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Hintergrund: Rabatte ohne Ende: Feilschen bis zum Umfallen

Wo soll das nur hinführen? Als vor zwei Jahren die Mächtigen der Automobilbranche düster an die Wand malten, dass es bei uns bald amerikanische Discount-Verhältnisse gäbe, müssen Sie an das Jahr 2006 gedacht haben. Die Händler kämpfen um jeden Kunden – Rabatte von mehr als 20 Prozent sind längst keine Seltenheit.

Davon hätte der gemeine Kaufinteressent vor Jahren nur träumen können. Die Autos sind gut und das Angebot ist schier grenzenlos. Honda, Ford, Audi, Fiat oder Chrysler – es gibt fast nichts, das es nicht zum Schnäppchenpreis gibt. Man hat die Qual der Wahl - allein die bisweilen unübersichtlich großen Modellpaletten und Konkurrenzangebote können einem den Spaß an der automobilen Einkaufsfreude vermiesen.

Die Rabattschlachten laufen auf vollen Touren - nur um die müden Verkaufszahlen wieder auf Vordermann zu bringen. Dabei sind die Grenzen zwischen Premium- und Massenware längst verschwommen. Wenn der Mercedes- oder Volkswagen-Händler einem Interessenten heute gnädig fünf Prozent Nachlass verspricht, sieht er im Handumdrehen einen leeren Kundenstuhl vor sich. Der kommt nie wieder – garantiert.

Die Kunden sind immer öfter außerordentlich gut informiert, kennen Modellpalette und Vergleichsangebote auf dem Markt der EU-Importe oder schielen rüber zu den jungen Gebrauchten. Das macht es für den Handel nicht leicht. Im Gegenteil: Ganz offen werben Händler von Marken wie Citroen oder Ford mit der Inzahlungnahme von Gebrauchtwagen für bis zu 6.000 Euro über der ehrwürdigen Schwacke-Liste. Das bedeutet bei vielen Modellen einen Nachlass von über 20 Prozent. Steht das Automobil der Träume vielleicht gar direkt auf dem Hof des Händlers oder hat dieser eine entsprechende Tageszulassung, darf es auch gerne noch ein wenig mehr sein.

Null Euro Anzahlung und null Prozent Zinsen werden bei anderen Herstellern feilgeboten, um neue Kunden für sich zu gewinnen. Man muss sich schließlich rühren, um die Kunden ins Autohaus zu bekommen. Nicht wenige Autofans stapfen in den Verkaufsraum mit Vergleichsangeboten oder Ausdrucken von Preissuchmaschinen aus dem Internet. Die Verkäufer ahnen dann bereits, dass ihnen wieder eine Rabattschlacht droht, bei der sie fast immer nur verlieren können. Die Zeche zahlen letztlich Handel und Hersteller zu gleichen Teilen.

In seiner Bedrängnis versucht der Handel dem Kunden ein Servicepaket nach dem anderen zu schnüren. Den ein oder anderen Tausender Rabatt – das bieten schließlich alle. Doch wer als Käufer geschickt verhandelt, bekommt die gewünschten Winterreifen mittlerweile auf sehenswerten Alufelgen und die nächsten Inspektionen gleich obendrauf. So kauft man heute Autos. Nichts leichter als das.

Noch höher sind Rabatte traditionell im gewerblichen Bereich. Hier dürfen es gerne auch schon einmal 30 Prozent oder mehr sein, wenn der Konditor um die Ecke ein neues Backmobil benötigt oder nur einen "Dienstwagen" für die Ehefrau.

Also: Augen auf beim Autokauf und nicht beim erstbesten Angebot zuschlagen. Vergleichen und hart verhandeln lohnt sich immer mehr. Gerade das Internet ist die Quelle unbegrenzter Möglichkeiten - egal ob Kia Piccanto, Audi A4 oder Mecedes S-Klasse. Kämpfen müssen nahezu alle Hersteller und Importeure. Der Kunde ist König - und wird es wohl noch lange bleiben.

Pressinform / PRESSINFORM
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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