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Oldtimer-Grand-Prix: Da donnert die Eifel

"Ich erinnere mich noch, als ich 1954 das erste Mal am Nürburgring war," erzählt der ehemalige Jaguar-Testfahrer Normal Dewis: "Hinter der Boxengasse war damals nur ein Zaun und die Renner fuhren uns auf der Gegengeraden fast an der Hosennaht vorbei." Der Oldtimer-Grand-Prix bringt die alten Zeiten wieder.

Der 87jährige Brite Dewis schaut immer wieder gerne beim traditionsreichen Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring vorbei und erzählt blumig von den alten Zeiten. Vor rund 50 Jahren hatte er auf dem Eifelgeschlängel Testrunden mit dem damals neuen Jaguar XK 150 gedreht. "Der 150er hatte mehr Leistung, eine viel bessere Technik als der 120er und zudem Scheibenbremsen rundum", erinnert sich Dewis, der den Serienmodellen und Rennversionen der Briten jahrzehntelang den letzten Schliff gegeben hatte. Einige der eleganten Jaguar-Cabriolets von damals gab es am Wochenende beim Oldtimer-Grand-Prix zu bewundern - neben 24-Stunden-Rennen und Formel-1-Auftritt einer der Höhepunkte des deutschen Rennkalenders.

Wieder einmal hatte das Wetter allerdings kein Einsehen mit den Motorsportfans. Von den drei avisierten OGP-Tagen blieben letztlich nicht einmal zwei. Der Freitag wurde wegen des starken Nebels komplett gestrichen. Und auch am Samstag konnte erst halb elf gestartet werden. AvD-Sprecher Johannes Hübner: "So etwas haben wir hier in 35 Jahren noch nicht erlebt." Als am Samstag Mittag letztlich doch noch die Sonne hervorlugte, kamen die Fans in Scharen, um ihre historischen Lieblinge zu bestaunen. Bei kaum einer anderen Veranstaltung in Europa zeigen sich mit über 600 Fahrzeugen derart viele Oldtimer im Renneinsatz. Fahrer und Material schenken sich nichts und kämpfen bisweilen am absoluten Limit. Wer genau hinschaute, konnte beim Grand-Prix-Masters der alten Formel-Boliden oder der Formel-Junior den Sportsgeist von einst entdecken, der dem Nürburgring über Jahrzehnte seinen legendären Ruf eingebracht hat.

Verbranntes Gummi und SuperPlus

Das Beste für die rund 65.000 Fans ist jedoch, dass beim OGP auf Absperrungen und nervige Sicherheitsmaßnahmen verzichtet wird. Im Fahrerlager und selbst in der Boxengasse sind die Fans hautnah dabei und können verbranntes Gummi und SuperPlus atmen. Der Kontakt zu den Fans ist das A und O beom OGP. Schnell geht ein zunächst lockeres Gespräch in eine tiefgründige Fachsimpelei über. Reinsetzen und Anfassen ist meist kein Problem, denn die meisten der Zuschauer haben einen eigenen Oldtimer. Doch hier hat man die Möglichkeit, in einem alten Jaguar X-Type, einem Porsche 911 RSR oder einem MG B zu sitzen. Noch exklusiver sieht es in einem Tyrell 007, einem Brabham BT42 oder einem March 761 aus. Alles ehemalige Formel-1-Renner aus Zeiten, in denen niemand an CO2 und Tempolimit auch nur dachte.

Fans im akustischen Nirwana

Besonders groß ist der Charme der historischen Formel-Junior-Wagen aus den späten 50er und frühen 60er Jahren. Lotus 22, Elva 100 oder Mallock U2 kennt heute kaum noch jemand und viele Fahrer sind fast so alt wie ihre fahrbaren Untersätze. Da ist Audi-Werkspilot Frank Stippler eine echte Ausnahme. Er kam nach langem Warten doch zu seinem Rennsportdebüt im 50 Jahre alten Maserati 250F. Der 32-jährige war nach seinem Rennen beeindruckt: "Der Maserati beschleunigt wie ein modernes Auto, aber das Brems- und Lenkverhalten ist abenteuerlich." Stippler beteiligte sich mit dem Frontmotor-Formel-1 am 50-jährigen Jubiläum des Siegs von Juan Manuel Fangio auf dem Nürburgring. Deutlich lauter als in den 50er Jahren ging es in den 70ern zu. Der Supersportscup brachte die PS-stärksten Boliden auf den Nürburgring. Ein Rennen mit Modellen wie dem Sauber C5, einem March 75S oder einem McLaren M8F übt auf die Besucher des Oldtimer-Grand-Prix Jahr für Jahr einen ganz besonderen Reiz aus. Mit ohrenbetäubendem Lärm donnern die bis zu 850 PS starken Boliden über Start-Ziel - und die Fans ins akustische Nirwana.

Pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.