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Elektroautos aus dem Silicon Valley: Will Apple das iCar mit Tesla bauen?

Die Gerüchte um das iCar von Apple verdichten sich. Offenbar will der Konzern Elektroautos bauen - oder bei einem Hersteller wie Tesla einsteigen? Drei Fragen an einen Experten aus dem Silicon Valley.

Thilo Koslowski ist der Vice President Automotive des Technologie-Beratungsunternehmens Gartner in Santa Clara/San Francisco

Thilo Koslowski ist der Vice President Automotive des Technologie-Beratungsunternehmens Gartner in Santa Clara/San Francisco

Der IT-Konzern Apple arbeitet möglicherweise an einem Einstieg in die Branche der Elektroautos. Mehrere Hundert Menschen sollen an einem Projekt namens "Titan" arbeiten, in dem es um die Entwicklung eines E-Autos gehen könnte. Ob das US-Unternehmen aber selber Autos bauen will, bei einem Autohersteller einsteigt oder sogar einen übernimmt, wird lebhaft diskutiert. Drei Fragen an Thilo Koslowski, einen Experten aus dem Silicon Valley.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Apple ins Geschäft mit Elektroautos einsteigt?
Es ist sicherlich eine Möglichkeit für Apple. Die Frage ist, auf welche Weise dies geschehen könnte – will Apple ein selbst hergestelltes Auto anbieten oder wird Apple mit einem Hersteller kooperieren? Eine Kooperation wäre der einfachere und schnellere Weg. Denn Apple hat zwar jede Menge IT-Knowhow, aber keines in Sachen Autobau.

Mit wem könnte sich Apple zusammentun?
Vor vier Jahren haben wir in einer Studie gesagt, dass zumindest ein Technologieunternehmen wie Apple oder auch Google bis 2016 ein Auto ankündigen wird. Auf den Markt könnte es dann vielleicht schon 2020 kommen.

Ich halte es für möglich, dass Apple zum Beispiel mit Tesla kooperieren könnte. Beide sitzen im Silicon Valley, beide sind Technik getrieben und Tesla hat inzwischen das Knowhow im Bau von Elektroautos. Und da Apple neben der reinen Funktionalität auch eine hohe Faszination bei Kunden besitzt, wären die beiden ideale Partner.

Sie meinen zum Smartphone das passende Auto?
Ja. Dadurch ergäben sich neue Kundenerfahrungs- und letztlich auch neue Umsatzmöglichkeiten. Apple würde nicht nur am Auto mitverdienen, sondern auch an Software-Updates alle paar Monate und Hardware-Updates in längeren Intervallen.

Autos werden ja mehr und mehr durch Software und IT definiert, weshalb auch ständig neue Funktionen hinzukommen. Das macht das Szenario für die traditionellen Autohersteller besonders bedrohlich, weil sich die Kompetenzen und die Differenzierung von der rein mechanischen Welt zur IT erweitern.

Interview: Frank Janßen und Harald Kaiser
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