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Zafira CNG ecoFLEX Turbo: Hart im Geben

Opel setzt auf Erdgas. Schon jetzt ist jeder 15. verkaufte Zafira für Erdgasbetrieb ausgelegt. Und es dürften deutlich mehr werden: Ein neu entwickelter Turbo-Motor soll für reichlich zusätzlichen Schub sorgen.

"Das", wird Andreas Jauss nicht müde zu betonen, "ist ein Erdgasauto - der Benzinmotor läuft nur im Backup-Betrieb." Der Opel-Entwickler ist sowas wie der Erdgas-Guru in Rüsselsheim. Und weil die Prioritäten beim Opel Zafira 1.6 CNG ecoFLEX Turbo so klar gesetzt sind, machen weder Opel noch der Zafira selbst Kompromisse: Die Rüsselsheimer geben gar nicht erst an, wie viel Benzin der 150 PS starke Minivan im "Backup-Betrieb" verbraucht. Der normale 1,6-Liter-Zafira mit Benzinmotor schluckt 7,1 Liter Super auf 100 km - hat aber weder den Turbo, folglich mit 85 kW/115 PS auch deutlich geringere Leistung und zudem 230 Kilogramm weniger Gewicht zu schleppen.

Und um es ganz klar zu machen, haben die Opelaner dem Erdgas-Zafira nur einen Benzintank für bescheidene 14 Liter mitgegeben - das reicht gerade mal für 150 Kilometer (und würde einem Durchschnittsverbrauch von 9,33 Litern entsprechen). Mit den maximal 21 kg Erdgas im 122 Liter großen Haupttank kommt der Zafira laut Opel 400 km weit.

Ob mit dem ecoFLEX-Turbo tatsächlich "eine neue Ära bei Erdgas-Fahrzeugen" beginnt, wie Opel es verspricht, sei dahingestellt - auf jeden Fall haben die Opel-Ingenieure den Zafira nicht nach dem Motto "Reserverad raus, Erdgastank rein" getrimmt, sondern ihn konsequent auf den monovalenten Betrieb mit Erdgas optimiert. Der Motor etwa wurde komplett neu entwickelt und den besonderen Bedürfnissen angepasst. Das 1,6-Liter-Triebwerk hat spezielle Kolben, Ventile und Ventilsitzringe. Für Erdgas und Benzin gibt es jeweils eigene Einspritzanlagen und auch das Motormanagement wurde entsprechend angepasst.

Kraftvoll und flott

Da bei der Verbrennung von Erdgas höhere Druck-Spitzen auftreten können als bei der von Benzin, bekam der Motor dank härterer Materialien eine höhere Steifigkeit und Strukturfestigkeit, gleichzeitig sparte man allein beim Gewicht des Motorblocks rund 20% zum Vorgängermodell ein. Der wassergekühlte Turbolader wurde zusammen mit BorgWarner Turbo Systems entwickelt. Insgesamt schafft das Aggregat so 110 kW/150 PS und ein maximales Drehmoment von 210 Nm, das ab 2300 U/min. anliegt. Eine Boost-Funktion sorgt über jeweils ein paar Sekunden für ein Drehmoment von bis zu 240 Nm, was vor allem beim Überholen deutlich nervenschonend ist. Für den Spurt von 0 auf 100 km/h braucht der Erdgas-Zafira 11,5 Sekunden - gut eine Sekunde länger als der 1,9-Liter-Diesel mit ebenfalls 150 PS aber einem Drehmoment von 320 Nm.

Wie fährt sich nun der Erdgas-Turbo? Kaum anders als ein Zafira mit Benzinantrieb. Im Alltagsbetrieb merkt man praktisch keinen Unterschied. Kraftvoll und flott geht es voran, nur im unteren Drehzahlbereich hat der Motor etwas Mühe, in die Puschen zu kommen. Auf der Autobahn sind die angegebenen 200 km/h Höchstgeschwindigkeit ohne Anstrengung zu erreichen.

Die Unterflur-Montage der Tanks ist nicht nur praktisch, weil der Zafira im Innenraum so seine hohe Flexibilität behält. Sie macht sich ebenso wie das höhere Gewicht auch beim Fahrverhalten kaum bemerkbar - der Schwerpunkt liegt etwas tiefer und in flott gefahrenen Kurven werden Feinfühlige vielleicht ein etwas "beladeneres" Lenkverhalten registrieren. Aber dafür muss man schon sehr feinfühlig sein. Auch der Lautstärkepegel im Innenraum unterscheidet sich nicht merklich vom Benzin-Zafira.

Rechenexempel

Erfreuliche Unterschiede gibt es an der Tankstelle. Opel gibt als Verbrauch in der Stadt 11,2 m³ Erdgas, außerorts 6,3 m³ und als Schnitt 8,1 m³ an. Das entspricht einer CO2-Emission von 144 g/km. Wer bei den Benzin-Zafira mit 150 PS unterwegs sein will, schickt 197 g/km durch den Auspuff. Vor allem aber: Erdgas-Fahrer kommen deutlich günstiger ans Ziel - 100 Kilometer sind mit ihm für gut fünf Euro zu haben. Selbst Diesel-Fahrer brauchen über 20% mehr. "Es gibt derzeit keinen Kraftstoff, mit dem sie so günstig Strecke machen können wie mit Erdgas", sagt Jauss.

Wenn der Erdgas-Turbo-Zafira im März bei den Händlern steht, dann soll er in der Basisausstattung 25.430 Euro kosten - und damit 780 Euro preiswerter sein als der vergleichbare Diesel. Der mit 94 PS deutlich schwächere Erdgas-Zafira mit 1,6-Liter-Saugmotor kostet ab 22.420 Euro und bleibt auch weiter im Programm. Bislang hat Opel von ihm rund 16.000 Fahrzeuge verkauft.

Liegen bleiben wird man mit einem CNG-Zafira so schnell nicht - wenn man sich ab Werk ein Navi (1810 Euro) gleich mitbestellt: Mittlerweile gibt es über 800 Erdgas-Tankstellen in Deutschland - und alle sind sie auf der Navigations-DVD zu finden.

Jürgen Wolff / pressinform / PRESSINFORM
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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