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FERDINAND PIECH: Genetisch technikversessen

Dr. Ferdinand Piech räumt seinen Posten. Was er hinterlässt, ist eine begeisternde Geschichte der Technik. Ein automobiler Rückblick.

Dem Volk einen Wagen geschenkt

Total durchkonstruiert. Eigentlich viel zu aufwendig. Auf gute Traktion ausgelegt und mit einem laufruhigen, aber teuren Boxermotor versehen. So präsentierte Ferdinand Porsche Senior dem Hitler seine Idee eines Volkswagens. Der Käfer kam und lief und läuft. Und der alte Porsche kriegte einen Enkel, dem er nebst seinem Vornamen das Technikvirus vererbte: Ferdinand Piech.

Automobiler Rückblick

Was steht nicht alles Langweiliges über Ferdinand Piech geschrieben. Über sein Lächeln, über seine Macht, über die Angst, die er bei denen verbreitet hat, die nicht in seinem Sinne arbeiteten. Über seine vielen Kinder, wie er den schwankenden Riesen VW aus dem Dreck holte und wie er Schröder zum Autokanzler gemacht hat. Alles Mumpitz: Die Spur, die Dr. techn. h.c. Dipl.-Ing. ETH Ferdinand Piech in der Autotechnik hinterlassen hat, ist zu tief, um sie zu übersehen.

A Familiy Affair

Erste Gehversuche im Familienbetrieb: Bei Porsche fing Piech an - natürlich nicht bei den Betriebswirten, sondern im Motorenversuch. Noch mit dunklem Haupthaar versehen, steht er an der Rennstrecke. Ein 917 rast vorbei und trägt Teile in sich, die bald im 911 auf der Straße sind. Das Prinzip der Nagelprobe Motorsport nimmt Piech 1971 zu seiner nächsten Station mit, der krankenden Audi NSU Auto Union AG.

Quattro

Heute glaubt das keiner mehr. Dass der erste Audi 100 als stinkender DKW zur Welt kam und die Ingolstädter beinahe von Mercedes übernommen wurden. Die Technikexplosion fand erst Ende der 70er statt: Der Fünfzylinder lernte laufen und saugte im turbobeatmeten 200 5T die Brieftaschen leer. Schluss mit Hut und Hosenträger! Piech bescherte Audi den Vierradantrieb, um die Kraft auf die Straße zu bringen, und gebar den Nimbus Quattro.

Brüllende Monster

Als Rallye fahren noch politisch korrekt war, stiegen Motorleistung, Sporterfolg und Image bei Audi exponential an. Mit der schönen Französin Michele Mouton und Walter Röhrl am Steuer, fuhren Piechs Rallye-Quattros alles in Grund und Boden. Krönender Abschluss und Ende der brüllenden, pfeifenden Gruppe-B-Ära war der Pikes-Peak-Wagen, der alle Rekordzeiten im gleichnamigen Bergrennen in Colorado pulverisierte; und als Audi mit dem V8 drei Jahre später die DTM gewann, hatte Piech es schon geschafft. Audi hat mit BMW und Mercedes gleichgezogen.

Dem Koloss Beine gemacht

Gelahmt hat der Riese Volkswagen, als Ferdinand Piech 1993 kam. Unwirtschaftlich, zu träge und renditearm. Auch hier schlug Piech mit der Technologiekeule zu. Plattformstrategie hieß das neue Zauberwort und meinte gleiche Technik für unterschiedliche Karossen. In Verbindung mit der Vier-Tage-Woche nahm VW wieder Fahrt auf. Von Vorreiter Audi brachte er TDI mit und trieb voran: Die VR- und W-Motoren, den Bugatti-Neustart, die Benzindirekteinspritzung, die Pumpe-Düse-Diesel und den neuen Kanzlerwagen Phaeton. Höllisch motorsportlich ist out, Piech baut fürs Volk: »Meine Formel 1 ist das 3-Liter-Auto.«

Christoph M. Schwarzer

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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