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Rad vom Möbelhaus: Was taugt das Ikea-Rad Sladda?

Bei Ikea gibt es auch Fahrräder. Das Schweden-Rad heißt Sladda. Interessant daran ist vor allem das Design. Mit zwei hübschen Körbchen lädt es zu einer gemütlichen Fahrt zum Markt ein. Aber eventuell gibt es einen entscheidenden Mangel.

Das Rad ist für ein langes Leben entworfen worden.

Das Rad ist für ein langes Leben entworfen worden.

Sladda sieht schön aus und hat aus dem Stand bereits einen Designpreis gewonnen. Die Geometrie des Rahmens deutet auf den Verwendungszweck hin: Problemloses, anspruchslose und ruhiges Radeln auf kurzen Strecken. Den gemütlichen Drahtesel gibt es nur mit einem Unisexrahmen mit abgewinkelten Oberrohr. Ein Kompromiss, der weder die Vorteile eines gemütlichen Einstiegs eines Tiefeinsteigers mit sich bringt, noch die höhere Dynamik des klassischen Diamantrahmens. Wahlweise ist das Rad mit 26 oder 28 Zoll-Bereifung zu haben.

Solide aufgebaut

Auch die verbaute Zweigang-Automatik macht deutlich, dass es ums unproblematische Vorwärtskommen geht. Die Sram-Automatikschaltung ermöglicht eine althergebrachte Rücktrittbremse, wie sie Senioren schätzen. Die Schaltung dürfte allerdings ein Leben lang halten. Am Vorderrad arbeitet eine Scheibenbremse – ein mechanisches System. Das ist normalerweise keine Empfehlung und nur im absoluten Billigsegment üblich.

Günstig zum Riemenantrieb

Als technische Besonderheit darf der Riemenantrieb gelten, zumal er in der Preisklasse von 799 Euro kaum zu finden ist. Schaltung und Riemen sind weitestgehend wartungsfrei. Der Riemen muss nicht gefettet werden. Ob man mit dem Rad ein Leben lang nicht zur Werkstatt muss, wie Ikea andeutet, darf aber bezweifelt werden. Vor Plattfüßen und Achten ist auch das Ikea-Rad nicht sicher. Serienmäßig gibt es ebenfalls eine Klick-Kupplung, an der ein Anhänger befestigt werden kann. Diese Kupplung ist als freies System ausgelegt, so dass auch andere Anbieter Zubehörteile für das Ikea-Rad herstellen können.

Das passende Rad für die schöne Ikea-Welt.

Das passende Rad für die schöne Ikea-Welt.

Sehr schick ist der mit Holz ausgelegte Korb für kleine Besorgungen. Das Design vom schwedischen Studio Veryday wird sicher seine Liebhaber finden. Da Sladda auf jeden Anflug von dynamisch-sportlichen  Ambitionen verzichtet, wird es nur für eine eingeschränkte Gruppe interessant sein: Radler, die bisher mit einem Hollandrad geliebäugelt haben. Für hügeliges oder gar bergiges Gelände ist das Rad ebenso ungeeignet, wie für den eiligen Pendler.

Am Konzept eines gutaussehenden, anspruchslosen Alltagsrads ist nichts Ehrenrühriges. Erstaunlich angesichts dieser Zielgruppe bleibt, dass auf den veröffentlichen Bildern keinerlei Lichtanlage außer einem Rückreflektor zu sehen ist.

Preis mit Kompromissen erkauft

Mit 799 Euro liegt das Ikea Rad unter dem Einstiegspreis von Rädern mit Riemenantrieb, der etwa bei 1000 Euro liegt. Ikea Family Card Besitzer bekommen das Rad schon für etwa 500 Euro. Die exakten Preise sind 479 Euro für das 26er mit Family-Card, 499 Euro für das 28er mit Family-Card. Ohne Card sind es 779 bzw 799 Euro.

500 Euro sind ein Wort, doch mit dem regulären Preis von 799 Euro ist Sladda nur auf den ersten Blick günstig. Denn der Riemenantrieb wird mit Billig-Komponenten erkauft.  Das Ikea-Rad hat nur eine unkomfortablem starre Vordergabel, während die Vergleichs-Modelle etwa von Kalkhoff oder Scott eine Suntour-Federung bieten. Auch lässt sich die günstige Zwei-Gang-Schaltung von Sram nicht mit den Acht-Gang-Schaltungen der Konkurrenz vergleichen. Zieht man nur diese beiden Faktoren in Betracht, liegt das Ikea-Rad preislich höchstens gleichauf mit Modellen, wie man sie beim niedergelassenen Händler um die Ecke bekommt. Sladda wird nur online verkauft. Und  - typisch für den Internetkauf - muss der Kunde die Endmontage von Voderrad, Lenker und Pedalen selbst vornehmen.

Eine wartungsfreier Riemenantrieb ist das technische Schmankerl  am Ikea-Rad.

Eine wartungsfreier Riemenantrieb ist das technische Schmankerl  am Ikea-Rad.

Was macht die Lichtanlage?

Auf den Bilder befindet sich tatsächlich kein Licht am Rad. Ikea informierte uns, dass eine Lichtanlage mitgeliefert wird. "Die Lichtanlage ist nicht integriert, muss zusätzlich angeschraubt werden und funktioniert mit Batterien." Also ein System aus der billigsten Schublade und bei einem Alltagsrad grundsätzlich nicht zu empfehlen. Sladda wird also allen Ernstes ohne Nabendynamo und LED-Anlage verkauft - das Kalkohoff-Rad bietet beides. Da muss man sagen: Finger weg! Der Wartungsvorteil, den der Riemantrieb verspricht, wird durch diese Lichtanlage unser Meinung nach mehr als aufgezehrt.

Das gibt es beim Händler für 999 Euro: Als Beispiel Kalkhoff Endevadour 8 ebenfalls mit Riemenantrieb. 30 LUX LED mit Standlicht. Nabendynamo. Eine hydraulische anstatt einer mechanischen Scheibenbremse. Nexus-8-Gang-Schaltung statt 2-Gang. Gefederte Vorderradgabel von Suntour statt Starrgabel. Keine serienmäßige Kupplung.

Das gibt es beim Händler für 999 Euro: Als Beispiel Kalkhoff Endevadour 8 ebenfalls mit Riemenantrieb. 30 LUX LED mit Standlicht. Nabendynamo. Eine hydraulische anstatt einer mechanischen Scheibenbremse. Nexus-8-Gang-Schaltung statt 2-Gang. Gefederte Vorderradgabel von Suntour statt Starrgabel. Keine serienmäßige Kupplung.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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