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Technik: Neue Powerdiesel: Bissig und bescheiden

Auch wenn die Benziner mit Turbo- und Kompressorpower derzeit eine sanfte Wiederauferstehung feiern, machen doch die Selbstzünder weiter Druck. Die neuen Diesel-Motoren sind bärenstark und sparsam zugleich.

Bestes Beispiel war vor zwei Jahren der erste Registerturbo aus dem Hause BMW. Dank doppelter Turboaufladung und maximaler Leistungsausnutzung machte der 286 PS starke Commonrail-Diesel sogar die Achtzylinder-Diesel überflüssig.

Jetzt kommt die ambitionierte Nachhut.

Auf Aufsehen sorgt in erster Linie der neue Sechszylinder-Diesel von Jaguar. Aus dem sanft laufenden, aber etwas dünnen 207-PS-Selbstzünder mit seinen 2,7 Litern Hubraum entwickelten die Briten in den letzten zwei Jahren ein wahres Hightech-Aggregat mit mächtiger Leitung und zaghaftem Durst. Aus nun drei Litern Hubraum holt der V6-Selbstzünder Dank doppelter Aufladung 202 kW/275 PS und ein maximales Drehmoment von 600 Nm.

Der Jaguar XF soll sich trotz der beeindruckenden Leistungsdaten mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,8 Litern Diesel auf 100 Kilometern begnügen. Der im Motorenwerk Dagenham bei London produzierte Motor beschleunigt ihn von 0 auf Tempo 100 in 6,4 Sekunden und ermöglicht eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

Wer etwas weniger möchte, der kann sich auch für den kleinen Bruder entscheiden. Das nahezu identische Triebwerk leistet Dank leicht geänderter Motorelektronik 177 kW/240 PS und 500 Nm. Gekoppelt sind beide Triebwerke mit der bekannten Sechsstufen-Automatik aus dem Hause ZF. Der neu Sechszylinder soll ab Ende des Jahres auch die Modelle der Schwestermarke Land Rover antreiben, wo er neben Discovery III auch Range Rover und Range Rover Sport bestückt.

In dieser Leistungsklasse bieten auch Audi und BMW neue Dreiliter-Triebwerke an. Jeweils mit drei Litern Hubraum und 240 (Audi) bzw. 245 PS (BMW) und Verbrächen von rund sieben Litern auf 100 Kilometern.

BMW setzt Maßstäbe

Auch Mercedes setzt neue Maßstäbe. Während man bei den Sechszylinder-Dieseln nach wie vor hintenan ist, glänzt der neue 2,2 Liter große Vierzylinder mit prächtigen Leistungsdaten. Im Mercedes C 250 CDI liefert der Commonrail-Diesel 150 kW/204 PS und ein maximales Drehmoment von 500 Nm bei 1.600 Touren.

Bisher war der BMW 123d mit seinen 204 PS und 400 Nm in der Vierzylinder-Liga das Maß der Dinge. Der Motor bleib jedoch allein dem sportlichen 1er BMW vorbehalten. Ähnliche Leistungsdaten hatte im Hause Mercedes-Benz bisher nur der 320 CDI, der mit seinen 224 PS und 510 Nm jedoch deutlich mehr verbrauchte.

Möglich machen die exzellenten Leistungsdaten und die Beschleunigung 0 auf 100 km/h in sieben Sekunden eine doppelte Turboaufladung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Der Durchschnittsverbrauch beträgt beeindruckende 5,2 Liter auf 100 Kilometer. Nachteil: Derzeit ist die Powerversion des Vierzylinderdiesel nur mit einer wenig standesgemäßen Sechsgang-Handschaltung zu bekommen. Wer mit einer Siebengang-Automatik cruisen möchte, muss zunächst mit der 170-PS-Version auskommen.

Volvo fährt hinterher

Auch Volvo bringt ein neues Dieseltriebwerk auf den Markt. Der Fünfzylinder mit 2,4 Litern Hubraum fährt der Hightech-Konkurrenz jedoch in Sachen Leistung und Verbrauch deutlich hinter her. Obwohl auch der Volvo-Selbstzünder über eine doppelte Aufladung verfügt, sind die Leistungsdaten alles andere als beeindruckend.

Ein Grund ist der vergleichsweise kleine Brennraum. So leistet der neue D5-Diesel des Volvo S80 trotz fünf Zylindern und 2,4 Litern Brennraum gerade einmal 151 kW/205 PS und 420 Nm Drehmoment bei 1.500 U/min. Diese Leistungsdaten hat man bei Jaguar, Audi, BMW oder Mercedes bereits seit langem.

Betrachtet man das Verhältnis aus Leistung (205 PS) und Verbrauch (6,2 Liter) reicht es somit allenfalls für einen Platz im vorderen Mittelfeld. Derek Crabb, Vice President Powertrain Engineering bei Volvo: "Die vorherige Motorengeneration ist in mehreren Stufen kontinuierlich weiterentwickelt worden und am Ende ihres Potenzials angelangt. Wir beschlossen deshalb, auf einem weißen Blatt Papier neu zu beginnen und dabei die modernsten Technologien einzubringen, die heute zur Verfügung stehen. Dabei haben wir es mit dem nun vorgestellten D5 Motor sogar geschafft, unsere eigenen Ziele zu übertreffen."

Volvo und Jaguar werden nicht die letzten sein, die auf den Powerzug aufgesprungen sind. Auch General Motors arbeitet mit Hochdruck an einem kraftvollen Top-Diesel mit knapp drei Litern Hubraum. BMWs nächste Generation von Doppelturbo-Selbstzündern wird über 300 PS leisten. In ähnlichen Dimensionen sind die Neuentwicklungen von Mercedes und Audi angelegt. Und auch bei Ford, PSA und Renault-Nissan arbeitet man an modernen Selbstzündertriebwerken mit doppelter Turboaufladung und mäßigem Durst.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.