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Fahrbericht: Nissan NV300 Kombi: Allrounder

Zwanzig Millionen Kleinunternehmen in Europa hat Nissan als Zielgruppe für seinen NV300 ausgemacht. Damit das nicht nur Marketingträume bleiben, haben die Japaner ihren Kleinlaster jetzt aufgefrischt.

Nissan NV300 Kombi

Nissan NV300 Kombi

Der Nissan-Code ist einfach zu knacken: "N" steht für Nissan, "V" für Van und "300" für die Gewichtsklasse von drei Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Mit dem NV300 ist das Transporter-Segment der Japaner nun komplett auf den modernen Stand gebracht.

Allrounder
Nissan NV300 Kombi

Nissan NV300 Kombi

Angetrieben wird der NV300 von dem 1,6 Liter großen Dieseltriebwerk aus dem Qashqai und X-Trail. Der Selbstzünder bietet wahlweise eine von vier verschiedenen Leistungsstufen: 70 kW/95 PS, 88 kW/120 PS, 92 kW/125 PS oder 107 kW/145 PS. In den beiden stärksten Motorversionen sorgt ein Twin-Turbo für die nötige Aufladung, kombiniert ist das Paket dann mit einem Start-Stopp-System und einem per Schalter aktivierbaren ECO-Modus. Serienmäßig ist ein Sechsgang-Handschaltgetriebe für die Kraftübertragung zuständig. Der Tank für die AdBlue-Lösung des Abgasreinigungssystems fasst 20 Liter. Der Kraftstoffverbrauch der beiden Twin-Turbo-Motoren liegt offiziell bei 5,7 Liter auf 100 Kilometer - was eine Reichweite von 1.400 Kilometer ohne Nachtanken erlauben würde. In er Realität sind es eher auch noch passable 6,7 Liter.

Die Motoren arbeiten unaufdringlich leise, die Geräuschkulisse ist innen auch bei etwas höherem Tempo niedrig. Selbst die seitliche Schiebetür rumst deutlich zurückhaltender ins Schloß als noch beim Vorfgänger. Wenn was Krach macht, dann ist es die Ladung oder es sind die losen Zurrgurte.

Für Pkw-ähnliche Fahreigenschaften sorgen unter anderem die MacPherson-Federbeine und Stabilisatoren vorne, sowie eine moderne Hinterachsaufhängung. Auf rauher Straße poltert der NV300 zwar ziemlich unwillig - auf normalen Straßen allerdings kommt man durchaus komfortabel voran. Die Lenkung ist weitgehend gefühllos, arbeitet aber präzise. Ähnlich die Sechs-Gang-Handschaltung: kein Ruckeln, kein Hakeln und kurze Schaltwege zeichnen sie aus.

Das Cockpit wirkt dank des rundum verbauten Hartplastiks nicht gerade premium - allerdings können die Oberflächen so deutlich mehr wegstecken. Und der NV300 ist nun mal einer, der sich immer wieder mal dreckig macht. Immerhin lässt sich der Fahrersitz bequem und weit verstellen - selbst große Fahrer dürften kein Problem haben. Dazu kommt ein gut einstellbares Lenkrad. Die serienmäßigen und optionalen Fahrhilfen sind beim Nissan NV300 zwar überschaubar, aber durchaus vorhanden. Traktionskontrolle und Berganfahrhilfe sind darunter, Totwinkel- und Parkassistent samt Rückfahrkamera mit Display im Rückspiegel, aber auch ein Anti-Überschlag-Detektor, der bei starken Wankbewegungen das Fahrzeug mit gezielten Bremseingriffen an einem oder mehreren Rädern wieder stabilisieren soll, Anhänger-Stabilisierung, oder ein ESP-System, das seine Parameter automatisch dem Beladungszustand anpasst.

Angeboten wird der bei Renault/Nissan im französischen Sandouville gebaute NV300 als Kastenwagen in zwei Längen und Höhen sowie Platz für mindestens zwei Europaletten, als sechssitzige Doppelkabine in zwei Längen, als Kombi für die Beförderung von bis zu neun Personen und als Plattform für individuelle Aufbauten.

"Lademeister" ist ein ziemlich strapazierter Begriff im Segment der Transporter - beim NV300 Kastenwagen trifft er durchaus zu. Der Laderaum ist gegenüber dem Vorgänger um 200, beziehungsweise 300 Liter bei der Langversion gewachsen. Außer für Europaletten bietet er zum Beispiel Platz für bis zu zehn 2,50-Meter-Trockenbauplatten. Dank einer Klappe in der Wand zum Fahrgastraum können Leisten, Latten oder Rohre von bis zu 3,75 beziehungsweise 4,15 Meter Länge verstaut werden. Da die Hecktüren einzeln auch während der Fahrt offen bleiben können, sind sogar Längen mit 5,15 Meter ohne Fahne und 7,15 Meter mit Fahne möglich. Ach ja: Der NV300 kann nicht nur Werkstatt-, Handwerker- und Lieferwagen - in den Sitzen des Kombis finden sich auch ISOFIX-Halterungen für Kindersitze.

Die Japaner locken zudem mit einer Garantie von fünf Jahren (oder 160.000 Kilometer) sowie mit niedrigen Betriebskosten auch dank eines zweijährigen Service-Intervalls (oder 40.000 Kilometer). Die Preise beginnen für die einfachste Version des Kastenwagens bei 23.990 Euro ohne Mehrwertsteuer, Der Kombi kostet mit Mehrwertsteuer mindestens 35.578 Euro, mit dem 145-PS-Diesel sind es 39.443 Euro.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.