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Subaru Legacy Kombi 3.0: Premium-Premiere

"Die vierte Generation des Legacy schreibt das Etikett 'Premium' noch deutlicher auf die Subaru-Fahnen", steht im Pressetext zum neuen Legacy. Das ist nicht nur übertrieben, sondern schlicht falsch. Genauer gesagt ist der neue Legacy der erste Subaru, der sich "Premium" aufs Winkelement schreiben darf.

"Die vierte Generation des Legacy schreibt das Etikett 'Premium' noch deutlicher auf die Subaru-Fahnen", steht im Pressetext zum neuen Legacy. Das ist nicht nur übertrieben, sondern schlicht falsch. Genauer gesagt ist der neue Legacy der erste Subaru, der sich "Premium" aufs Winkelement schreiben darf. Bislang stand da immer "sonderbar" drauf.

Kann der neue Legacy mit der Konkurrenz mithalten?

Bevor eingefleischte Subaru-Fans zur Briefbombe greifen, eine ganz wichtige Einschränkung: Brüder, ich bin einer von Euch! Automobile Erfüllung kann es nur in einem Wagen mit Boxermotor geben, ganz klar. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Ding vorne oder hinten eingebaut ist. Bei Porsche ist sogar der Zündschlüssel "Premium", bei Subaru war's bislang nicht einmal das Navigationssystem. Mit Schaudern erinnere ich mich an den letzten Test-Impreza, in dem der Bildschirm des elektronischen Fährtenlesers mit zwei groben Schrauben auf dem Armaturenbrett verankert war. Dann doch lieber der gute alte Straßenatlas...

Schuld an der Premium-Lachnummer ist Jens Becker, Chef von Subaru-Deutschland. Er trat vor etwas mehr als zwei Jahren die PR-Flucht ins Luxus-Segment an. Keine schlechte Idee. Dumm nur, wenn man Autos baut, die aussehen, als habe man einen Performance-Künstler als Chefdesigner.

Neue Pinsel zeichnen gut

Damit ist inzwischen Schluss. Seit fast einem Jahr schwingt Andreas Zapatinas bei Subaru den Pinsel und versucht, den biederen Japanern ein Gesicht ins Blech zu schneiden. Wie das geht, hat er bei Alfa Romeo gelernt. Der neue Legacy ist weit mehr als nur eine Arbeitsprobe des Italieners. Er ist ein Neuanfang.

"Das soll ein Subaru sein? Wahnsinn!" Normalerweise lässt sich der Mann an der Einfahrt zur Verlags-Tiefgarage kaum aus der Ruhe bringen. Porsche, Mercedes, BMW - er hat ihnen allen schon die Schranke geöffnet. Beim Legacy bleibt der Balken unten. Über dieses Auto muss gesprochen werden. Boxermotor? Natürlich. Allrad? Klar. Läuft gut? Und wie! Teuer? Eigentlich nicht. Anerkennender Augenbrauen-Aufschlag, Schranke hoch, schönen Tag noch.

Technische Daten

Motor

Sechszylinder-Boxermotor

Hubraum

3.000 ccm

Leistung

245 PS / 180 kW

Länge/Breite/Höhe

4.720/ 1.730/ 1.470 Millimeter

Leergewicht

1.520 Kilogramm

Schaltung

Fünfgang-Automatik

0-100 km/h

8,4 Sekunden

Höchstgeschw.

237 km/h

Durchschnittsverbr.

9,8 Liter (Werksangabe)

Testwagenpreis

41.300 Euro

Design-Nachschub

Die Neugier ist nicht verwunderlich. Der Kombi steht optisch so gut im Futter wie bisher kaum ein Subaru. Der breite Kühlergrill mit der ausgebreiteten Chrom-Schwinge wirkt selbstbewusst. Die großen Klarglas-Scheinwerfer sind zu den Kotflügeln hin nach unten abgesetzt. Markant: die üppigen Lufteinlässe im vorderen Stoßfänger. In der Seitenansicht dominieren große Glasflächen und 17-Zoll-Aluräder. Die abfallende Dachlinie lässt den Japaner trotz seiner 4,7 Meter Länge sportlich kompakt wirken. Am Heck erinnern die beiden chromfarbenen Auspuffendrohre daran, dass man es immerhin mit dem Legacy-Topmodell zu tun hat. Was fehlt: ein echter Hingucker. Der Subaru-Hintern ist fast schon zu beliebig.

Top-Modell, top Ausstattung

Den gibt's dafür im Innenraum. Wo sich bisher diverse Stilrichtungen und Materialien tummelten, locken jetzt schickes Leder, Wurzelholz und hochwertige Softlack-Oberflächen. Über der breiten Mittelkonsole thront ein beeindruckender Farbbildschirm, über den sich Navigationssystem, Klimaanlage und Bordcomputer steuern lassen. Bei europäischen Fahrzeugen beinahe unbekannt: das Display ist ein Touchscreen, alle Funktionen werden per Fingerdruck auf die Bildschirmoberfläche ausgelöst. Aufpreis kostet das Technik-Paket nicht. Im Top-Legacy ist so ziemlich alles mit an Bord, was bei der Konkurrenz gut und teuer ist: Multifunktionslenkrad, Tempomat, sechsfach CD-Wechsler, Sitzheizung, vier Airbags und ein riesiges Panorama-Schiebedach.

Feiner Innenraum

Es gibt nicht viel zu tun, um sich im Legacy wohl zu fühlen. Die Ledersitze sind üppig dimensioniert und bieten vor allem im Schulterbereich erstaunlich viel Seitenhalt. Hinzu kommen große Verstellbereiche, mit denen auch Menschen mit Baskettballer-Abmessungen zu Recht kommen sollten. Schade nur, dass das Lenkrad nur in der Höhe verstellen lässt.

Die Spritztour kann kommen. Und mit ihr jede Menge Mitfahrer und Gepäck. Auf der hinteren Sitzbank lassen sich drei Erwachsene ausgesprochen bequem unterbringen. Im Kofferraum bleibt dabei Platz für 459 Liter Gepäck. Wer ohne Passagiere unterwegs ist, kann bei umgelegten Rückenlehnen üppige 1.628 Liter einplanen. Da darf dann schon mal die Waschmaschine mit.

Zeiger-Zirkus

Als Ausgangspunkt für die erste Spritztour empfiehlt sich eine Tiefgarage. Alternativ tut's auch ein düsterer Winterabend. Der Grund liegt hinter dem Lenkrad. Also, Zündschlüssel ins Schloss, eine kurzer Dreh und schon erwacht der große Japaner zum Leben. Sehr effektvoll, natürlich. Die klassischen Rundinstrumente sind von hinten beleuchtet und schimmern in kräftigem Rot und zarten Blautönen. Kurz vor der Zündung schnellen die roten Zeiger blitzartig nach rechts und signalisieren damit ihre volle Einsatzbereitschaft. Das kennt man von schnellen Motorrädern und will es schnell nicht mehr missen.

Der eigentliche Startvorgang verläuft reichlich unspektakulär. Der Sechszylinder-Boxer nimmt mit einem leichten Vibrieren seine Arbeit auf und schnurrt anschließend wie ein ausgiebig gekraulter Stubenkater. Mit einem stumpfen "Klock" rastet der Wählhebel der Fünfgang-Automatik auf die Position "D" und wenige Augenblicke später rollt der Subaru langsam an. Nach den ersten verhaltenen Metern wird schnell klar: Unter der Motorhaube gibt es viel zu entdecken.

Viel Drehzahl, viel Leistung

Kraft im Überfluss, zum Beispiel. Und einen chartverdächtigen Sound. Leider aber auch ein ausgiebiges Leistungs-Loch. Der Subaru will gefahren werden, da passen Ampel-Aufenthalte nicht ins Konzept. An der Verkehrsregelanlage muss man im Subaru-Cockpit Abstriche machen. Nennenswertes Drehmoment liegt erst jenseits von 2.000 Umdrehungen an. Darunter gibt's nur Leistungs-Schmalkost. Ist die Durststrecke überwunden, legt der Legacy los wie die Feuerwehr. Der Boxer sorgt bis zu einer Drehzahl von 6.600 Umdrehungen für reichlich Drehmoment und hält sich dabei auch akustisch nicht zurück. Das Kraftwerk brummt wie ein Schwarm wilder Hornissen.

Probleme, die Kraft auf die Straße zu bringen, scheint der Subaru nicht zu kennen. Vor allem in schnellen Kurven ist der Legacy der Konkurrenz überlegen. Die vier breiten Niederquerschnittsreifen krallen sich in den Asphalt und teilen die Kraft unter sich auf. Das bringt Sicherheitsreserven und schnell Allmachtsgefühle. Allerdings ist auch ein Subaru machtlos gegen physikalische Gesetzmäßigkeiten. Mit etwas Glück und elektronischer Unterstützung bleibt die fahrerische Selbstüberschätzung ohne Folgen. VDC ("Vehicle Dynamic Control") heißt Subarus Schleuderverhinderer, der dem Legacy vorbehalten bleibt.

Harte Federung

Eine nicht ganz so sichere Hand haben die Subaru-Entwickler bei den Federn und Dämpfern gezeigt. Bei seinem sportlichen Outfit würde kaum jemand vom Legacy Sänften-Qualitäten erwarten, ein gewisser Federungskomfort muss aber sein. Der geht dem Subaru vor allem bei kurzen Schlägen ab. Die reicht das Fahrwerk trocken an die Bandscheiben der Passagiere weiter. Autsch!

Leidensfähigkeit ist auch bei der Fahrt zur Tankstelle gefragt. Die Sprit-Oasen sind zwar im DVD-Navigationsystem des Legacy verzeichnet, von der jungen Dame in der Elektronik allerdings kaum zu finden. Gerne lotst sie einen mehrmals am angepeilten Zielort vorbei, nur um wenig später wieder die gleiche Route einzuschlagen. Das ist dem Benzinverbrauch nicht förderlich. Der Legacy gönnt sich laut Werksangaben 9,8 Liter Super. Bei unseren Tests ging es allerdings nicht unter elf Litern.

Fazit

Na bitte, es geht doch. Bei aller Begeisterung für die bisherigen Subarus: Vergleichbar mit den Modellen der großen Autobauer waren die Japaner nicht. Der Legacy nimmt diese Hürde mit Bravour. Stimmiges Design, solide Verarbeitung und eine mehr als komplette Serienausstattung machen den neuen Subaru zur echten Alternative in der Mittelklasse. Für 41.300 Euro gibt's auch einen Passat, allerdings nur mit wesentlich schlechterer Aussattung. Was fehlt, sind Kleinigkeiten und ein kräftiger Diesel. Der ist aber leider noch nicht in Sicht.

Jochen Knecht

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.