffen nicht einmal die gerade ausgelaufene S-Klasse von Mercedes-Benz (560 Liter) oder der BMW 5er GT (440 Liter). Auch der Škoda-Kombi übertrumpft locker Lade-Riesen wie den VW Passat Variant (603 Liter). Nur das T-Modell der Mercedes-E-Klasse bietet mit 695 Litern mehr Laderaum.

Weitere Reduzierung des Verbrauchs

Deutlich mehr getan hat sich unter der Motorhaube. Nicht zuletzt dank Start-Stopp-Automatik und der Rückgewinnung von Bremsenergie bei allen Diesel- und dem Basis-Benzinmotor mit 125 PS ist der Durst der Aggregate um bis zu 19 Prozent zurückgegangen. Die Motorenpalette umfasst vier Benziner und drei Diesel mit Leistungen zwischen 125 und 260 PS. Der mit 125 kW/170 PS stärkste Selbstzünder im 2.0 TDI etwa kommt in der handgeschalteten Limousine mit durchschnittlich 4,6 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern klar. Eine gute Wahl ist die mittlere Diesel-Motorisierung im 2.0 TDI mit 103 kW/140 PS und einem maximalen Drehmoment von 320 Nm, das bereits ab 1750 U/min. anliegt. Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft er in 10,0 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit von 212 km/h ist im Vergleich mit der Konkurrenz zwar kein Spitzenwert, reicht im Alltag aber völlig. Der Verbrauch liegt mit manueller Schaltung bei 4,6 Litern, mit DSG bei 5,2 Litern. Der Diesel macht den leer 1,5 Tonnen schweren Škoda nicht zum agilen Kurvenflitzer - aber wer das will, der kauft sich ohnehin keinen Superb. Mit seinen gut 4,8 Metern Länge und seiner ausgewogenen Federung passt er eher zu gelassenen Fahrern, die viel, schnell, aber vor allem auch komfortabel und entspannt unterwegs sein wollen. Aus dem gleichen Grund sollte man den Superb gleich mit dem seidenweich abgestuften DSG-Schaltgetriebe ordern - das hektische Herumrühren am Handschalthebel stört nur die innere Ruhe beim Fahren.

Keine Oberklasse-Assistenten

Gepatzt hat Škoda beim Superb in Sachen Assistenzsysteme. Auf Wunsch gibt es einen Parklenkassistenten, automatisch abblendende Außenspiegel, ein schlüsselloses Schließ- und Startsystem oder adaptive Frontscheinwerfer. Doch nicht für Geld und gute Worte finden sich Helferlein wie etwa Verkehrszeichenerkennung, Abstandswarner oder gar -regelung. Nicht einmal einen Tote-Winkel-Assistenten gibt es. Und das verbaute Navigationssystem ist auch nicht gerade das aktuellste, was die Škoda-Mutter VW im Konzernregal liegen hat. In der Klasse, in der Škoda den Superb ansonsten nicht zu Unrecht mitspielen lassen will, ist so viel Entsagung nahezu unverzeihlich.

Wer dennoch ohne all das auskommen kann, der findet im Superb ein kaum zu schlagendes Angebot. Die Preise starten bei 23.990 Euro für den 125 PS starken 1.4 TSI und reichen bis zu 40.590 Euro für den V6 mit 260 PS in der edelsten Ausstattungslinie L&K. Von Škoda selbst erklärte Konkurrenten wie Mercedes mit der E-Klasse fangen da erst mal mit der ziemlich nackten Basisversion an. Realistischer ist da der (Preis-)Vergleich etwa mit dem VW Passat (ab 25.075 Euro) oder dem Opel Insignia (ab 24.745 Euro).

Jürgen Wolff/Press-Inform

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.