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Saab 9-3 1.9 TiD SportCombi: Skandinavisch klar

Ein neues Gefährt für die Familie muss her? Schmuck und nicht alltäglich - ohne gleich zu protzen? Klingt nach Saab. Die Schweden sehen sich besonders mit dem 9-3 SportCombi als Edelmarke der Mittelklasse.

Die Autos aus dem Land der Elche, Rentiere und der Selbstbaumöbel stehen von jeher für Individualismus und Kult - und die Kombis aus dem nordischen Königreich bestechen obendrein durch ihre überaus gefällige Optik. Doch wie viel Individualität und Wertigkeit ist nach Jahren der Ehe mit General Motors noch übrig? Schon in der Namensgebung wird Understatement deutlich: Mittelklassekombis heißen einfach 9-3 SC - SportCombi. Klare Linien, große Flächen und eine deutliche Keilform geben dem schwedischen Familiengefährt seine unverwechselbare und durchaus sportliche Optik. Die nach hinten ansteigende Schulterlinie mündet in ein knackiges Heck mit tief heruntergezogenen weißen Mattglas-Rücklichtern, serienmäßig mit Leuchtdioden bestückt. Unverändert und typisch auch die Frontpartie mit dreigeteiltem Kühlergrill und großen Klarglasschweinwerfern, beim Saab 9-3 1.9 TiD SC Vector serienmäßig mit Bi-Xenon-Lampen bestückt.

Das aktuelle Facelift des Saab 9-3 ist mehr den inneren Werten gewidmet: Motor und Innenausstattung. Schon nach dem ersten Blick hinterlässt der Innenraum einen überzeugenden Eindruck: Statt des bisherigen lieblosen Interieurs ohne Konturen wird das Auge von einem mehrteiligen Armaturenbrett mit verschiedenen Oberflächen und Farbtönen verwöhnt, gekrönt durch eine Chromzierleiste um das Cockpit. Die Instrumente haben Chromringe und sanfte Grüntöne mit roten Zeigern. Unverändert überflüssig das so genannte "Nightpanel" - im aktivierten Zustand wird lediglich der Tacho bis zur 140-Marke illuminiert, der Rest ist dunkel und aktiviert sich je nach Bedarf nur für die erforderliche Zeitspanne. Das soll bei Nachtfahrten Auge und Nerven schonen. Glaubt man bei Saab.

Gelungener ist die neue Gestaltung der Mittelkonsole: Statt bisher - von Mathematiklehrern gezählte - 92 Regler und Knöpfe geben nun ein gutes Dutzend Bedienelemente aus dem GM-Konzernregal den Insassen die Macht über Temperatur, Navigation und Unterhaltung. Sehr gut platziert sind auch die serienmäßigen Bedienelemente des Lederlenkrades - passend dazu gibt es serienmäßig komfortable Teilledersitze mit gutem Seitenhalt und einen Lederschaltknauf. Dass die Klimaanlage nun auch Opel-typisch alle Einstellungen behält, ist durchaus erwähnenswert. Die Platzverhältnisse sind für einen 4,65 Meter langen Kombi ordentlich. Auch auf den hinteren Plätzen haben zumindest zwei Erwachsene genügend Kopf-, Bein- und Ellenbogenfreiheit. Kinder können sich sogar zu dritt noch über viel Platz im Fond freuen. Nicht ganz so üppig ist der Kofferraum mit 419 Litern bemessen. Dafür hat er jedoch einen ebenen Ladeboden und eine niedrigere Ladekante. Der Opel Vectra Caravan aus gleichem Konzern bietet hier mit 530 Litern deutlich mehr Platz fürs Urlaubsgepäck.

Sportlich-straff abgestimmte Fahrwerk

Insgesamt ein stimmiger Innenraum mit gelungenem Design und angenehmer Haptik - so eingestimmt freut man sich unwillkürlich auf den Dreh am Zündschlüssel. Doch wo ein kerniger Sound a la Saab 900 T Ohren und Herz erfreuen sollte - oder wenigstens ein Schnurren wie beim Vectra 1.9 CDTi - ertönt ein Nageln aus dem Motorraum, dass an frühe Stuttgarter oder Wolfsburger Dieselexperimente erinnert: Im Saab 9-3 1.9 TiD werkelt der bekannte Commonrail-Diesel aus der Liaison von Opel und Fiat. Der Vierzylinder besticht zwar mit einer Leistung von 150 PS und einem Drehmoment von 320 Newtonmetern, ist aber in jedem Drehzahlbereich entschieden zu laut. Der durchschnittliche Durst lag im Praxistest bei 7,7 Litern pro 100 Kilometern. Zwar zwingt diese Leistungsentfaltung des Motors auch zum häufigen Schalten - aber das macht wiederum Spaß.

Das Sechsgang-Getriebe gleitet präzise und leicht durch alle Gänge, lediglich die Übersetzung der hohen Gänge ist etwas zu lang geraten und zwingt auf langen Autobahnsteigungen zum Herunterschalten. Dafür bietet das Fahrwerk keinen Anlass zur Kritik - obwohl Schwedens Straßen mit endlosen Geraden gesegnet sind, haben die Ingenieure der königlichen Flugzeugwerke an ihre Kunden in Südfrankreich oder den Alpenländern gedacht, die sich mit Serpentinen, Passstraßen und Waldwegen abmühen müssen. Störend sind jedoch die Antriebskräfte im Lenkrad. Das sportlich-straff abgestimmte Fahrwerk macht dem Namen "SportCombi" alle Ehre - ohne unkomfortabel zu wirken. Eine mitlenkende Hinterachse - von Saab "ReAxs-System" genannt - und diverse andere Feintuning-Maßnahmen gestalten das Handling trotz dynamischer Fahrweise absolut problemlos. Und für die kleinen Fahrfehler gibt es die elektronischen Sicherheitsmechanismen wie elektronisches Stabilitätsprogramm, sowie Antiblockiersystem mit Bremsassistent und Kurven-Bremskontolle.

Akzeptabler Kompromiss zwischen Eigenständigkeit und Technik

Die Sicherheitsausstattung ist - wie von Saab gewohnt - ausgezeichnet. Rundherum adaptive Airbags, aktive Kopfstützen vorn, Gurtstraffer, ISOFIX-Kindersitzbefestigungen, elektrisch einstell- und heizbare Außenspiegel und Nebelscheinwerfer lassen kaum Wünsche offen. Ebenso vollständig ist die Grundausstattung mit Bordcomputer, Gepäcknetze, Mittelarmlehne hinten, elektrischen Fensterhebern, CD-Soundsystem und Klimaanlage. Der Saab 9-3 1.9 TiD SportCombi "Vector" bietet für 31.950 Euro ein akzeptablen Kompromiss zwischen Eigenständigkeit und Technik. Dass der Regensensor für die Scheibenwischer 105 Euro kostet, mag man ja noch verschmerzen - 155 Euro für die Komfortschaltung der elektrischen Scheibenheber vorn jedoch nicht. Da mutet das "Comfort-Paket 2" für 1245 Euro schon fast günstig an - dafür gibt es immerhin anklappbare Außenspiegel, Innen- und Außenspiegel mit automatischer Abblendvorrichtung, Tempomat, Parking Assistance, Bordcomputer und Glas-Hubschiebedach sowie Komfortschaltung und Regensensor. Gut investiert sind 1.455 Euro für Xenon-Scheinwerfer im "Premium-Paket", das außerdem noch elektrisch einstellbare Vordersitze mit Memory-Funktion bietet. Zum Vergleich: Der Opel Vectra Caravan Cosmo 1.9 CDTI kostet mit ähnlicher Ausstattung 33.410 Euro. Das Opel-Komfort-Paket für 1500 Euro bietet nur Xenon-Scheinwerfer und Tempomat, dafür aber adaptives Kurvenlicht.

Pressinform / PRESSINFORM
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.