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Mini John Cooper Works: Papis Bad Boy

Für Frauenhände viel zu schade. Hier ist Mini Männersache. Der "Mini John Cooper Works" treibt den Fahrspaß auf die Spitze - und die Preispolitik ebenso.

Von Michael Specht

Lifestyle lässt sich Mini schon mit seinen normalen Modellen fürstlich honorieren. Kein Kleinwagen ist teurer, keinen stopfen die Kunden mit mehr Extras voll als den knuffigen Retro-Briten. Marketing und Vertrieb reiben sich die Hände, das Kult-Konzept geht bestens auf. Seit 2001 sind weltweit über 1,2 Millionen Mini verkauft worden. Dieses Jahr wird ein neuer Absatzrekord erreicht, der beste in der Geschichte. Die Fabrik in England kommt mit dem Produzieren nicht mehr hinterher.

Gesalzener Preis: 27.700 Euro, Klima extra

Beim neuen Mini-Derivat John Cooper Works könnte allerdings für einige treue Fans die Schmerzgrenze erreicht sein: Stolze 27.700 Euro verlangt Mini für seine sportlichste Version. Klimaanlage kostet extra. Und es bereitet überhaupt keine Schwierigkeit, den heißen Engländer mit ein paar weiteren Gimmicks auf 35.000 bis 40.000 Euro hoch zu treiben. Da könnte manch einer auf die Idee kommen, vielleicht doch einmal einen Blick in die Preisliste des Golf GTI zu werfen, auch wenn der Wolfsburger von der Größe her ein Segment darüber liegt. Er ist mehrere Tausend Euro günstiger und verdammt viel Spaß macht auch er.

Es braucht also ein gewisses Maß an Marken-Loyalität und Verrücktheit, sich für den Mini John Cooper Works zu entscheiden, in den seine Erbauer so Einiges an Rennsporttechnik haben einfließen lassen. Gab es bislang für den Cooper S nur einen Tuning-Kit, den der Mini-Händler einbaute, so entsteht der neue Works gleich am Band - und stets auf Bestellung. Das Gute: Mini zwingt dem Kunden dabei keine feste Version auf, sondern dieser kann frei in Farben und Ausstattung wählen und so "seinen" individuellen Renn-Mini zusammenstellen. Wer den Wagen uni lackiert haben möchte und damit relativ unauffällig bleiben will, auch dies ist möglich.

Gepfefferte Leistung: 211 PS und 238 km/h Spitze

Schon die technischen Eckdaten klingen nach Leute auf der linken Spur ärgern und bei Ampelstarts verheizen, denn wer das Gaspedal im sechsten Gang unten lässt, endet bei sportlichen 238 km/h. Genug, um Limousinenfahrer an der Genauigkeit ihres Tachos zweifeln zu lassen. Den Sprint von null auf 100 km/h gibt Mini mit 6,5 Sekunden an.

Nötig sind hierzu 211 PS, die aus viel innermotorischer Kleinarbeit entstanden sind. "Einfach nur den Ladedruck erhöhen, für die Dauerhaltbarkeit wäre das mehr als kritisch geworden", sagt Dr. Friedrich Nitschke, der Baureihenleiter des Mini. So gab es für den ursprünglich 175 PS starken 1,6-Liter aus dem Cooper S neue Kolben und Pleuel sowie Natrium gekühlte Auslassventile. Der Turbolader arbeitet mit 1,3 statt zuvor mit 0,9 Bar Druck. Das Getriebe erhielt dickere Zahnräder und die Bremsen (kommen von Brembo) stärkere Scheiben, Sättel und Kolben. Auch das Fahrwerk wurde der höheren Leistung angepasst, ohne dabei jedoch den harten Max zu spielen. Der Komfort kommt nicht zu kurz.

Dank Sperre kein Gezerre

Das Ergebnis ist Fahrspaß pur. Der Cooper Works fegt ums Eck, wie es zurzeit kein Klassen-Konkurrent schaffen würde. Zerrende Antriebsräder hält eine elektronische Sperre weitgehend im Zaum, die sehr direkte Lenkung vermittelt wie schon bei den Normalversionen ein unvergleichliches Go-Kart-Gefühl. Hinzu kommt eine spontane Gasannahme, die augenblicklich in Vortrieb umgesetzt wird. Wer so fährt, schafft allerdings nicht den Normverbrauch von 6,9 Liter pro 100 Kilometer, wie Mini ihn verspricht. Er ist deswegen so niedrig, weil im EU-Testzyklus die hohe Leistung so gut wie nicht zum Tragen kommt. Aber Spritkonsum und CO2-Ausstoß sind eh nicht primäres Gedankengut eines Cooper-Works-Piloten. Er wird sich höchstens über die Bestuhlung wundern, die Mini ernsthaft "Sportsitze" nennt. Dringende Empfehlung: Unbedingt die Recaro-Schalensitze ordern (1263 Euro). Die sehen nicht nur klasse aus, sondern bieten auch wirklich den Körperkontakt, den man in einem Auto dieser Art erwartet.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.