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Cadillac ATS-V: Gelungener Konter

Cadillac macht endlich ernst mit seinem Versprechen der Sportlichkeit. Während der BMW-M5-Konkurrent CTS-V eher für das Tempobolzen gemacht ist, soll der agile ATS-V dem M3 den Rang ablaufen. Der Ami ist auf alle Fälle eine Alternative.

Der Kofferraum fasst 295 Liter

Der Kofferraum fasst 295 Liter

Sobald man es mit amerikanischen Straßensportlern zu tun bekommt, beschleichen einen zwiespältige Gefühle. Zum einen denkt man an kraftstrotzende Klassiker, wie die Corvette andererseits kommen einem Innenraumwüsten aus Plastik in den Sinn. Diese Vorurteile werden schnell widerlegt, wenn man sich hinter das Alcantara-Lenkrad in die bequemen Sportsitze fallen lässt. Klavierlack und Leder prägen das Bild. Schaut alles ganz ordentlich aus und fühlt sich auch gut an. Auch wenn nicht die Perfektion eines Audi-Innenraums erreicht wird, ist das ein deutlicher Fortschritt gegenüber den Ambiente-Sünden vergangener Tage. Lediglich beim Griff an den Blinkerhebel greift die Handinnenfläche an nicht allzu wertiges Hartplastik.

Gelungener Konter
Der Kofferraum fasst 295 Liter

Der Kofferraum fasst 295 Liter

Dabei wird genau dieser Stock oft gebraucht werden, denn der Cadillac ATS-V brettert mit der Kraft von 346 kW / 470 PS über die deutschen Straßen. Damit schlägt er den BMW M3 um 39 PS. Das ist insofern interessant, als das beide von einem Sechszylinder Motor zu sportlichen Höchstleistungen getrieben werden. Lediglich die Anordnung der Töpfe ist unterschiedlich - ein V im Ami und - wie es sich gehört - in Reihe beim Münchener. Lediglich der Mercedes C63 AMG lässt den Ami mit seinen 510-V8-Bi-Turbo-PS stehen. Doch beim reinen Tempobolzen macht der US-Boy mit 3,9 Sekunden beim Sprint auf Landstraßen-Tempo eine gute Figur und ist damit einen Wimpernschlag schneller als der BMW. Die Höchstgeschwindigkeit von 304 km/h ist für das Wettrennen auf den Autobahnen zwischen Garmisch und Flensburg sicher kein Nachteil.

Das ist für die Amerikaner genauso wichtig, wie das Leistungsgewicht von 3,3 Kilogramm pro PS. Denn bei aller Mercedes-PS-Herrlichkeit, der imageträchtige Gegner, den die Amerikaner im Visier haben ist der BMW M3 / M4. Kein Wunder, dass es den Cadillac ATS-V sowohl als Limousine als auch als Coupé gibt. Gerade fahrdynamisch gilt der BMW in den USA als Referenz in der Mittelklasse. Und da, genau da, haben die Cadillac-Entwickler den Hebel angesetzt. "Wir haben uns die Konkurrenz und natürlich den M3 ganz genau angeschaut", erklärt Tony Roma - Chefentwickler der Cadillac-V-Sparte.

Das Resultat dieses Kurventanz-Kräftemessens spürt man auf jedem Meter Landstraßen Asphalt, den man mit dem ATS-V zurücklegt. Die Geradeaus-und-sonst-nichts-Attitüde, die vergangene Ami-Sportler charakterisierte, ist wie weggeblasen. Der schnelle Cadillac stürzt sich mit einer behänden Angriffslust auf jede Kurve, der sich vor der deutschen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Das Spiel mit den Richtungsänderungen bereitet einen Höllenspaß und läuft immer nach dem gleichen vertrauenserweckenden Muster ab: anbremsen, einlenken, Scheitel treffen, rauf aufs Gas und ab damit. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 11,6 Litern pro 100 Kilometern ist der ATS-V kein Kostverächter.

Das Fahrwerk des sauschnellen Cadillacs kaschiert die 1,7 Tonnen Gewicht des Cowboys gekonnt, ist sehr exakt abgestimmt und auf Höchstleistung getrimmt. Das Heck kündigt das Mitlenkbedürfnis freundlich mit langsam steigenden Nachdruck an und ist daher ein ziemlich zuverlässiger Partner bei der freudespendenden Jagd auf der Ideallinie. Auch die Lenkung ist ziemlich präzise, erreicht nur bei der Rückmeldung über die Beschaffenheit der Straßenoberfläche beziehungsweise der Traktion nicht ganz das Niveau der Steuerung in den BMW-M-Modellen. Die Achtstufen-Automatik stammt aus der Corvette und unterstützt den Vorwärtsdrang mit schnellen Gangwechseln. Wer es ernst mit der Rennfahrer-Karriere meint, klickt sich mit den beiden Wippen durch die Gänge und nutzt so die Kraft des maximalen Drehmoments von 603 Newtonmetern, die erst ab 3.500 U/min voll bereitstehen, aus. Der ATS-V will gedreht werden. Und bei dem wohlklingenden V6-Aggregat ist das kein Nachteil. Je nachdem, welchen Fahrmodus man wählt Tour, Sport, Track oder Ice verwandelt sich das Aggregat in eine knurrende und röhrende Bestie.

Passend zur Tonlage dies Triebwerks, wandelt sich auch die Attitüde des Cadillac ATS-V von möglichst weichgespült und komfortabel (Tour) bis hin zu "volle Attacke" bei Track. Dann wird dem Fahrer freie Hand gelassen, was angesichts der scharfen Abstimmung des Amis Freude und Herausforderung zugleich ist. Bleibt nur der Preis: Ab 69.900 Euro ist die Limousine zu haben, beim schicken Coupé sind es 72.500 Euro. "So viel Sportwagen, für diesen Preis. Was wollen Sie mehr?", fragt Tony Roma. Eigentlich nichts, lautet die stille Antwort.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.