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VW Media Night Peking 2016: Dieselskandal? VW drückt sich in Peking um Antworten

China ist der Zukunftsmarkt der Autowelt, aber anstatt eine Vision zu verkünden, umschiffte VW den Dieselskandal mit Plattheiten. Immerhin gab es den Porsche 718 Cayman S zu sehen.

Der Porsche Cayman 718

Der Porsche Cayman 718

Peking ist im Fokus der internationalen Autowelt. Die Auto China, wie die große Automobilausstellung in Peking genannt wird, hält Hof und mit ihr auch alle namhaften Hersteller. Traditionell präsentiert der Volkswagen-Konzern seine Neuheiten. 

Nur Plattheiten zum Dieselskandal 

Spannend wurde in diesem Jahr darauf gewartet, welche Positionen der VW-Konzern im Licht der weltweiten Dieselkrise vor dem Zukunftsmarkt China beziehen wird. Die dreiste Art des VW Konzerns, die Abgaswerte mit einer Betrugssoftware zu manipulieren, hat in China für Schlagzeilen und für Häme gesorgt. Und das, obwohl Dieselmotoren nur in Nutzfahrzeugen gängig sind. Dafür ist in China die Diskussion um defekte Direktschaltgetriebe (DSG) von VW-Fahrzeugen im Jahr 2012 noch nicht vergessen. Damals reagierte die Zentrale unsensibel auf Beschwerden. Als dann noch ruchbar wurde, dass chinesische Kunden schlechter als Käufer in anderen Märkten behandelt werden, wurde aus einem ärgerlichen Defekt ein landesweiter Skandal. 

VW Konzern-Chef Matthias Müller

Vom VW Konzern-Chef Matthias Müller gab es nur eine Aufzeichnung.


Auf diese schwierige Situation reagierte VW mit einem uninspirierten Sparprogramm. Mit An- und Abfahrt beansprucht die VW Media Night ein paar Stunden. Für die tatsächlichen Neuheiten und die spannenden Informationen , hätten wenige Minuten gereicht. Eigentlicher Höhepunkt des Abends: die Weltpremiere des Porsche 718 Cayman. 

Lange Rede, kurzer Sinn
Audi A4 L

Audi A4 L

Der erste große Auftritt des informationsarmen Abends erfolgte durch eine aufgezeichnete Nachricht des Konzern-Chefs Matthias Müller. Chinesen legen viel Wert auf Reputation, eine Rede aus der Konserve kann dort nicht punkten. Mit den Worten "Ich wünschte, ich könnte heute bei Ihnen in Peking sein", eröffnete er seine Rede. Gefolgt von den zu erwartenden Sätzen wie "China bedeutet sehr viel für uns - auch für mich persönlich", "Seit mehr als 30 Jahren…", "Wir müssen aus Fehlern lernen…". Stopp! Der erste Satz zur aktuellen Situation. Und weiter "Den Mutigen gehört die Zukunft". Ende. 

Das war alles zum Diesel-Gate. Einem Skandal, der durchaus dazu führen kann, dass Diesel-Motoren für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in China verboten werden können. "Es ist zu befürchten, dass die Vorgänge der vergangenen Wochen das Aus für den Pkw-Diesel in Märkten wie Nordamerika, Japan und China bedeuten werden", fürchtete Conti-Chef Elmar Degenhart im letzten Jahr: "Der Pkw-Diesel könnte aus diesem Märkten früher oder später verschwinden."  China-Chef Jochem Heizmann äußerte noch einen kleinen Nebensatz zum derzeit alles bewegenden Dieselproblem. Von einer technischen Lösung war die Rede, welche aber erst noch von China abgesegnet werden müssen. Nicht mehr und nicht weniger hatte der Weltkonzern zu seinem größten Problem zu sagen.

VW Phideon

VW Phideon


Ein paar kleinere Neuheiten

Immerhin folgten noch ein paar automobile Neuerungen. Der bereits aus Genf bekannte Phideon und das chinesische Top-Verkaufs-Modell, aber zugleich für Europa uninteressante, Magotan. Jochem Heizmann verrät nebenbei die chinesische Bedeutung des Wortes Phideon: Ruhmreich und stolz. Na dann. Weitere Neuheiten des Abends: der ebenfalls aus Genf bekannte Skoda Vision S, einem Plug-In-Hybriden im schicken SUV-Kleid. Ihm folgen ein in der Länge getreckter und sich dadurch für den chinesischen Markt anbietender Bentley Mulsanne EWB, sowie der Porsche 718 Cayman S. 

Kra/Pressinform
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