Skoda Praktik 1.4 16V Praktischer Purist


Skoda hat den Familienlaster Roomster mit wenigen Handgriffen in das Gewerbemobil Praktik verwandelt. Zum Kampfpreis tritt der Kasten-Van gegen VW Caddy, Opel Combo oder Renault Kangoo Rapid an.

Für Handwerker, Bäcker und Apotheken-Lieferanten muss es nicht immer gleich der große Laster sein. Kompakte Kastenwagen reichen für viele Transportbedürfnisse völlig aus. Škoda drängt nun mit seinem Praktik auf einen Markt, der bereits dicht besiedelt ist: VW Caddy, Renault Kangoo Rapid, Opel Combo, Peugeot Partner oder Fiat Doblò heißen die Konkurrenten.

Dafür war der Entwicklungsaufwand des neuen Skoda überschaubar: Der Praktik basiert auf dem Familienauto Roomster. Die seitlichen Türen unterscheiden sich von den Roomster-Pforten nur dadurch, dass statt Scheiben Bleche vorhanden sind. Hinten gibt es eine normale Heckklappe, die nach oben öffnet. Der Laderaum ist vom Fahrerabteil durch eine verstellbare Wand mit Schutzgitter abgetrennt.

Die enge Verwandtschaft zum Roomster bringt leider aber auch ein paar Nachteile mit sich. So sind im Lieferverkehr, bei dem das Parken in zweiter Reihe und das Verladen sperriger Gegenstände zum Alltag gehören, Schiebetüren einfach praktischer. Damit kann der Praktik aber nicht dienen. Außerdem ist die hintere Ladekante mit mehr als 60 Zentimetern deutlich höher als zum Beispiel beim Renault Kangoo. Während der Fahrt stört die geschwungene B-Säule des Praktik. Sie erschwert beim Spurwechsel die Übersicht nach hinten.

Leichtgängiges Fünfgang-Getriebe

Der zwei Quadratmeter große Laderaum des Skoda ist 1,43 Meter breit (1,02 Meter zwischen den Radkästen) und 1,13 Meter hoch. Der tschechische Lastesel hat Platz für 1,9 Kubikmeter Ladung bei einer maximalen Nutzlast von 565 Kilogramm. Das ist nicht besonders üppig - der Caddy zum Beispiel bringt es auf mindestens 612 Kilogramm Nutzlast und 3,2 Kubikmeter Stauraum, der Kangoo Rapid auf 2,75 Kubikmeter. Als Motorisierung stehen für den Praktik ein von Skoda entwickelter Dreizylinder-Benziner mit 70 PS sowie zwei Aggregate aus dem VW-Regal zur Verfügung (1.4 16V mit 86 PS und 1.4 TDI mit 70 oder 80 PS). Geschaltet wird bei allen Motoren mit einem sehr leichtgängigen Fünfgang-Getriebe.

Wir sind den 1.4 16V gefahren. Der Motor ist für die City ausreichend - bei höheren Geschwindigkeiten aber ziemlich zäh und träge. Der Praktik beschleunigt in 13 Sekunden auf 100 km/h und verbraucht im Schnitt 6,8 Liter pro 100 Kilometer. Mit dem 1.4 TDI wird der Škoda zum Sparbrötchen (Durchschnittsverbrauch 5,3 Liter), aber auch zur Wanderdüne (Beschleunigung von 0 auf 100 in 16,5 Sekunden). Das Fahrverhalten ist durchweg unproblematisch, die Federung nicht zu hart. Der Innenraum des Praktik ist einfach gehalten, aber solide verarbeitet und durchaus bequem. Statt eines Handschuhfachs gibt es zwei kleine offene Fächer, außerdem sind mehrere Flaschenhalter an Bord.

Abgespeckte Austattung

Die Ausstattung ist im Vergleich zum Roomster deutlich abgespeckt. Servolenkung, Zentralverriegelung und vier Airbags sind serienmäßig. Nebelscheinwerfer, elektrische Fensterheber, Klimaanlage oder ein höhenverstellbarer Fahrersitz kosten Aufpreis. Auch ESP gibt es nur als Option - aber das ist in dieser Fahrzeugklasse ja immerhin etwas. Für 549 Euro gibt es wie schon beim Roomster ein Navigationssystem von Michelin, das mit einer eigenen Konsole zur Befestigung und Stromversorgung zwischen A-Säule und Lenkrad montiert ist.

Skoda Kleintransporter ist ab 11.888 Euro zu haben. Der 1.4 16V kostet 12.840 Euro. Damit ist der Praktik günstiger als viele seiner Konkurrenten. Die Basisversion des Renault Kangoo Rapid zum Beispiel gibt es mit einem 1,2-Liter Benziner (75 PS) erst ab 13.149 Euro. Der günstigste VW Caddy kostet mit einem 1,4-Liter Benzinmotor (90 PS) 15.416 Euro. Einen Opel Combo (1.4 Benziner, 90 PS) bekommt man ab 13.726 Euro. Das teuerste Modell des Skoda Praktik ist der 1.4 TDI mit 80 PS und Partikelfilter (15.220 Euro).

Ultimativer Preisbrecher

Der wohl ultimative Preisbrecher unter den kleinen Kastenwagen kommt aber erst noch auf den Markt. Die Renault-Tochter Dacia will nämlich die Kasten-Version des Logan MCV demnächst auch in Deutschland anbieten. Der Logan Van hat Platz für 2,5 Kubikmeter Ladung - und dürfte weniger als 10.000 Euro kosten.

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