Renault Maxi-Modus


...und die Größe zählt doch! 16 Zentimeter machen aus dem Renault Modus einen Grand Modus. Dieser bietet nun endlich jene Platzverhältnisse, die man von einem Mini-Van erwartet.
Von Michael Specht

Der erste Schuss ging nach hinten los. Das gibt Renault ohne Umschweife zu. Mit dem Modus, der Ende 2004 das junge Segment der Minivans bereichern sollte, war man alles andere als zufrieden. Zwar gefiel das Design, doch zunehmend beklagten die Kunden den wenigen Platz fürs Gepäck. So konnten die Franzosen in Deutschland bis heute nicht mehr als 60.000 Modus absetzen. Das Ziel lag doppelt so hoch. Nun soll alles besser werden.

Mit mehr Blech und ein paar optischen Retuschen, im Fachjargon "Facelift" genannt. Den neuen Modus gibt es fortan (Markteinführung ist der 18. Januar 2008) in zwei Karosserievarianten. Einen "normalen" (3,76 Meter lang) und einen Grand Modus, dessen Radstand gestreckt und Kofferraum vergrößert wurde. Sein Maß: 4,03 Meter. Nach Grand Espace und Grand Scénic also jetzt Grand Nummer 3, Grand Modus.

Schon beim Einstieg hinten wird klar, das Ziehen in die Länge hat gelohnt. Wird die Rücksitzbank mit den maximal möglichen 15 Zentimeter zurückgeschoben, stoßen auch die Knie Großgewachsener nicht mehr in die Lehnen der Vordersitze. Kopffreiheit ist eh genügend vorhanden. Das sieht man dem Modus schon von außen an. Im Kofferraum bleibt sogar noch Platz für 305 Liter Gepäck. Wandert die Bank in die vorderste Position, sind es üppige 415 Liter. Das reicht für den Wochenendausflug oder auch locker als Liegeplatz (102 x 82 Zentimeter) für den Hund. Vorausgesetzt, das Tier überspringt die 62 Zentimeter hohe Ladekante.

Falten der Sitzbank wie früher beim R4

Soll der Grand Modus mit zum Ikea-Einkauf, wird’s allerdings knapp. Denn Renault hält bei der Variabilität noch immer an einem Prinzip fest, das vor über 40 Jahren schon der legendäre R4 besaß: Lehne umklappen und die gesamte Bank nach vorn kippen. So steht sie senkrecht hinter den Vordersitzen, was wertvolle Nutzfläche verschenkt. Es gibt Konkurrenten in dieser Klasse, da lässt sich alles flach im Boden versenken. Mehr als 1,27 Meter Ladetiefe sind damit auch beim Grand Modus nicht drin. Als Maximal-Volumen gibt Renault 1454 Liter an.

Welche Motorisierung in Frage kommt, hängt vom Einsatz im Alltag und natürlich vom Geldbeutel ab. Im Testwagen steckte der 1,2-Liter-Turbo-Benziner mit 100 PS. Für die Stadt ist dies zu viel, zumal der Verbrauch an die neun Liter gehen dürfte. Schon im gemischten Fahrbetrieb zeigte der Bordcomputer 7,9 Liter an. Laut EU-Zyklus sollen es 5,9 sein. Besser ist da sicher die kleine 75-PS-Version. Oder der Diesel. Doch macht der Selbstzünder, so ruhig er auch läuft, nur Sinn für Leute, die wirklich viel unterwegs sind. Ansonsten fährt man den hohen Aufpreis über Jahre nicht wieder herein.

ESP bestellen nur fünf Prozent

Die Ausstattungsversionen beim Grand Modus hat Renault auf zwei reduziert. Sie heißen Authenique und Dynamique. Während letztere (Preis: ab 15 450 Euro) wenigstens über Zentralverriegelung, Klimaanlage, höhenverstellbaren Fahrersitz, CD-Radio und Kopfairbags verfügt, kommt der Authenique-Modus recht nackt daher, kostet allerdings auch 2500 Euro weniger.

ESP gibt es ab Werk nur beim stärksten Benziner und Diesel, sonst beträgt der Aufpreis 500 Euro. Für den kleinsten Diesel ist das Sicherheitssystem gar nicht zu bekommen. Ein Manko, wie einige Automagazine bisweilen behaupten. Renault sagt: "Wir wollen es dem Kunden überlassen zu entscheiden, ob er ESP haben möchte." Wie viele Modus-Käufer wirklich danach fragen, weiß Florian Hüttl, Leiter des Produkt-Marketing bei Renault. "Die Bestellquote lag bisher bei unter fünf Prozent."


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