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Facebook-Posting geht viral: Lkw-Fahrer schreibt nach Beinahe-Unfall wütenden Brief an Radfahrer: "Ihr spielt mit eurem Leben"

Das Facebook-Posting eines Lkw-Fahrers, der knapp einen Verkehrsunfall mit einem Radfahrer vermeiden konnte, wurde rund 60.000 Mal geteilt.

Unfallgefahr: Lkw-Fahrer schreibt eindringliches Posting an Radfahrer

Drohender Unfall: "Dein Leben hing gerade am seidenen Faden. Ich hatte kaum eine Chance." (Symbolbild)

Getty Images

Mit einem Facebook-Posting hat sich ein Lkw-Fahrer an alle Radfahrer im Straßenverkehr gewandt. Bebildert mit einer Unfallszene schrieb er drastische Worte, mit denen er im Kern zu mehr Rücksicht der Radfahrer aufrief – auch zu ihrer eigenen Sicherheit. Neu sind die gewählten Worte des Mannes nicht, denn ein quasi identisches Posting ging vor ziemlich genau einem Jahr bereits viral. Was nichts daran ändert, dass auch die Kopie sich auf Facebook verbreitete: Nach knapp einer Woche wurde es rund 60.000 Mal geteilt und sammelte fast 30.000 weitere Reaktionen.

Der Autor ist, so schreibt er, Lkw-Fahrer, mit einem gut beleuchteten Fahrzeug, welches ausreichend mit Spiegeln ausgestattet sei; auch mit solchen, die den sogenannten toten Winkel sichtbar machen sollen.

Beitrag von Martina Ringel : Ich danke Ihr sehr für den super geschrieben Text Hoffe der Inhalt kam bei vielen an...

Gepostet von Ali Pütz am Samstag, 9. November 2019

Im toten Winkel liegen, so definiert es der ADAC, jene Bereiche außerhalb eines Fahrzeugs, die der Fahrer trotz vorhandener Spiegel nicht einsehen kann. Alle Pkw, Lkw oder Busse haben solche Bereiche: direkt vor und hinter dem Fahrzeug sowie an beiden Fahrzeugseiten. Gefahr droht Verkehrsteilnehmern dann, wenn sie sich neben abbiegenden Kraftfahrzeugen befinden. Dort sind sie speziell für Fahrer von Lkw oder Bussen eventuell komplett unsichtbar.

"Ihr seht toll aus, aber ich sehe euch nicht"

Doch nicht nur der tote Winkel ist im Straßenverkehr ein Problem. Oft sehen Fahrer andere Verkehrsteilnehmer schlicht nicht gut. Genau das bemängelt der Lkw-Fahrer. Er schreibt: "Wenn ihr ohne Beleuchtung und in moderne Grautöne gehüllt durch die Gegend fahrt, dann seht ihr bestimmt ganz toll und ihr seht auch toll aus, aber ich sehe euch nicht. Ein Rennradler meinte gerade eben, in der im Gegensatz zu ihm hell erleuchteten Innenstadt Slalom durch die an der Ampel wartenden Autos fahren zu müssen."

Nicht ohne Ironie und dennoch überaus ernst beschreibt er anschließend die drohenden Konsequenzen: "Du hattest Vorfahrt. Die hätte ich dir gerne gewährt, hätte ich Dich nur eher im Spiegel gesehen – ein funktionierendes Licht wäre hierfür eine gute Maßnahme. Dass Du mir noch den Stinkefinger zeigen konntest, hattest Du nur meiner blitzschnellen Reaktion zu verdanken – Dein Leben hing gerade am seidenen Faden. Ich hatte kaum eine Chance. Dann bist Du weiter. Ich auch. Ich sitze jetzt hier und zittere noch ein wenig aus, überlege, wann wohl der nächste LKW-Fahrer ein Knirschen unter dem Rad hört und ein Leben aushaucht. Ich bete dafür, dass nicht ich es bin."

Laut Statistischem Bundesamt gab es im Jahr 2018 insgesamt 96.337 Unfälle mit Fahrradbeteiligung in Deutschland. 445 Fahrradfahrer starben. Hier zu passen die Abschlusssätze des Lkw-Fahrers ziemlich gut: "Sorgt gefälligst für Beleuchtung, wir Autofahrer tun es auch. Ihr spielt mit eurem Leben und unserer Seele."

Quellen: ADAC, Statistisches Bundesamt, Facebook

km

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