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Neuer BMW 1er im Fahrbericht: Aufgeladene Spaßrakete

In Sachen Fahrdynamik macht dem neuen 1er BMW in der Premium-Kompaktklasse keiner was vor: Der turbogeladene 118i ist eine echte Spaßrakete. Sparsam ist das BMW-Einstiegsmodell aber auch – und teuer sowieso.

Mit seinen zackig gestylten Frontscheinwerfern sieht der neue BMW 1er fast wie ein geschrumpftes 6er Coupé aus. Der etwas treudoofe Blick der Vorgänger-Generation ist passé. "Der darf ein bisschen aus der Reihe tanzen", sagt BMW-Designchef Adrian van Hooydonk über seinen jüngsten Wurf.

Vor sieben Jahren schickte BMW sein neues Einstiegsmodell auf den Markt. Die Bayern setzten damals alles daran, dass der der Wagen vor allem eine Eigenschaft bekommt: sportlich um die Kurven wedeln. Der große fahrdynamische Vorteil des 1er war - und ist - der Hinterradantrieb. "Eine solche Fahrdynamik gab es in diesem Segment vorher nicht", sagt BMW-Vorstandsmitglied Herbert Diess und verweist stolz auf die Eroberungsquote: 70 Prozent aller Käufer habe man mit dem 1er von anderen Marken abwerben können.

Um 8,5 Zentimeter gestreckt

Diesen Erfolg soll die neue Generation wiederholen. In der Länge legte der BMW 1er um satte 85 Millimeter auf 4,32 Meter zu, der Radstand wuchs um 30 Millimeter. Darüber freuen sich vor allem die Fond-Passagiere, im neuen Einser sitzt man hinten nicht mehr so beengt. Der Kofferraum fast 30 Liter mehr und toppt mit insgesamt 360 Litern Fassungsvermögen sogar den Stauraum des VW Golf. Die Ladekante des BMW ist aber immer noch ziemlich hoch und schmal. Zunächst ist der Wagen mit fünf Türen zu haben, den Dreitürer will BMW später nachreichen.

Das Cockpit bleibt fahrerorientiert mit allen Bedienelementen am rechten Fleck, einem griffigen Lenkrad und einem optimal platzierten Schaltknüppel. Der Qualitätseindruck des Interieurs ist so gut, dass man Ausrutscher schon intensiv suchen muss - aber auch findet: Der Griff des Handschuhfachs passt mit seinem zweifelhaften Hartplastik-Charme nicht zum Rest des Cockpits.

Sahnestück unter der Haube

BMW setzt beim neuen 1er verstärkt auf Individualisierung. Die Ausstattungspakete "Sport" und "Urban" kosten jeweils 1900 Euro und enthalten neben speziellen Felgen allerlei Zierrat, zum Beispiel Lufteinlässe mit Einsätzen in Wagenfarbe. Das Navigationssystem (je nach Funktionsumfang und Bildschirmgröße 1590 oder 2390 Euro) hat jetzt einen freistehenden Flachbildschirm. "Das wirkt moderner, außerdem sind unsere Kunden Flatscreens ja schon vom Büro oder vom Handy in der Hosentasche gewohnt", sagt Designer Adrian van Hooydonk. Allerdings braucht man schon einen wendigen Staubwedel, wenn man die enge Kunststoffmulde um den Bildschirm herum saubermachen will.

Bei aller Technik im Cockpit wartet das Sahnestück des 1er unter der Motorhaube. Es kommen ausschließlich aufgeladene Reihenvierzylinder zum Einsatz. Die erste Fahrt im 118i (170 PS / 125 kW) lässt keine Wünsche offen: Das Turboloch hat der laufruhige und nur 1,6 Liter große Vierzylinder schon zugeschüttet, bevor man es bemerken könnte. 250 Newtonmeter Drehmoment stehen von 1500 bis 4500 Touren Gewehr bei Fuß. In der City wird der 1er zum Ampelsprinter, auf Autobahn und Landstraße macht besonders das Herausbeschleunigen aus dem dritten Gang einen Heidenspaß. Erst jenseits von 140 Km/h lässt die Spurtbegeisterung des 118i langsam nach. Geschaltet wird mit einer knackigen Sechsgangbox. Der Durchschnittsverbrauch liegt laut Werksangabe bei 5,8 Litern pro 100 Kilometer. Gegen Aufpreis übernimmt eine Achtgangautomatik die Schaltarbeit.

Ein teurer Spaß

Wie schon beim 6er Coupé lässt sich der Einser per Knopfdruck vom Sport- oder Komfortmodus in einen Sparmodus umstellen. Dann reagiert das Gaspedal verzögert und Systeme wie Heizung und Klimatisierung werden auf möglichst wenig Energieverbrauch hin gepolt. Eine Start-Stopp-Automatik haben alle Modelle serienmäßig an Bord. Sparsamster Einser wird der erst später erhältliche 116d EfficientDynamics Edition mit 116 Diesel-PS und einem Durchschnittsverbrauch von 3,8 Litern pro 100 Kilometer.

Das Fahrverhalten des Einser bleibt dank der Fünflenker-Hinterachse und der ausgewogenen Gewichtsverteilung von nahezu 50:50 ausgezeichnet. Der BMW saugt jede Kurve gierig in sich auf und verliert mit seiner geballten Kraft an den Hinterrädern nur bei Bodenwellen oder Nässe mal kurz die Traktion. Gegen Aufpreis sorgt ein adaptives Fahrwerk für eine größere Spreizung zwischen komfortabler und sportlicher Einstellung.

Wie von BMW gewohnt, erkauft man sich die fahrdynamische Referenz in dieser Klasse mit stolzen Preisen. Schon das Basismodell 116i (136 PS) kostet 23.850 Euro und hat abgesehen von ESP, Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern und CD-Radio nicht viel zu bieten. Der flotte 118i (170 PS) will mit 26.750 Euro bezahlt werden. Zum Vergleich: Der Audi A3 1.8 TFSI (160 PS) ist ab 24.750 Euro zu haben, der Alfa Romeo Giulietta 1.4 TB Multiair (170 PS) ab 24.200 Euro, der Citroën DS3 THP 150 (156 PS) ab 20.300 Euro und der Volvo C30 T5 (230 PS) ab 27.500 Euro. Teuerster Einser ist bis auf Weiteres der 120d mit 184 Diesel-PS für 29.250 Euro.

Sebastian Viehmann, press-inform / press-inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.