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Neuvorstellung: Ford Mustang: Pferdeflüsterer

Das erfolgreichste Sportcoupé Amerikas freut sich über eine ordentliche Modelpflege. Doch Fords Chefetage hat derzeit andere Prioritäten - da rückt ein gelungen überarbeiteter Mustang schnell in den Hintergrund.

Peter, der bärtige Besitzer des mobilen Souvenirshops im Untergeschoss der Los Angeles Autoshow kann es immer noch nicht fassen. "Die ganze Stimmung hier - unglaublich. Dabei ist gerade der Mustang doch eine echte Legende", sagt er traurig. Es ist wenig los auf der Los Angeles Autoshow, wo der Ford Mustang seine Publikumspremiere feiert. Das sonst mehr als autobegeisterte US-Volk hat derzeit andere Sorgen. Für die Show interessiert sich dieses Jahr kaum jemand.

Hersteller wie Ford, Chrysler und GM würden die eigenen Messestände wohl am liebsten verstecken. Das hätte sich einer wie der neue Ford Mustang sicher anders gewünscht. Europäer und Asiaten trommeln hier in LA - doch Ford backt nach den jüngsten Horrormeldungen kleine Brötchen.

Bereits am Vorabend der Los Angeles Autoshow gab es im bunten Santa Monica die Weltpremiere des neuen Mustang. Das Modelljahr 2010, unter dem er ab Anfang des kommenden Jahres angeboten wird, ist kein komplett neues Auto. Doch die Veränderungen, die das Designteam rund um Doug Gaffka und George Saridakis kreiert hat, können sich sehen lassen.

Die Front klassisch wie bisher - aber einen Stich schärfer, bissiger. Und das Heck hat seine opulente Trägheit schon durch die filigraner gezeichneten LED-Leuchten verloren. Die kraftvoller gezeichnete Motorhaube mit Powerdome lässt das erfolgreichste US-Coupé der letzten Jahre im Rückspiegel bulliger und hungriger wirken.

Neues Interieur

Um Sechs- und Achtzylindermodelle besser unterscheiden zu können, haben die einen die Nebelleuchten nun in der Frontschürze (V6). Beim Achtzylinder sind die Zusatzleuchten wie beim bisherigen Pony-Package im Kühlergrill verbaut. Wie bei allen Ford-Modellen der jüngsten Generation wurden die Radhäuser weiter ausgestellt, um den Hecktriebler noch bulliger auf der Straße stehen zu lassen.

Gewonnen hat der Innenraum - obwohl die Materialien nach wie vor edler sein könnten. Zwar gibt es jetzt einen mittig platzierten Navigationsbildschirm, bequemere Sitze und geänderte Bedienmodule - doch wirklich wertig wirkt das Interieur des Modelljahres 2010 nicht.

Neben der neuen Fahrwerksabstimmung, in die Komponenten aus den Sonderserien Bullit und Shelby einflossen, ist auch die Bereifung upgedated. Serienmäßig gibt es beim V6-Basismodell 17-Zöller. Die stärkeren Versionen rollen auf 18- und 19 Zoll großen Rädern.

Dass der Tacho des V6-Basismodells bei 200 km/h endet, wird echte Sportcoupéfans ebenso negativ überraschen, wie das manuelle Fünfgang-Getriebe. Immerhin gibt es serienmäßig vier Airbags, ABS und ESP.

Kern-Pflege

"Der Mustang ist unser Kernmodell", sagt Fords Executive Vice President Mark Fields. "Bei den meisten Kunden gehört der Mustang zur Familie. Deshalb haben wir vor der Modellpflege genau hingehört. Wir wollen keine Kunden verlieren, sondern neue gewinnen."

Der mit dem Sondermodell Bullit eingeführte 4,6 Liter große Achtzylinder mit seinen 315 PS treibt nun das V8-Serienmodell an. Der Sechszylinder soll seine Gene in Europa haben und mittelfristig auf effiziente Turbotechnik setzen. Genaueres will Ford erst auf der Detroit Motorshow Mitte Januar bekannt geben.

Wenig ändern dürfte sich an den Verkaufspreisen. Trotz des coolen 60er-Jahre-Stylings und guter Fahrleistungen ist der Ford Mustang seit Jahr und Tag bekannt für sein sehr gutes Preis-Wert-Verhältnis. Jetzt geht es für das Coupé bei rund 18.000 US-Dollar los - das Cabriolet startete bei rund 23.500 Dollar.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.