HOME

Faszination: Peugeot 308 RC Z: Flunder à la française

218 PS, sieben Sekunden auf 100 km/h, 6,7 Liter Durchschnittsverbrauch, und das alles aus 1,6 Litern Hubraum. Der Peugeot 308 RC Z verspricht sportliche Effizienz par excellence – wenn er denn in Serie geht. Wir haben im Prototypen schon ein paar Runden gedreht.

Jean-Christophe ist ein bisschen nervös. Der Franzose sitzt auf dem Beifahrersitz des Peugeot 308 RC Z, während der Wagen um die engen Serpentinen einer Landstraße im Schwarzwald flitzt. "Drehen Sie ihn ruhig mal ein bisschen hoch", sagt Jean-Christophe.

Gesagt, getan. Die nächste Kurve steht an. Runterschalten in den zweiten Gang- Der Vierzylinder röhrt kraftvoll auf. Der RC Z liegt satt auf der Straße, eilt mit seinen 1,2 Tonnen leichtfüßig durch die Kurve. Am Scheitelpunkt Vollgas. Die Nadel des schicken Drehzahlmessers mit Alu-Ziffernblatt dreht Richtung 5000 Touren. Der rote Bereich beginnt erst bei 7000, doch 218 Pferdestärken und 300 Newtonmeter Drehmoment schieben den leichten Löwen selbst dann kraftvoll an, wenn die Nadel noch weit von der Zwei entfernt ist. Jean-Christophes Nervosität ist jetzt verfolgen: Er grinst über beide Ohren.

Dass Jean-Christophe Bolle-Reddat im 308 RC Z ein wenig unbehaglich zumute ist, hat nur einen Grund: Die französische Flunder ist ein Einzelstück und er hütet sie wie seinen Augapfel.

Bolle-Reddat baut Prototypen für Peugeot. Der 4,28 Meter lange und nur 1,3 Meter hohe 308 RC Z wurde von dem Designer Boris Reinmöller entworfen und wird neben dem Kombi 308 SW als Blickfang auf dem Genfer Automobilsalon dienen.

Doch während der SW ein Mega-Seller für Peugeot werden soll, ist beim RC Z noch nicht einmal entscheiden, ob er überhaupt in Serie geht. Sollte das Einzelstück mit seiner Kohlefaser-Karosse und der riesigen Heckscheibe aus Polycarbonat jetzt in den Graben rutschen, bliebe auf dem Peugeot-Stand in Genf ein Drehteller leer.

Manchmal knarzt es noch

Doch das Auto gibt keinen Anlass zur Sorge. Nur ein gelegentliches Knarzen in der Karosse, ab und zu ein Poltern im Fahrwerk oder ein paar unverkleidete Kanten zeugen davon, dass man nicht in einem serienfertigen Sport-Coupé sitzt. Einmal blinkt während der Fahrt die ABS-Leuchte auf. Jean-Christophe winkt ab: "Alles in Ordnung, fahren Sie einfach weiter".

Ein Element des Wagens ist in jedem Fall schon serienfertig: Das erfreulich präzise Sechsganggetriebe. Es wird in Zukunft für den 1,6-Liter Motor angeboten, der in Zusammenarbeit mit BMW entwickelt wurde.

Der Turbo-Benziner steckt im Mini sowie im Peugeot 207 RC und leistet dort 175 PS. Die auf 218 aufgepumpte Version, die das Concept Car 308 RC Z antreibt, wird in einer französischen Rennserie namens "THP Spider Cup" eingesetzt. "Dort können wir mit dem Motor ausgezeichnet Erfahrung sammeln", sagt Peugeot-Sprecher Bernhard Voss.

Als mögliche Konkurrenten des RC Z sehen die Franzosen Autos wie den neuen VW Scirocco oder das Hyundai Coupé. Mit einem Audi TT oder Nissan 350Z möchten sie den Wagen nicht vergleichen. Mit Hinterradantrieb und einem hoch drehenden 3,5 Liter großen Sechszylinder spielt der 350Z schließlich auch in einer anderen Liga als der frontgetriebene RC Z mit seinem 1,6 Liter großen Vierzylinder und Twin-Scroll-Turbolader.

Flotte Flunder

Flott ist die Flunder mit dem breiten Löwenmaul trotzdem: In sieben Sekunden spurtet der RC Z auf 100 km/h. Erst bei 235 Sachen wird sein Vorwärtsdrang gestoppt. Der konsequente Leichtbau führt zu einem Kampfgewicht von 1,2 Tonnen. Damit erscheint der Durchschnittsverbrauch nicht zu weit hergeholt, den Peugeot für den RC Z angibt: Nur 6,7 Liter auf 100 Kilometer soll sich der Franzosen-Flitzer genehmigen.

Auch im Innenraum ist der RC Z alles andere als ein kompromissloser Sportler. Zwar gleitet man tief in die mit Aluminium-Nieten besetzten Schalensitze. Und wenn man den Kopf zu weit nach vorne beugt, stößt man fast ans Dach. Doch die Sitzposition ist bequem, und sogar die Übersicht nach hinten ist dank der fehlenden B-Säule und der riesigen Heckscheibe gewährleistet.

Auf den hinteren Notsitzen finden nur kleine Kinder Platz. Dafür schluckt der Kofferraum 415 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rücksitze noch erweitern. Ein beleuchtetes Löwen-Logo an der Kofferraumklappe demonstriert den Stolz der Franzosen: Seht mal her, ein sportliches Auto kann auch sparsam und praktisch sein.

Ob der RC Z bald als sportlicher Straßenfeger zur Verfügung steht, verrät Bernhard Voss nicht. Es werde aber auf dem Genfer Salon eine "Äußerung" dazu geben. Und die, so darf man spekulieren, wird kaum lauten: "Sorry, aber wir bauen ihn doch nicht".

Für die Realisierung des französischen Auto-Traumes spricht, dass der Prototyp auf der Plattform des 308 basiert und exakt den gleichen Radstand hat. Auch bei Scheinwerfern, Türgriffen oder Außenspiegeln reicht ein Griff ins 308-Regal. Schwieriger wäre bei einer Serienproduktion wohl der Einsatz der teuren Werkstoffe Kohlefaser, Aluminium und Polycarbonat.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.