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MAYBACH: High-Tech und Handarbeit

Für den Maybach ist kein Aufwand zu groß. Mit einem Luxus-Kreuzfahrtschiff schickte DaimlerChrysler den neuen Super-Schlitten über den großen Teich nach New York.

Für den Maybach ist kein Aufwand zu groß. Mit einem Luxus-Kreuzfahrtschiff schickte DaimlerChrysler den neuen Super-Schlitten über den großen Teich nach New York. Dort erlebte der Maybach vor einem handverlesenen Publikum seine Weltpremiere. Ganz standesgemäß reiste das Luxus-Mobil in einem Glascontainer auf dem Sonnendeck der »Queen Elizabeth II«.

Scheibchenweise Informationen

Die extravagante Reise und die anschließende Vorstellung passte perfekt in das Bild, an dem die DaimlerChrysler-Strategen bereits seit zwei Jahren pinseln. Scheibchenweise wurde Kunden, Fans und Journalisten die Wiedergeburt der Marke Maybach verabreicht. Immer schön darauf bedacht, schon vor dem Bau des ersten Maybachs einen Mythos zu schaffen. Dass es bei all dem Marketing-Getrommel nur um ein Auto ging, konnte man zwischen all den Hochglanz-Prospekten glatt vergessen.

Auto und Mythos

Der Grund ist einfach. Wer tatsächlich mindestens 310.000 Euro (netto) an DaimlerChrysler überweist, möchte dafür nicht einfach nur ein Auto bekommen. Da kann der Blechhaufen noch so voller High-Tech stecken. Dementsprechend gewissenhaft und ausdauernd wurde am Projekt Maybach gefeilt. Während die Marketing-Maschinerie die Wiedergeburt der Marke in Angriff nahm, entwickelten die Ingenieure ein Fahrzeug, das mit einem schnöden Automobil wenig mehr als die vier Räder gemeinsam hat.

Die stattlich Ausmaße und der daraus resultierende bärenstarke Motor waren schnell bekannt. Immerhin stand der Name Maybach von jeher für Motorenbau vom Feinsten und üppige Karosserieformen. Die Summe der Highlights, die mit der Maybach-Präsentation bekannt wurden, erschreckt dann aber doch etwas.

Der Große kommt zuerst

So wird zunächst die lange Version des noch jungen Stuttgarters für einen erlesenen Kundenkreis erhältlich sein. Der Maybach 62 ist 6,17 Meter lang und ähnlich wie sein kleiner Bruder Maybach 57 (5,73 Meter Länge) von vorneherein gar nicht auf Selbstfahrer eingestellt. Maybach-Kunden lassen fahren und genießen den Luxus im Fond.

Luxus ab Werk

Und davon besitzt bereits die Basis-Version des Maybach 62 eine ausreichende Menge. So dürfen sich die chauffierten Herrschaften über einen DVD-Player samt Fernseh-Empfänger, ein Kühlfach und ein schnurloses Telefon mit zwei Bedienteilen freuen. Ganz zu schweigen vom obligatorischen Wohlfühl-Gestühl und edelsten Holzbeschlägen.

Sitzen wie im Flieger

Ein echter Wahnsinn sind die speziell für den Maybach entwickelten Ruhesitze. Bisher gab es diese edle Version eines Fernseh-Sessels nur in der Ersten Klasse von Langstrecken-Fliegern. Fühlt sich der Maybach-Kunde vom ewigen Telefonieren, DVD-kucken und Schampus nippen erschöpft, baut er sich seinen Sitz zum Liegestuhl um. Per Knopfdruck senkt sich die Rückenlehne in Ruheposition. Gleichzeitig entfaltet sich die Auflagefläche für Unterschenkel und Füße. Schwupps, fertig ist die First-Class-Ruhezone. Platz für dieses Schauspiel ist genug. Zwischen Front- und Fondsitz klafft eine 1,57 Meter große Lücke.

Grundsätzlich ist der Maybach mit dem Platzangebot nicht kleinlich. Dank einer Gesamtlänge von 2,68 Metern könnte der Maybach-Innenraum locker einen Smart schlucken.

Handgefertigt

Natürlich werden Maybach-Kunden über ein Fahrzeug von der Stange nur die Nase rümpfen. Immerhin bietet das handgefertigte Luxus-Automobil die Möglichkeit, persönliche Wünsche umzusetzen. Die erhältlichen Serien- und Wunschausstattungen eröffnen zukünftigen Maybach-Kunden über zwei Millionen verschiedene Möglichkeiten, dem Super-Hobel eine persönliche Note zu verpassen.

Der persönliche Maybach

Egal ob Velours-Fußmatte oder Champagnerkelch aus Sterlingsilber - bei Auswahl und Kombination hilft der Personal Liaison Manager. Diese von DaimlerChrysler speziell geschulten Super-Verkäufer kümmern sich darum, dass jeder Maybach-Kunde ganz ohne Scherereien zu seinem Fahrzeug kommt. Jeder dieses PLMs betreut nur einen sehr kleinen Kreis von Maybach-Kunden und ist per Knopfdruck rund um die Uhr erreichbar. Auf Wunsch plant der PLM den Trip zur Maybach-Manufaktur und kümmert sich um die Service- und Wartungsintervalle, die auch auf einen Maybach zukommen.

Kraft ohne Ende

Auch wenn der Maybach-Chauffeur mit wesentlich weniger Luxus auskommen muss als seine hochsolvente Fracht - man könnte schon neidisch werden auf jemanden, der so einen Schlitten bewegen darf. Unter der endlos langen Motorhaube werkelt der stärkste Zwölfzylinder-Serienmotor, der weltweit für eine Limousine erhältlich ist. Der V12 mit 5,5 Litern Hubraum leistet 550 PS und wuchtet unglaubliche 900 Newtonmeter auf die Antriebsräder. Eine dementsprechend kurzweilige Angelegenheit ist der Spurt von 0 auf 100 Stundenkilometer. Dafür braucht das 3,3 Tonnen schwere Dickschiff nur 5,4 Sekunden.

Um derartige Fahrleistungen unter Kontrolle zu behalten, verfügt der Maybach über jede nur erdenkbare Fahrwerks- und Sicherheitstechnik. Die Verzögerung übernimmt die von Mercedes bekannte elektrohydraulische Bremse SBC, das Fahrwerk ist bei der elektronisch gesteuerten Luftfederung AIRMATIC DC in den besten Händen und für die Sicherheit der Passagiere sorgen zehn Airbags.

Jochen Knecht

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.