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Auto-Abo Lidl-Deal mit Problemen: Elaris konnte Elektroautos für 222-Euro-Sonderangebot nicht liefern

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222 Euro für ein Elektroauto inklusive Steuer, Versicherung und Wartung: Der Deal von Lidl war klasse, aber kam leider in der Form nicht zustande.
© Jens Kalaene / DPA
Das Angebot von Lidl im Juni war klasse: Ein chinesisches Elektroauto für monatlich 222 Euro – und alle Kosten bis auf den Strom sind gedeckt. Der stern erfuhr, dass kein Elaris Finn bisher bei den Kunden ankam – Abo-Anbieter Like2Drive ist um Ersatz bemüht.

Das Auto kommt, das Auto geht: Fahrzeug-Abos entsprechen dem Zeitgeist. Man zahlt eine monatliche Summe und muss sich um nichts kümmern. Umso größer ist die Aufmerksamkeit, wenn ein Discounter wie Lidl zusammen mit einem Partner ein Angebot schnürt, dass nicht nur wenig kostet, sondern auch vergleichsweise viel bietet. Ende Juni war das der Fall. Für 222 Euro sollten Kunden die Möglichkeit bekommen, das chinesische Elektroauto "Finn" des deutschen Automobilunternehmens Elaris für ein Jahr zu buchen (hier erfahren Sie mehr).

Elaris konnte nicht liefern

Die Aktion von Lidl und Like2Drive stieß auf großes Interesse, die Fahrzeuge waren im Handumdrehen vergeben. Damals hieß es, dass die Lieferung der kleinen Stadtflitzer binnen zehn bis 14 Wochen, also bis Mitte Oktober, geliefert werden sollten. Wie der stern aber erfuhr, wurde daraus nichts.

Kürzlich meldete sich Abo-Anbieter Like2Drive bei den wartenden Kunden und schrieb: "Wir haben heute seitens des Herstellers erfahren, dass der von Dir bestellte Elaris leider nicht produziert werden wird." Der ursprüngliche Deal war geplatzt. Aber: Like2Drive wollte die Kunden nicht im Regen stehen lassen und machte ein noch viel besseres Angebot.

Für die gleichen Kosten bot Like2Drive an, statt des chinesischen No-Name-Autos zum Beispiel einen Fiat 500-e Icon zu liefern. Normalerweise belaufen sich die Kosten für ein Abonnement mit diesem Fahrzeug auf 359 Euro – der Deal war mehr als fair. Es hieß weiter: "Die Abholorte für das Modell sind binnen 6 Wochen in Düren, Hamburg, Berlin oder Osnabrück. Solltest Du einen anderen Abholort wünschen, wäre auch dies möglich. An allen anderen Standorten können wir Dir das Fahrzeug ab Ende Dezember anbieten."

Perfekt, dachte sich ein stern-Leser – und willigte am gleichen Tag ein. Keinen Tag später meldete sich Like2Drive erneut und schrieb: "Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass der Fiat inzwischen für eine kurzfristige Abholung innerhalb der 6 angegebenen Wochen [an Ihrem Standort] leider nicht mehr zur Verfügung steht. Das Fahrzeug wäre dort erst wieder im Januar verfügbar."

Auf Nachfrage, wie das passieren könne, schrieb Like2Drive dem stern: "Die Information [dass Elaris nicht liefert, Anm. d. Red.] kam auch für uns sehr überraschend und wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung. Konkret bedeutet dieses, dass wir dem davon betroffenen Kundenkreis eine Fahrzeugalternative bieten. Die Kompensation erfolgt mit einem deutlich hochwertigeren und teureren Fahrzeug. Mit den entsprechenden Kunden stehen wir in Kontakt und setzen alles daran, sie zügig mit der Alternative mobil zu machen. Einen Großteil der Kunden konnten wir auch bereits erfolgreich mit einem anderen Fahrzeug ausstatten. Jedoch bitten wir um Verständnis, wenn es durch den unerwarteten Lieferengpass vom Elaris Finn in Ausnahmefällen zu leichten Verzögerungen kommen kann."

Like2Drive verspricht, die Abos vertragsgerecht erfüllen zu wollen. Für Kunden, die bisher kein Fahrzeug haben, heißt es also weiter warten.

Neuer Name für Finn, Lieferung ab Januar

Indes meldete sich auch Elaris zu Wort. Zur Frage, was eigentlich aus dem versprochenen Elaris wurde, der inzwischen komplett aus dem Angebot von Like2Drive verschwunden ist, heißt es: "In der Tat kommt es auf Grund einer patentrechtlichen Auseinandersetzung mit dem Abo Anbieter Finn:Auto zu einer verzögerten Auslieferung. Diese konnte erst in diesen Tage einvernehmlich beendet werden. Der Erlaris Finn heißt ab sofort Elaris Dyo."

Die Einigung mit dem Anbieter heißt auch, dass Elaris die Fahrzeuge nun doch bauen will. Weiter erklärt das Unternehmen aus Bayern: "Noch im November werden 1.500 Elaris Dyo gefertigt und werden im Januar in Deutschland zur Auslieferung gelangen – auch alle vorbestellten Fahrzeuge der LIDL Aktion werden dann geliefert."

Unklar ist, ob Like2Drive die ausstehenden Abos nun mit Ersatzfahrzeugen oder dem ursprünglich angebotenen Auto erfüllen wird. Es heißt, man arbeite mit den Kunden weiter an individuellen Lösungen und sollten die Fahrzeuge urplötzlich doch auf dem Hof stehen, werde man weiterschauen. Wer den Fiat 500-e Icon zu dem Preis bekommt, hat jedenfalls einen sehr guten Deal gemacht. Laut Elaris ist inzwischen nicht nur der neue Name Dyo europaweit markenrechtlich geschützt, sondern auch die Produktion des E-Modells ist wieder angelaufen. Elaris verspricht, dass der Dyo – wie alle anderen Fahrzeuge auch –  innerhalb von zehn bis 12 Wochen lieferbar ist.

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