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Volkswagen Passat: Edelklasse zum Volkspreis

Das ehemalige Zweckmobil Passat prunkt mit dem Luxus der Oberklasse. Mit Maßen, Ausstattung und Edelklassen-Optik etabliert sich das Massenmodell in der oberen Mittelklasse und schafft das zu wahrhaft demokratischen Preisen.

Von Gernot Kramper

Nichts erinnert an das ehemalige Modell für den Sozialkundelehrer

Nichts erinnert an das ehemalige Modell für den Sozialkundelehrer

Der Passat ist neben dem Golf das wichtigste Auto für den VW-Konzern, zusätzlich ist der Passat in einer Fahrzeugklasse angesiedelt, in der pro Stück mehr als nur Klimpergeld verdient werden kann. Mehr als 13 Millionen Exemplare wurden bislang gebaut, und der neue Passat bringt alles mit, damit diese Zahl weiter stattlich wachsen kann.

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Großes Leckermäulchen

Vorn prangt der markante Chromgrill unter der gepfeilten Haube. Mit dem neuen Markengesicht steht der Passat bullig und im guten Sinne eindrucksvoll auf der Straße. An den Seiten fließen die Linien unübersehbar über das Blechkleid. Teuer und kräftig wirkt die Limousine, damit hat das Mittelklassenmodell einen deutlichen Generationensprung vom sachlichen Zweckmobil hin zu mehr Wohlstand hingelegt. Die elegante Formensprache verblüfft in Anbetracht der keineswegs "zierlichen" Maße. Sechs Zentimeter mehr Länge und mehr als sieben Zentimeter mehr Breite führen innen zu großzügigen Platzverhältnissen. Nun liegt die Limousine bei 4,77 Meter Länge, 1,82 Meter Breite und 1,47 Meter Höhe, der Kofferraum misst 565 Liter, ein Plus von 90 Litern.

Diese Leuchten wollen scheinen

Auffälligste Neuerung ist nicht der aus dem GTI schon bekannte Grill, sondern die Gestaltung der Leuchten. Der Einsatz des unteren Kreisabschnitts schafft die Augen für ein neues Markengesicht. Dass Vorder- und Rückleuchten mit den gleichen Formen spielen, ist mehr als ein guter Einfall. Insbesondere das Heck unter der flotten Abrisskante nimmt jetzt für sich und VW ein. In der Mitte prangt das groß dimensionierte Markenlogo, eingerahmt von den roten Leuchten mit Einsätzen der weißen LED-Kreise. Schön, dass bei Gestaltung von Grill und Leuchten jede Aggressivität vermieden wurde. Der Passat setzt nicht auf die böse Raubtieroptik, die den Gegner auf der Autobahn beim Blick in den Rückspiegel in Angststarre versetzen soll. Und das ist doch ein guter Zug von ihm. Geschickt verbirgt er zudem seine tatsächliche Größe, der ganze Unterbau unter der Türkantenhöhe tritt optisch zurück. Die Linie an den unteren Fensterkanten verläuft fast waagerecht, der Passat setzt nicht auf eine allzu dynamische Keilform. Angesichts der doch mächtigen Schenkel unter der C-Säule sieht der Wagen gehörig nach Oberklassen-Wohlstand aus, ohne fettleibig zu wirken. Allzu viel Sportlichkeit kann man dem Design dagegen nicht nachsagen. Nicht extravagant, aber wertig und bürgerlich. Der Connaisseur mag vielleicht bemängeln, dass die Botschaft "Ich sehe nach mächtig Geld aus, angesichts meines Preises" ein wenig aufdringlich transportiert wird. Der Kunde wird sicher eher beruhigt sein, dass sein Wagen gut mehrere tausend Euro wertiger aussieht, als tatsächlich bezahlt werden musste.

Leben im Standart

Schon mit der Basissaustattung "Trendline" lässt sich ganz gut auskommen. Kunststoffe und Sitzbezüge atmen nicht die wohlstandsgesättige Atmosphäre eines Fünf-Stern-Hotels, sind aber durchaus ansehnlich. In den teureren Ausstattungslinien "Sportline" und "Comfortline" wird mehr geboten, aber wer mit kühler Sachlichkeit ohne Lounge-Appeal auskommen kann, darf schon mit der Einstiegslinie liebäugeln. Der Passat-Lenker nimmt schon in der Standardeinstellung eine relativ hohe Sitzposition ein, zusätzlich lassen sich die Vordersitze vergleichsweise weit nach oben fahren. Ideal für kleinere Personen die den Überblick behalten wollten. Nur wer den Po bis knapp über den Asphalt lenken will, ist enttäuscht. Macht nichts, dafür kann man auch ohne gymnastische Verrenkungen Platz nehmen - übrigens auch hinten. Die Sitze bieten festen Seitenhalt. Wahrhaft fürstlich geht es auf der Rückbank zu, die Kniefreiheit ist enorm und weit über dem, was man erwartet hatte.

Und Ausflüge in den Luxus

Der Passat startet serienmäßig ohne Zündschlüssel. Der Ersatz macht in seinem Chromglanz richtig etwas her, überdies wurde er aus dem gefährlichen Kniebereich entfernt. Der Innenraum gefällt, hier verbinden sich Zweckmäßigkeit, gute Details mit ausgezeichneter Verarbeitung. Die Qualität gefällt durchweg, auch an typischen Schwachstellen wie Dach oder der Innenbeleuchtungsgondel kann man beruhigt rütteln und klopfen. Hässlichkeiten wie abgeschnippelte Teppichfransen oder Ähnliches wurden vergebens gesucht. Nur die Instrumente im Cockpit könnten etwas übersichtlicher sein. Zugunsten eines netten Gesamtensembles und wegen des zentralen Mulifunktionsdisplay wurden Drehzahl- und Geschwindigkeitsmesser zu sehr an den Rand gedrängt. Die Front und Rücksicht sind leicht überschaubar, die Frontscheibe und die schmalen A-Säulen geben freien Blick auf die Straße. Praktische Details wie Ablagen für 1,5-Liter Flaschen verraten das Familienauto. Frauen sind kaufentscheidend und achten auf die kleinen Nützlinge an Bord.

Oberklasse-Features im Leitwolf

Als Schmankerl besitzt der Passat serienmäßig eine elektronische Parkbremse. Sie ist auf Knopfdruck mit einem Anfahrassistent am Berg verbunden und ermöglicht eine Auto-Hold-Funktion. Damit steht man sicher an der Ampel, ohne stets auf das Bremspedal treten zu müssen. Auf Wunsch und gegen Aufpreis gibt es ein Keyless-Entry-System. Ebenfalls optional ist die automatische Distanzregelung. Der Wagen bremst dabei automatisch aus einer zuvor via Tempomat eingestellten Geschwindigkeit ab, sobald ein bestimmter Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unterschritten wird. Ist die Fahrbahn wieder frei, beschleunigt der Passat auf die zuvor eingestellte Geschwindigkeit. Mitlenkende Bi-Xenon-Scheinwerfer und eine zugfreie Zwei-Zonen-Klimaautomatik zählen zu den Extras.

Vom kleinen Heuler und von kernigen Treibern

Bis auf die zum Start nicht verfügbare Motorisierung mit 75 kW / 102 PS sind alle Benziner FSI-Direkteinspritzer. Die Vierzylinder-FSI leisten 115 PS, 150 PS und 200 PS. Im vierten Quartal des Jahres 2005 wird als Topaggregat der 3,2-Liter V6-FSI mit 250 PS nachgereicht, der bereits im Audi A6 eingesetzt wird. TDI-Diesel kommen mit den Leistungen 105 PS, 140 PS und 170 PS zum Einsatz. Die beiden stärkeren TDI können wahlweise auch mit dem Doppelkupplungsgetriebe (DSG) ausgestattet werden. Der Allradantrieb 4M Motion folgt später.

Von einer Einstiegsmotorisierung wie dem 1.6-FSI-Benziner muss man abraten, vom 102 PS Triebwerk vermutlich auch. Das 1.6 Liter-Motorchen ist für diesen Wagen einfach unterdimensioniert. Es setzt ihn zwar in Gang, wird aber dem Appeal der oberen Mittelklasse, den der neue Passat souverän mitbringt, nicht gerecht. Kurz übersetzte Gänge sollen das Schlimmste verhüten, dafür muss der kleine Motor ständig mächtig schnaufen. Der Wagen gibt keinerlei Fahrgeräusche, ein Tritt aufs Gaspedal, und ein Jaulen und Heulen wie aus Dantes Inferno hebt an. Sofort zuckt man von der Freveltat zurück, man möchte dem neuen Motor ja nicht gleich auf der Jungfernfahrt die letzte Ölung verpassen. Der 1.6-FSI passt nur für den innerlich sehr gereiften Kunden, der einen großen Wagen wünscht, um an schönen Sonntagen eine beschauliche Spazierfahrt anzutreten. Die Vierzylinder-Benziner gefallen allesamt nicht so wie die angebotenen Dieselaggregate. Für den sparsamen Käufer empfiehlt sich da weit eher der kleine Diesel mit 1.9 Litern und 105 PS. Im Charakter ein weit knurrigerer Geselle als die 2.0-Liter-Varianten, bringt er den nötigen Wumms mit, um den großen Wagen auch bergauf um die Kurven zu wuchten. Einen Rennwagen wird nicht aus dem Vollschiff, aber mit dem Motor kann man durchaus leben. Richtig Spaß macht die Edelklasse aus Wolfsburg mit den neuem 2.0-Liter-Diesel mit 170 PS, der ab dem Sommer verfügbar sein wird. Gierig zieht der Motor an, er bringt den richtigen Pepp mit.

Brenn, gelbes Lämpchen brenn

Nach den ersten kurzen Ausfahrten, drängt sich leider die Einsicht auf, dass der Passat nicht unbedingt mehr Leistung benötigt, als die Vierzylinder bereitstellen. Freunde der reinen Fahrspaß-Kultur werden mit ihm nicht glücklich. Mag der Passat in Komfort, Kofferauminhalt und Raumverhältnisse es mit allen Konkurrenten aufnehmen können, bei der Fahrdynamik liegen doch Welten zwischen ihm und dem 5er oder dem A6. Der Wagen geht relativ feist in die Kurven, neigt dort gern zum Untersteuern. Insbesondere wenn es bergab geht, schiebt es gewaltig. Ein Hang zur Seitenneigung ist ebenfalls festzustellen. Eine entsprechende Motorisierung vorausgesetzt, lassen sich ESP-Eingriffe auch ohne dramatische Fahraktionen herbeiführen. Der Wagen schwimmt und schwankt zwar nicht, aber drängt zur vorsichtigen Fahrweise. Hier kommt er wieder durch, der Wagen für den Sozialkundelehrer. Für den am Komfort orientierten Fahrer sind das vielleicht keine großen Nachteile, aber verhinderte Rallye-Piloten finden sich hinter dem falschen Cockpit wieder. Am Ende bleibt die Frage, warum der Passat - ausgestattet mit Vierlenker-Hinterachse wie im Golf V und einer McPherson-Vorderachse mit Alu-Komponenten - so behäbig ausgelegt wurde. Das Fahrverhalten im kleineren Golf, aber auch im Golfplus spielt jedenfalls in einer anderen Liga. Hinzu kommt, dass das Fahrwerk Fräsungen, Längsrillen und Löcher durchaus weitermeldet und keineswegs alle Fährnisse klaglos wegbügelt. Das Fahrverhalten ist die einzige, aber ernstzunehmende Schwäche, die sich der große Wolfsburger leistet. Bleibt zu hoffen, dass VW hier noch nachbessert. Kunden, die für die Familie den kommenden Avant bestellen, mögen das akzeptieren, aber der Geschäftskunde, der auf kurviger Landstraße mal etwas schneller vorankommen möchte, wird ausgebremst.

Oh Herr, er will mich fressen!

Der Kofferraum gehorcht den gleichen Maßstäben, wie der luxuriöse Innenraum, fast glaubt man, man könne hineinkriechen. Mit 565 Litern – dabei wird das trostlose Rund der leeren Reserveradmulde mitgezählt- zeigt er, wie man auch in einer Limousine etwas transportieren kann. Bei seiner Tiefe kann man sich schon vorstellen, was für einen Lastraum der Variant bieten wird. Zahlreiche Details zeugen von der Pflege im Detail und einem erfreulichen Willen zur Qualität. Etwa die Haken und Absperrungen im Kofferraum. Oder nur die Bügel an denen die Klappe nach oben fährt. In manchen Einzelheiten bietet Volkswagen hier gehobenere Eindrücke als mancher Premium-Anbieter

Geiz ist geil!

Und dies zu ganz anderen Preisen. Hier kann man nur Jubel-Worte zum Thema Preis-Leistungsverhältnis finden. Das stimmt beim Passat nämlich. Einen Wagen mit diesen Dimensionen, dem Verarbeitungsniveau, den Motoren und einer derart eleganten Karosserie wird man zurzeit nicht zu vergleichbaren Preisen finden. Von den Anschaffungskosten her betrachtet, kommt in dieser Klasse jetzt zuerst der Passat und dann kommt lange Zeit nichts Vergleichbares. Wer will, wird auch einen Passat soweit aufrüsten können, bis der Preis schwindeln lässt. Aber wer ein imponierendes Fahrzeug zu überschaubaren Preisen sucht, wird eben auch fündig. Wenn die Ansprüche nicht in den Himmel wachsen, lässt sich der Passat zu Preisen von 25.005 Euro mit dem 1.9-Diesel und der Ausstattungslinie Trendline zu einer wirklich runden Sache machen.

Wer will mich?

Der Passat bietet sehr viel Raum und viel Luxus in seiner Preisklasse. Sein Design gefällt, der Kombi wird ein Laderaumwunder. Der Passat tritt stattlich, aber nicht frech in den Markt. Jüngere Kunden werden schon im Äußeren des Sozialprotz-Bombers flotte Spannung und Dynamik vermissen. Das behäbige Verhalten von Lenkung und Fahrwerk auf kurvenreiches Strecke wird es schwer machen, Wechselkäufer von flotteren Fahrgestellen wegzulotsen. Der privaten Kernzielgruppe einer Familie zwischen 40 und 50 Jahren, die meist nicht zu den stärksten Motoren, greift, kann das relativ egal sein. Sie bekommt beim Passat ungeheuer viel Auto, das man tatsächlich nutzen kann, fürs Geld. Der im Sommer erwartete Variant ist schon jetzt haushoher Favorit im automobilen Dreikampf von Eleganz, Nutzwert und Preis.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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