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Renault Espace: Raumschiff auf Tour

Vans haben ein Problem. In Zeiten von geräumigen und hippen SUVs teilen sie das Schicksal der großen US-Kombis in den späten 70er Jahren: Sie sind plötzlich uncool. Gegen den Zeitgeist kämpft der aufgefrischte Renault Espace.

Vor allem junge Käufer wollen keine Autos fahren, in denen man schon als Kind mit nervenden Geschwistern, Sack und Pack in den Urlaub gezottelt ist. Im schwächelnden Van-Segment ist der Renault Espace die meistverkaufte Großraumlimousine Europas. Mit einem Facelift und neuen Dieselmotoren schicken die Franzosen ihren Raumkreuzer in die Schlacht gegen die Marktführer Carnival, Voyager und Galaxy. Die Retuschen an der Karosserie sind überschaubar. Die Scheinwerfer wurden überarbeitet und verlaufen spitz nach oben wie die Ohren von Mr. Spock. Schmalere Stoßfänger und ein Kühlergrill mit zwei statt drei Lamellen bringen ein winziges Plus an Eleganz.

Komplette Motorenpalette mit neuem Diesel

Reichlich Auswahl hat man bei den Ausstattungsvarianten. Sie reichen von der Basisversion Authentique über die Versionen Expression, Dynamique und Privilège bis zur Luxusversion Initiale. Nicht weniger als acht Motoren stehen für den Fronttriebler bereit. Los geht es mit dem 2.0-Liter Vierzylinder mit 136 PS und Sechsgangschaltung, gefolgt vom 2.0 Turbo mit 170 PS. Ihn gibt es mit Sechsgangschaltung oder Fünfgangautomatik. Besser zu Renaults Raumgleiter passen die sparsamen Dieselmotoren. Der kleine 1.9 dCi mit 120 PS und Sechsgangschaltung ist mit 5,9 Litern Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometern der sparsamste Espace. Er ist jedoch ebenso wie der Espace 2.2 dCi FAP mit 139 PS und Automatik für zügiges Reisen etwas schwach auf der Brust. Einen nahezu perfekten Motor für den Espace haben die Franzosen mit dem neuen 2.0-Liter dCi FAP geschaffen. Das Aggregat leistet wahlweise 150 oder 173 PS. Das maximale Drehmoment von 360 Nm liegt in der stärkeren Variante schon bei 1.750 Umdrehungen an. Beim Gasgeben reagiert der kraftvolle Diesel so prompt wie Enterprise-Chefingenieur Scotty auf Captain Kirks Kommandos.

Auch beim wichtigen Spurt von 80 auf 120 Km/h stellt der Motor genügend Reserven zur Verfügung und sorgt für angstfreie Überholmanöver. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 204 Km/h (150 PS: 194 Km/h). Der Durchschnittsverbrauch liegt bei bescheidenen 7,6 Litern, selbst bei zügiger Fahrweise bleibt er unter 9 Litern. Leider gibt es die neuen Diesel zurzeit nicht mit Automatik. Ein 181 PS starker Sechszylinder-Diesel mit 3.0-Liter-Motor und neuer Sechsgang-Automatik soll in Kürze verfügbar sein. Partikelfilter sind nur bei den neuen 2.0-Liter Motoren und dem 2.2-Liter Automatik serienmäßig an Bord.

Gleiten statt Rasen

Reisen im Espace ist weniger Fahren als vielmehr angenehmes Dahingleiten. Das Fahrwerk mit seinen hydroelastischen Gelenken ist perfekt auf Komfort abgestimmt, ohne schwammig zu sein. Mit 1.600 Euro lässt sich Renault das elektrische Panorama-Schiebedach mit Infrarot-Schutzglas bezahlen, auf das man nach der ersten Überlandfahrt bei schönem Wetter nur ungern verzichten würde. In schnellen Kurven sorgt das ESP mit Untersteuerungskontrolle für Fahrstabilität, das ebenso wie eine Antriebsschlupfregelung und ABS serienmäßig ist. Etwas Eingewöhnung braucht man zum Einparken des Luxuskreuzers, da zwischen der Sitzposition des Fahrers und dem Ende der Motorhaube unendliche Weite liegen. Die geteilte A-Säule mit den zwei schmalen Streben sorgt immerhin für einen guten Überblick zu den Seiten. Die hintere Einparkhilfe ist bei den Modellen Dynamique, Privilège und Initiale serienmäßig.

Französisches Interieur

Der Innenraum hat sich bis auf eine durchgehend zweifarbige Gestaltung nicht verändert. So ist auch beim gelifteten Espace der erste Eindruck: Wo bitte sind die Knöpfe? Das riesige Armaturenbrett ist klinisch rein wie die Flure der Enterprise, Renault hat alle Bedienungselemente an andere Ecken verteilt. So wird die Beleuchtung Franzosen-typisch über ein Kombiinstrument am Lenkrad gesteuert, das Bedienfeld für Lüftung und Klimaanlage befindet sich vorn in der Armlehne der Fahrertür. Fahrer und Beifahrer können unabhängig voneinander über einen Regler in der Tür die Temperatur in ihrem Bereich wählen. Manchmal allerdings übertreibt es Renault mit dem Versteckspiel auf der Kommandobrücke. So befinden sich die Schalter für die elektronische Parkhilfe, das ESP und der Tempomat-Hauptschalter weit links unter dem Lenkrad und lassen sich kaum betätigen, ohne den Verkehr kurz außer Acht zu lassen.

Wie immer riesig

In Sachen Platz wurde der große Franzose seinem Namen schon immer gerecht. Knie- und Kopffreiheit haben alle Espace-Passagiere reichlich. Die hinteren Sitze lassen sich herausnehmen und auf Schienen stufenlos verschieben. Diese Variabilität hat allerdings ihren Preis: Der Espace hat im Fond einen durchgehend flachen Fußraum, so dass Erwachsene stets mit leicht angewinkelten Knien Reisen müssen. Große Familien freuen sich darüber, dass sich im breiten Espace-Fond mit Dreipunktgurten auf allen Plätzen drei Kindersitze nebeneinander anbringen lassen. Der Kofferraum mit serienmäßigem Gepäcknetz fasst 650 Liter (Siebensitzer: 291 Liter) und hat eine angenehm niedrige Ladekante. Bei entfernten Sitzen steigt das Volumen auf 2860 Liter.

Das Ticket für Renaults Raumschiff kostet zwischen 25.900 Euro (Basismodell Authentique mit 2.0-Liter Benziner) und 47.300 Euro (Initiale mit 3.5-Liter V6-Motor). Als Grand Espace kostet der Wagen jeweils 1500 Euro mehr. Einen guten Kompromiss zwischen Motorleistung, Ausstattungskomfort und Preis bietet der Espace in der Privilège-Ausstattung mit dem 2.0-Liter-Diesel für 36.400 Euro (150 PS) bzw. 37.500 Euro (173 PS).

Sebastian Viehmann; Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.