Mercedes CLS Was bin ich?


Mercedes zeigt auf der IAA in Frankfurt ein Konzeptfahrzeug, Fachpublikum und Besucher finden es hübsch und kein Jahr später steht der CLS beim Händler. Eine tolle Vorstellung. Und so demokratisch.

Glaubt man der neusten Pressemitteilung aus Stuttgart, dann tickt so ein Autobauer denkbar einfach. Mercedes zeigt auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt an einem Konzeptfahrzeug, wie eine Limousine mit einem Coupé verheiratet werden könnte. Fachpublikum und Besucher finden es hübsch und kein Jahr später steht der CLS beim Händler. Eine tolle Idee. Und so demokratisch.

Positive Resonanz

Leider aber völlig weltfremd. Ganz sicher haben sich die Schwaben über die positive Resonanz der "Vision CLS" gefreut. Die Entscheidung, den Wagen wirklich zu bauen, dürfte allerdings schon wesentlich früher gefallen sein. Gewissheit bringt ein Vergleich der "Vision" aus Frankfurt und des Serienmodells, das Mercedes auf dem Genfer Automobilsalon der Öffentlichkeit vorstellen wird. Die Unterschiede beschränken sich auf Details und vor allem die Ausstattung des Innenraums.

Detail-Änderungen

So ist der Kühlergrill des tatsächlichen CLS mit vier Chromleisten dekoriert, bei der Studie waren es nur drei. Auch findet sich im Stoßfänger des Serienmodells nun ein Verankerungspunkt für eine Abschleppöse, worauf man bei der Vision verständlicherweise verzichtet hat. Zusätzlich mussten die runden Nebelscheinwerfer des Konzeptfahrzeugs ovalen Leuchten weichen.

Neue Scheinwerfer-Form

Der Rest der Vision hat es praktisch unverändert in die Serie geschafft. Vor allem die bumerangförmigen Scheinwerfer sollten sich Mercedes-Fans ganz genau ansehen. Diese neue Leuchten-Form wird sich nach und nach bei allen neuen Mercedes-Modellen durchsetzen.

Es wächst zusammen, was nicht zusammen gehört

Der CLS soll das Platzangebot einer Limousine und die Sportlichkeit eines Coupés bieten. Das Beste aus zwei Welten. Oder: Es wächst zusammen, was nicht zusammen gehört. So hat ein Coupé für gewöhnlich nur zwei Türen und eine Limousine ein Stufenheck. Der CLS hat von allem etwas. Fond-Türen für die Passagiere auf den Rücksitzen und ein extrem abgeflachtes Stufenheck. Hinzu kommt ein ausgeprägtes Kuppeldach, das in bester Zweisitzer-Manier nur Platz für winzige Seitenscheiben lässt.

Dafür verspricht Mercedes den vier Insassen auf ihren Einzelsitzen so viel Platz wie in vergleichbaren Luxuslimousinen. Mindestens. Ganz abgesehen vom verschwenderisch eingebauten Wurzelholz und diversen Leder-Intarsien, die einem angenehmen Aufenthalt sicher nicht im Wege stehen.

Zwei Motoren zum Start

Unter die lange Motorhaube packen die Schwaben zunächst zwei Motoren. Getrieben von einem Sechszylinder sprintet der CLS 350 in sieben Sekunden von 0 auf 100 Sachen und soll sich dabei mit einem Durchschnittsverbrauch von 10,1 Litern begnügen.

Deutlich dynamischere Fahrleistungen verspricht der große CLS. Sein V8 schöpft aus fünf Litern Hubraum 306 PS und stemmt 460 Newtonmeter auf die Hinterachse. Mercedes selbst spricht von "Leistungsregionen reinrassiger Sportwagen wie dem SL-Roadster", die der CLS 500 erreichen soll.

Preis noch unklar

Was man für so eine "Coupésine" ab Herbst diesen Jahres bezahlen muss, darauf möchte man sich in Stuttgart noch nicht festlegen. Vielleicht lassen die Schwaben ja die Besucher des Automobilsalons über den Preis abstimmen. Das wäre originell. Und demokratisch.

Jochen Knecht

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