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Vergleich: 7er BMW vs. Mercedes S: Krieg der Welten

Die Titanen der Oberklasse treten zu einem ersten Duell an. BMW attackiert mit einem Feuerwerk an Assistenz-Systemen und unerreichter Fahrdynamik. Der Benz kontert mit aristokratischer Ruhe und Ausgewogenheit.

Ein Vergleich BMW 730d gegen Mercedes S 320 CDI - das heißt: sportlich gegen komfortabel, aufstrebend gegen überlegen und Selbstfahrer gegen Chauffeur. Nach drei Jahrzehnten kommt es zum Duell der beiden wohl besten Luxuslimousinen der Welt. Die Mercedes S-Klasse liegt weltweit und in Deutschland unangefochten an der Spitze des Segments. Doch der neue 7er BMW dürfte dem Stuttgarter Stern viel Kopfzerbrechen machen.

Der neue 7er ist wie einer dieser Kühlschränke, die automatisch Milch nachbestellen, wenn sie zur Neige geht. Alles was BMW an Technik zu bieten hat, steckt im neuen Aushängeschild der blau-weißen Marke: Head-Up-Display, Verkehrszeichenerkennung, Internetzugang und sogar Fernbedienung bestimmter Funktionen wie Türentriegelung oder Heizungsprogrammierung per Telefonanruf. BMWs vernetzte Welt geht so weit, dass die Fond-Passagiere optional mit einer eigenen iDrive-Konsole versorgt werden können und sich die komplette Bedienungsanleitung des Fahrzeugs, multimedial aufbereitet, auf dem Bildschirm anzeigen lässt.

BMW hat sich bemüht, die Fülle an Funktionen für den Fahrer beherrschbar zu machen. Vieles lässt sich mit dem neuen iDrive auch gut erledigen - doch beim Blättern zwischen den unzähligen Optionen sind Multimedia-affine Insassen eindeutig im Vorteil.

Weniger Funktionen, aber ausgereift

In der S-Klasse lebt man in seiner ganz anderen Welt. Hochwertig verarbeitet sind beide Luxuslimousinen. Doch der Benz darf sich unterm Strich das edlerer Ambiente zurechnen. Die geriffelten und verchromten Schalter sind einfach schicker als die vielen schwarzen Tasten im BMW. Alles wirkt ruhiger und nicht so technisiert wie im 7er.

Das Command-System der Schwaben hat nicht so viele Funktionen - doch im Alltag vermisst man eigentlich auch keine. Mit dem Drehschalter auf der Mittelkonsole navigiert man spielend einfach durch Navigation, Audiosysteme oder Fahrzeugeinstellungen. Der Bildschirm ist elektrisch in der Seitenneigung verstellbar, doch bei weitem nicht so prachtvoll und groß wie der hochauflösende 10,2 Zoll-Monitor im BMW. Wenn man im 7er die Umgebungskarte in der Vollbildansicht anzeigt, degradiert das jedes mobile Navi zum Briefmarkenbildschirm.

Völlig unterschiedlich präsentieren sich die beiden Luxuskreuzer auch beim Fahrverhalten. Bei der S-Klasse zweifelt man keine Sekunde daran, dass man eine Oberklasse-Limousine lenkt. Der Wagen zieht durchaus präzise, aber ein wenig behäbig seine Bahnen. Die Lenkung müsste präziser sein und die Wankbewegungen der Karosserie sind zu hoch. Man kann die S-Klasse auch forsch bewegen, ohne böse Überraschungen zu erleben - doch zu jeder Zeit merkt man, dass der Benz dafür nicht gemacht ist.

Ganz im Gegensatz zum BMW - vor allem wenn Vierradlenkung und die Wankstabilisierung Dynamic Drive an Bord sind. Mit seiner präzisen Lenkung jagt der neue 7er selbst als Basisversion 730d so agil durch die Kurven, dass man das Gefühl hat, ein um Klassen kleineres Auto zu bewegen. Die mitlenkende Hinterachse verringert den Wendekreis je nach Geschwindigkeit um bis zu 70 Zentimeter, so dass der 7er beim Rangieren spürbar handlicher ist als die S-Klasse. In Sachen Fahrverhalten/-dynamik ist der über fünf Meter lange BMW 730d dem S 320 CDI um Klassen enteilt. Trotzdem ist der Bayer bei entsprechender Dämpfereinstellung auch ein prächtiger Gleiter auf allen Wegen.

Fahrt in die Zukunft

Eine lang gehegte Tradition ist das Wettrüsten der beiden Rivalen in Sachen Assistenzsysteme. Die aktuelle S-Klasse gibt es seit 2005 und in der Epoche des Internets ist das eine lange Zeit. Die Autohersteller scheinen mit ihren langen Entwicklungsphasen kaum noch Schritt halten zu können.

Bei den Assistenzsystemen hat BMW Mercedes denn auch mittlerweile überholt. Der 7er kann sogar Verkehrszeichen lesen, so dass die jeweilige Geschwindigkeitsbegrenzung angezeigt wird – enorm hilfreich im Schilderwald auf deutschen Autobahnen.

Die S-Klasse allerdings ist mit ihrem entspannten Bedienkonzept keineswegs die zweite Wahl, wenn man nicht unbedingt immer das Neueste vom Neuesten im Auto haben möchte. Das Instrumentenbrett wirkt trotz des digitalen Tachos ruhiger und mehr auf das Wesentliche konzentriert als das BMW-Cockpit. Beide Limousinen halten gegen Aufpreis auch automatisch Abstand zum Vordermann, was auf einer nicht zu vollen Autobahn für entspanntes Reisen sorgt.

Hybridversionen für 7er und S-Klasse sind frühestens Mitte 2009 serienreif. Doch wer wirklich sparsam unterwegs sein will, kommt auf der Langstrecke am Diesel nicht vorbei. Mercedes setzt im S 320 CDI auf einen V6 mit 235 PS, BMW auf seinen neuen Reihensechszylinder mit 245 Pferdchen. Beide entwickeln ein maximales Drehmoment von 540 Newtonmetern, leisten sich keinerlei Anfahrtsschwäche und machen den 1,9 Tonnen schweren Limousinen bei Bedarf ordentlich Beine.

Der BMW beschleunigt beim Spurt von 0 auf 100 km/h eine halbe Sekunde besser (7,2 statt 7,8 Sekunden). Dafür versprüht das kraftvolle Grummeln des V6 im Benz mehr Oberklasse-Flair. Kultiviert und leise sind beide Aggregate. An der Zapfsäule zeigt sich die Überlegenheit der Münchner: Im Schnitt verbraucht der BMW 7,2 Liter pro 100 Kilometer, beim Mercedes ist es ein Liter mehr. Ab Dezember wollen die Schwaben ihren Verbrauchsrückstand reduzieren: Dann ist der S 320 CDI BlueEfficiency zu haben, der mit dem gleichen V6-Diesel nur noch 7,6 Liter im Schnitt verbrauchen soll.

Fazit

Unterm Strich ist keiner der beiden Luxuskreuzer die zweite Wahl. Statt sich einander anzunähern, haben sich 7er und S-Klasse voneinander weg entwickelt und repräsentieren das Beste zweier unterschiedlicher Welten: Der BMW steht für Modernität, deutlich mehr Fahrspaß und Entdeckergeist, der Benz für zeitlose Eleganz, vollendeten Komfort und Beständigkeit.

Der 730d (ab 69.500 Euro) fährt sich allerdings weitaus agiler als der S 320 CDI (70.864 Euro), ist etwas sparsamer und lässt sich mit zahllosen Systemen aufrüsten. Für das ganz große Kino sind aber zahllose Kreuze in der BMW-Optionsliste fällig, während die S-Klasse zum vollendeten Benz-Vergnügen mit Stern zusätzlich zur Serienausstattung eigentlich nur Lederausstattung und Navigationssystem benötigt. Doch auch das sollte in dieser Liga längst serienmäßig sein.

Nüchtern betrachtet zieht der BMW in diesem ersten Vergleich sanft und kraftvoll am Stuttgarter Klassensprecher vorbei und setzt sich um mindestens eine Autolänge ab.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.