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Bentley Continental GT Cabrio: Hart am Wind

Das neue Bentley Continental GT Cabrio macht alles besser als der Vorgänger. Doch bei aller detailliebe - so ganz perfekt ist selbst der rollende Luxustempel nicht.

Das Heck hat sich deutlich verändert

Das Heck hat sich deutlich verändert

"Wir denken, dass das Continental GT Cabrio eines der besten Autos ist, wenn nicht das beste", strahlt Bentley-Chef Adrian Hallmark. Der Stolz auf das neueste Baby aus Crewe ist dem Topmanager deutlich anzumerken. Und auch das unbritische offen zur Schau getragene Selbstbewusstsein sei dem Marken-Boss verziehen. Trommeln gehört im Luxussegment nun einmal dazu, selbst die wohl kaum als übermütig geltenden Schwaben von Mercedes hauen seit Längerem mit dem Slogan "das Beste oder nichts" auf die Werbe-Pauke.

Hart am Wind
Das Heck hat sich deutlich verändert

Das Heck hat sich deutlich verändert

Zumal das Bentley Continental Cabrio dem S-Klasse Cabrio schnell den Schneid abkauft. Die Proportionen mit dem kürzeren Überhang vorne und dem längeren hinten, verleihen dem Grand Tourer schon im Stand eine dynamische Ansehnlichkeit. Nicht zu aufdringlich, einfach nur souverän. Doch bei aller Karosserie-Finesse, bei britischen Nobel-Fahrzeugen - und nicht nur denen - definiert sich der Luxus durch den Innenraum. Damit sich die hochherrschaftlichen Fahrgäste auch wohl fühlen, spart Bentley an nichts. Allein für das Furnier werden pro Auto zehn Quadratmeter feinstes Koa- oder Eukalyptus-Holz verwendet. Dazu kommen jede Menge Klavierlack, Chrom und feinstes Leder. Für die Diamantmusterung der Sitze setzen fleißige Hände 712 Stiche pro Raute und verwenden insgesamt 2,8 Kilometer Garn.

Das Interieur soll eine Wohlfühloase sein. Deswegen verbittet sich Stefan Sielaff auch riesige Monitore und Touchscreens; das bleibe Tesla und Byton vorbehalten. "Digital Detox" nennt der Designchef dieses Konzept. Eine Konsequenz daraus, ist eine mit Knöpfen und Schaltern überladene Mittelkonsole, bei der sich der Fahrer erst einmal zurechtfinden muss. Ganz ohne virtuelle Darstellungen geht es aber auch beim Bentley Continental Cabrio auch nicht. Auf Wunsch erscheint in der Mittelkonsole ein 12,3 Zoll Bildschirm, den der Chauffeur nach Wunsch konfigurieren kann. Natürlich lässt auch beim offenen Continental James Bond grüßen: Per Knopfdruck dreht sich der Bildschirm nach hinten weg und drei analoge Instrumente - ein Kompass, eine Stoppuhr und ein Außentemperatur-Thermometer - erscheinen.

Das Geräuschniveau bei geschlossenem Stoffdach, das es jetzt auch aus Tweed-Stoff gibt, ist ungemein niedrig. Selbst bei höheren Geschwindigkeiten kann man sich entspannt unterhalten. Nach 19 Sekunden verschwindet die Stoffmütze im Heck des Autos. Damit es den Insassen dann nicht kalt wird, lassen sich sogar die Armlehnen beheizen. Das ist auch nötig, denn die Sitzposition ist hoch und wer glaubt, dass man im Bentley behütet, wie in einem Ohrensessel einer Zigarrenlounge - durch die Landschaft gleiten kann, der täuscht sich. Jenseits von 1,90 Metern steht man stramm im Wind. Im Fond sind die Platzverhältnisse nicht überragend. Wenn sich das Verdeck wieder über das 4,85 Meter lange Auto spannt, müssen großgewachsene Zeitgenossen das Haupt einziehen.

Das Fahren im Bentley Continental ist ein Genuss. Scheinbar mühelos gleitet das 2.414 Kilogramm schwere Luxusschiff durch die Landschaft. Angetrieben vom W12-Motor mit seinem 467 kW / 435 PS, der durch eine famose Laufkultur und einem druckvollen maximalen Drehmoment von 900 Newtonmetern, das bereits ab 1.350 U/min parat steht, begeistert. Dazu kommen die geschmeidigen Gangwechsel der Achtgangautomatik. Nach 4,1 Sekunden erreicht der feine Herr Landstraßentempo, ist bis zu 333 km/h schnell und gönnt sich im Schnitt 14,0 Liter pro 100 Kilometer. Keine Frage: Der Antrieb ist angemessen, allerdings geht das mit einem entsprechen Durst einher - trotz Zylinderabschaltung.

Der neue Bentley Continental teilt sich die Architektur mit dem Porsche Panamera. Das Zuffenhausener Tuning tut dem britischen Gentleman gut, der sich trotz seines ansehnlichen Gewichts mit Verve um die Kurven werfen lässt. Diese überraschende Leichtfüßigkeit ist ein Resultat des fahrdynamischen Dreiklangs bestehend aus Allradantrieb, Torque Vectoring und der aus dem SUV Bentayga bekannte elektrischen Wankstabilisierung, die blitzschnell auf jede Seitenneigung der Karosserie reagiert. Ganz verhehlen kann das Cabrio das Fehlen des festen Dachs nicht. Der Oben-Ohne Continental ist etwas straffer abgestimmt als das Coupé und die Karosserie ist nicht ganz so steif, wie die des geschlossenen Bruders, was sich nur marginal in schnellen Kurven bemerkbar macht. Bleibt nur noch der Preis: Der liegt bei 228.480 Euro. Angemessen für einen solchen Gentleman-Tourer.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.