HOME

Hyundai ix55: Hübsch, praktisch und verhältnismäßig günstig

Sie wollen ein Auto, das positiv auffällt? Wie wäre es mit dem Flaggschiff von Hyundai. Der große Koreaner tritt so überzeugend auf, dass man auf der Straße von Interessenten angesprochen wird.

Mehr Hyundai gab es noch nie. Der ix55 verschlägt einem den Atem mit seiner Größe. In Deutschland kann man den Asiaten am ehesten mit dem Audi Q7 vergleichen. Ein SUV bietet bei gleichen Außenmaßen immer weniger Raum als ein Mini-Van - dieses Manko umschifft der ix55 durch ein einfaches Rezept: Durch noch mehr Größe. In Deutschland tun sich derartige Giganten schwer und natürlich wurde der ix55 auch ursprünglich für den amerikanischen Markt entwickelt.

Die äußere Größe von 4,84 Metern ist dabei kein leeres Versprechen, der Innenraum beengt niemand. Nur die voll versenkbare dritte Sitzreihe ist wie bei allen Konkurrenten eine halbherzige Angelegenheit. Hier können nur Kinder hineinklettern. Wenn es mit sieben Insassen auf die große Reise gehen soll, fehlt es an Stauraum. Eine ideale Konstruktion nur für die "Hockey Mum", die so die halbe Mannschaft zum Turnier kutschieren kann. Wer die dritte Reihe im Boden belässt, bewahrt sich einen fürstlichen Kofferraum, der durch die verschiebbare zweite Sitzreihe weiter vergrößert werden kann. Normal steht ein Gepäckvolumen von 598 Liter bis zu Ladekante zur Verfügung, mit umgeklappter zweiter Reihe werden es 1.746 Liter.

Für den europäischen Markt wurde der Hyundai ix55 mit einem Dieseltriebwerk aus dem Rüsselsheimer Entwicklungszentrum ausgestattet. Der Motor liefert 239 PS und treibt den Wagen mit genügender Power an, auf ein Feuerwerk der Kraftentfaltung wartet man jedoch vergebens. Das V6-Triebwerk ist an eine Sechsgangautomatik gebunden, der Spurt von null auf 100 km/h dauert 10,4 Sekunden. Typisch amerikanisch fährt sich der Wagen "souverän und entspannt", ein Kurvenjäger ist er nicht. Die Lenkung arbeitet leicht und der Wagen folgt ihr willig. Hyundai gibt einen Durchschnittsverbrauch von 9,4 Litern an. Im Alltag ist dieser Wert tatsächlich zu erreichen - sogar mit eingeschalteten Stromverbrauchern, aber mit gezügeltem Gasfuß. Wenn der Motor hart arbeiten muss oder im reinen Kurzstreckenverkehr bewegt wird, genehmigt sich das Dickschiff allerdings einen deutlichen Schluck mehr. Für Innenstadtbewohner wurde der Gigant nicht konzipiert. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 200 km/h, das reicht auch auf der deutschen Autobahn für eine solide Durchschnittsgeschwindigkeit und ausreichende Beschleunigungsreserven.

Für Sicherheit und Traktion sorgt ein sich automatisch einschaltender Allradantrieb. Mit der hohen Bodenfreiheit ist der ix55 damit auch schlechten Wegen gewachsen. Er wurde jedoch nicht für Fahrten abseits aller Wege gebaut. SUV-typisch gibt es keine Geländereduktion. Ein Manko, dass die Fähigkeit als Zugmaschine bei schwierigem Untergrund mindert. Eine Einschränkung, die der Kunde jedoch nur vermeiden kann, wenn er von einem SUV auf einen echten Offroader ausweicht.

Ein großes Plus des Koreaners ist die äußerliche Gestaltung, sie vermag es, spontan die Herzen zu erobern. Immer wieder wurde man im Testzeitraum von Interessenten auf den ix55 angesprochen. Die Zeiten des Koreabarocks sind lange vorbei. Der ix55 kommt ausgesprochen flüssig und elegant daher. Für ein wenig Offroad-Atmosphäre sorgen abgesetzte Seitenschweller und Radhausumrandungen.

Überzeugen kann der große Hyundai auf längeren Strecken, man fühlt sich in ihm gut aufgehoben. Im Dickicht der Großstädte wirkt der Riese deplaziert. In der Preisliste startet er in der Comfort Ausstattung bei etwa 42.000 Euro, die Premium Ausstattung liegt bei etwa 48.000 Euro. Damit ist der Wagen - wie man es von Hyundai gewohnt ist - gut ausgestattet, aber nicht komplett. Eine Rückfahrkamera etwa ist dann noch nicht dabei. Die Marktpreise liegen allerdings unter den Vorstellungen der Liste.

Gernot Kramper
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.