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Neuvorstellung: Ford Fiesta: Weltbürgerchen

Der Kleine macht Weltkarriere: Wenn Ford auf dem Automobilsalon in Genf die neue Generation des Fiesta offiziell enthüllt, dann steckt dahinter auch ein alter Traum des US-Konzerns. Der Traum vom Welt-Auto.

Schon der Mondeo war, als er 1993 auf den Markt kam, von Ford als "Weltauto" angekündigt. Ein Auto, das auf allen Kontinenten gleichermaßen gefallen sollte. Mit dem Mondeo hat es so global dann doch nicht geklappt - und lange hat man nichts mehr gehört von der Idee eines Autos, dem man auf Asiens Straßen genauso begegnet wie in Afrika, Amerika oder Europa. Zu unterschiedlich erwiesen sich dann doch die Geschmäcker, als dass sie so ohne weiteres hätten unter eine Karosserie gebracht werden können.

Jetzt, so glauben neben Ford auch wieder andere große Hersteller, sind die Märkte endlich genügend eng zusammengerückt zum globalen Dorf, dass man es noch einmal versuchen könnte - zu verlockend ist der Gedanke, massiv Entwicklungskosten einzusparen. "Global Product Development" heißt das bei Ford. Und mit dem neuen Fiesta ist es ausgerechnet ein Klassiker, der als erstes Großserienprodukt hinausgeschickt wird in alle Welt. Seit 1976 wird der Fiesta gebaut, mehr als zwölf Millionen Exemplare sind in den über 30 Jahren vom Band gelaufen. "Er besitzt ganz klar europäische Wurzeln, wurde aber für den globalen Markt entwickelt," sagt sein Entwicklungschef Marin Burela über den neuen.

Der familienfreundliche Kleinwagen basiert in seiner Formensprache auf den Kernelementen des "Ford kinetic Designs", mit dem die Autobauer ihre europäische Produktpalette deutlich emotionalisieren wollten. Viele Gestaltungselemente wurden denn auch aus der Studie "Verve" übernommen, die Ford auf der IAA 2007 erstmals vorgestellt hatte.

Schwärmerei

Fords Presseabteilung gerät denn auch bei der Ankündigung des neuen Fiesta in kaum noch kontrolliertes Schwärmen. Da ist von "Energie in Bewegung" die Rede, die "buchstäblich greifbar" wird, von einer "optisch reichen und energiegeladenen Karosserie" mit "vollen Flächen, starken graphischen Elementen und kraftvollen Linien", die "harmonisch zusammenwirken" und "auf diese Weise einen Eindruck von Freude und Dynamik" erzeugen. Geschwärmt wird bis ins Detail - "zum Beispiel dem üppig dimensionierten und Aufsehen erregenden unteren Kühllufteinlass in Form eines gespiegelten Trapez".

Abseits des Eigenlobs aus der fordschen Marketingabteilung bleiben erst einmal der Eindruck eines sportlich und coupéhaft modern gestylten Kompakten - und nur magere Fakten und Daten. Entgegen dem Trend sind die Außenmaße beim neuen Fiesta weitgehend die gleichen wie beim alten. Reduziert wurde allerdings das Leergewicht - vor allem durch die Verwendung hochfester Stähle in besonders sensiblen Bereichen. Ergebnis ist laut Ford ein niedrigerer Verbrauch und verbessertes Abgasverhalten. Geplant ist demnach auch eine ECOnetic-Version, die weniger als 100 g/km CO2 ausstößt - heute schafft solche Werte nur der Smart in seiner kleinsten Motorisierung.

Aufgerüstet wurde auch das Sicherheitspaket. Die hochfesten Materialien sorgen auch für eine bessere Steifigkeit der Karosserie. Und innen sorgt ein umfassender Satz Airbags bis hin zum Knieairbag für den Fahrer für passiven Schutz. Von der Studie übernommen wurde innen das an der Handy-Benutzung angelehnte Bediensystem HMI mit einem zentralen Display als bestimmendem Element. Dazu kommen unter anderem ein Startknopf und auffällige rautenförmig angeordnete Bedienelemente für Heizung und Lüftung, "dessen Design an die Gestaltung avantgardistischer Duscharmaturen erinnert" (Originaltext Ford).

Reduzierte Kräfte

Beibehalten wurden die Vorderachse mit den MacPherson-Federbeinen und die Drehstabfederung der hinteren Radaufhängung - allerdings in vielen Details modifiziert. Auch das, so versicherten die Ford-Ingenieure, sorge mit für ein "in dieser Klasse überraschend niedriges Geräuschniveau". Neu in der Kleinwagenklasse ist ebenfalls die elektrisch betriebene Servolenkung E-PAS. Bei niedrigen Geschwindigkeiten reduziert sie die Lenkkräfte, wird bei Kurvenfahrten und mehr Tempo aber deutlich präziser und bietet mehr Rückmeldung.

Wenig neues bei den Motoren: Zur Markteinführung bietet Ford vier Benziner und ein Diesel-Aggregat zur Wahl. Zumindest für Europa neu ist dabei der 1,6-Liter Duratec Ti-VCT-Benziner mit variabler Nockenwellensteuerung. Bei gleichem Verbrauch wie sein 15 PS schwächerer Vorgänger leistet er 85 kW/115 PS. Bei den Benzinern listet Ford zwei weitere Benziner mit 1,25 Liter Hubraum und wahlweise 44 kW/60 PS oder 59 kW/80 PS. Plus: der 1,4-Liter-Duratec mit 66 kW/90 PS. Dazu kommt der ebenfalls schon bekannte 1,6-Liter-Duratorq TDCi-Diesel mit ebenfalls 66 kW/90 PS. Geschaltet wird der neue Fiesta wahlweise über fünf Gänge von Hand oder per 4-Gang-Automatik.

Der Zeitplan: Vorgestellt wird der neue Fiesta zusammen mit dem ebenfalls neuen Ford-Crossover Kuga auf dem Auto-Salon in Genf Anfang März. Die Produktion des Fiesta, der in Deutschland und England konstruiert und entwickelt wurde, soll Herbst 2008 im Werk Köln starten. Ein Jahr später folgt die Produktion im spanischen Werk Valencia. Bis 2010 folgen laut der Planung die Herstellung und Markteinführung in Asien und Amerika. Und auch in Afrika ist zumindest der Vertrieb geplant. Wer hätte das vom Fiesta mal gedacht: Der Kleine wird ein Weltbürger.

Jürgen Wolff / pressinform / PRESSINFORM
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.