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Volvo XC 60: Serienmäßig auf Distanz

Der neue Volvo XC 60 ist mit einer Sicherheitstechnik ausgestattet, die den Abstand zum Vordermann misst - und notfalls eine Vollbremsung einleitet.

Von Michael Specht

Es sind nicht einmal 20 Stundenkilometer, mit denen das Auto auf das stehende Hindernis zurollt. Doch die Angst steigt mit jedem Meter, den wir dichter herankommen. "Lassen Sie den Fuß auf dem Gas, und schauen Sie zu mir oder aus dem Seitenfenster", sagt Martin Distner auf dem Beifahrersitz. Der Volvo-Ingenieur ist sich völlig sicher, dass es nicht zum Knall kommt. Tatsächlich, plötzlich gibt der Computer den Befehl zur Vollbremsung - das Auto bleibt kurz vor dem Aufprall stehen.

75 Prozent aller Unfälle in der Stadt passieren laut Volvo bei unter 30 km/h. Deshalb wurde das neue Modell XC 60 serienmäßig mit einer bislang einmaligen Sicherheitstechnik ausgestattet. Sie nennt sich "City Safety System" und verhindert mithilfe einer Laserabstandsmessung, was täglich tausendfach passiert: Der Vordermann steht, man selbst ist für einen Moment abgelenkt, und - rums, fährt man ihm ins Heck.

Mit "Driver Alert" gegen die Ermüdung

Schon früh in der Firmengeschichte hat sich Volvo auf den Insassenschutz konzentriert. Schickes Design zählte lange wenig. Hauptsache, die Autos waren sicher. Das führte zu dem Spott, dass der typische Volvo-Fahrer wohl auch am Wohnzimmertisch eine gepolsterte Prallkante habe. Vom XC 60, der im November auf den Markt kommt, werden sich die Spötter bestätigt sehen, denn die Schweden sprechen wegen des neuartigen Auffahrschutzes und anderer Einfälle kühn vom "wahrscheinlich sichersten Auto der Welt".

Die Ingenieure haben sich zum Beispiel auch mit der Gefahr befasst, die durch die Ermüdung des Fahrers auftreten kann. Ergebnis: ein System ("Driver Alert", Aufpreis 700 Euro), das anhand von Verhaltensmustern erkennt, wann der Fahrer einzunicken droht. Ist das der Fall, ertönt ein Signal, und im Tacho erscheint als Aufforderung für eine Pause das Symbol einer dampfenden Kaffeetasse. Mercedes bietet ein ähnliches System in der nächsten E-Klasse ab Frühjahr 2009 an.

Edler Skandinavier

Beim XC 60 lag den Skandinaviern aber auch das Design am Herzen. Er ist weder kantig noch machohaft, sondern elegant und soll vor allem städtische Singles und junge Familien ansprechen. Im Gelände hat der Wagen trotz serienmäßigen Allradantriebs nach dem Verständnis der Volvo- Manager wenig zu suchen. Er ist vielmehr ein "Crossover": ein Auto, das die Kategoriegrenzen überschreitet. Der XC 60 ähnelt einem hochgelegten Kombi.

Vorn profitieren die Insassen von einem üppigen Platzangebot und einer hohen Sitzposition. Sie liefert jenes erhabene Fahrgefühl, das mehr Überblick verschafft und das besonders Frauen schätzen. Auch die Passagiere hinten haben ausreichend Bewegungsfreiheit, Kopf und Knie stoßen nirgends an. Soll nur viel Gepäck transportiert werden, lässt sich durch das leichte Umklappen der drei Rücksitzlehnen eine riesige Ladefläche schaffen. Das Cockpit ist frei von optischem Firlefanz und wirkt sogar ein wenig edel.

Ein kleiner, aufgeladener Benziner jedoch, wie ihn VW für den Konkurrenten Tiguan mit 1,4 Liter Hubraum und 150 PS anbietet, fehlt im Programm. Stattdessen wird es im Frühjahr eine Diesel-Basisversion geben, mit der die 30.000-Euro-Grenze knapp unterschritten werden dürfte - dann aber nur mit Frontantrieb.

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