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Umfrage auf Facebook: "Praktisch" oder "absoluter Irrsinn"? Das denken stern-Leser über E-Scooter

Seit die E-Scooter in deutschen Städten unterwegs sind, wird heiß diskutiert: Sind sie die Zukunft der Mobilität oder ein Verkehrsrisiko? Wir haben stern-Leser gefragt, was sie von den Rollern halten.

Frau auf E-Scooter

Es wird viel diskutiert: Sind E-Scooter die Zukunft oder ein Risiko?

DPA

Seit dem 15. Juni sind E-Scooter in Deutschland zugelassen. Seitdem gehören sie zumindest in den größeren deutschen Städten fest ins Bild. Oft sieht man Menschen mit den Rollern durch die Straßen fahren, viele sind neugierig und wollen das neue Fortbewegungsmittel zumindest einmal ausprobieren. Der Anbieter Tier, dessen Roller in acht Städten verfügbar sind, gab bekannt, dass es innerhalb von vier Wochen eine Million Fahrten gegeben habe.

Doch in der Zeit seit der Zulassung sind auch die Schattenseiten deutlich zutage getreten. Meldungen über Straßenunfälle mit E-Scootern gehören seither zum Tagesgeschäft. Der Verkehrssicherheitsrat und der ADAC forderten in einer ersten Bilanz eine bessere Aufklärung über die Sicherheitsrisiken: "Alle müssen wissen, wie man mit den Fahrzeugen fährt und wann welche Unfallrisiken bestehen", sagte Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des Verkehrssicherheitsrats, der Deutschen Presse-Agentur.

Totales Chaos oder einfach nur praktisch?

Gepostet von stern am Donnerstag, 25. Juli 2019

Deshalb haben wir unsere Leser auf Facebook gefragt, was sie von E-Scootern in der Stadt halten. Vorweg sei gesagt: Ein einhelliges Meinungsbild ergab sich dabei nicht. Es gibt in etwa genau so viele Befürworter wie Kritiker, Vorteile und Gefahren halten sich die Waage. Wir haben einige Stimmen zusammengestellt.

E-Scooter in der Stadt: Die Meinungen sind geteilt

Sebastian S. ist vollkommen begeistert: "Praktisch für Wege zur Arbeit oder kleinere Besorgungen, statt das Auto zu nehmen fahre ich dann immer mit dem E-Roller los. Besitze im Übrigen einen eigenen, also keinen gemieteten. Rechnet man den Stromverbrauch zu den gefahrenen Kilometern und die Einsparungen an Benzin, ist so ein E-Roller einfach klasse! Und ich wohne in keiner Großstadt, sondern am Rand einer mittelgroßen Kreisstadt am Berg ..."

Peter B. besitzt ebenfalls selbst einen Roller: "Da ich mit dem Scooter bei uns durch den Park fahren kann, spare ich mir einen großen Umweg mit dem Pkw und brauche in etwa die gleiche Zeit ins Büro wie mit dem Pkw."

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Stephan B. findet E-Scooter "unglaublich toll": "Ich bin gesundheitlich eingeschränkt und die Dinger verschaffen mir eine ganz neue Mobilität."

Auch Jens F. hat gute Erfahrungen gemacht: "Ich finde, es ist eine schnelle Art von A nach B zu kommen. Keine Parkplatzsuche etc. Und unter anderem haben die Dinger auch ein Spaßfaktor. Ich werde mir einen E-Scooter holen ... großen Rucksack auf den Rücken und mein Auto bleibt dann auch für den kleinen Einkauf zwischendurch stehen."

Kritik kommt hingegen von Anne B.: "Überflüssig. Ich war vor einigen Tagen in der Kölner Fußgängerzone einkaufen. Noch nie war ich von etwas so genervt. An jeder Ecke stehen oder liegen E-Scooter. Ständig musste ich aufpassen, nicht angefahren zu werden."

Jannic R. nimmt die E-Scooter nicht als umweltschonend wahr: "Tragen zum Sparen von CO2, was man vielleicht denken könnte, nix bei. E-Scooter in Sharing-Verfahren halten im Schnitt 10–12 Wochen. Die Dinger müssen dafür produziert werden, inklusive Batterien. Und nachts werden die zum Laden eingesammelt und tagsüber wieder verteilt. Ich persönlich nutze lieber den ÖPNV, wenn ich in ner größeren Stadt bin oder laufe die letzten Meter bis zum Ziel."

Strale T. findet die Scooter "schrecklich": "Zu den ohnehin von der Leine gelassenen Radfahrern kommen nun z. T. alkoholisierte, zügellose Scooter-Fahrer. Kinder müssen in den Fußgängerzonen getragen werden, denn sonst werden sie umgesäbelt! Unbedingt sind transparente Kontrollen notwendig!"

Für Benji R. spielen vor allem Sicherheitsbedenken eine Rolle: "Leute fahren gegen Bordsteine, im Gegenverkehr, in der Fußgängerzone, weit ab vom Fahrradweg, ungebremst, risikoreich und rücksichtslos. Nicht alle, aber genug, um mal darüber nachzudenken, ob auch wirklich jeder die Dinger nutzen darf."

Marc-Oliver O. schließlich nennt E-Scooter in der Stadt "absoluten Irrsinn": "Autos müssen heute die absurdesten Sicherheitsfeatures an Bord haben, um überhaupt auf die Straße zu dürfen. Und bei diesen lebensgefährlichen Vehikeln wird mal eben so nebenbei beschlossen, dass sie jetzt zum Straßenverkehr gehören. Abstruser geht es nicht mehr!"

epp

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