HOME

Große Unterstützung trotz Skandal: ADAC-Mitglieder leisten Pannenhilfe

Normale Maßstäbe gelten nicht für den ADAC. Statt Kritik gibt es Treueschwüre auf der Facebookseite. Die Vereinsspitze ist den Fans egal. Für sie zählt nur die Arbeit der Gelben Engel.

Beim ADAC wurden die Zahlen für die Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen manipuliert. Spitzenpolitiker mahnen eine rückhaltlose Aufklärung an, der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer verlangt eine nachträgliche Kontrolle aller Test. Der ADAC sei in der Krise, seine Glaubwürdigkeit in Gefahr, auf die Geschäftsstellen rolle eine Austrittswelle zu, so war es überall zu lesen.

Das offizielle Deutschland ist schockiert. Wankt der Mega-Verein? Besucht man die Facebookseite des Clubs (solide 415.000 Follower) kommt man aus dem Staunen nicht heraus.

Unter dem Facebook-Eintrag zur großen Preisverleihung am Donnerstag hagelte es noch Kritik über den Schummel-Club. Inzwischen hat sich der Wind gedreht. Unter dem offiziellen Statement zum Skandal finden sich vereinzelt auch kritische Beiträge, aber meistens drücken die Fans ihre Treue zum Verein aus.

Theoretisch ist es denkbar, dass die Moderatoren die kritischen Beiträge einfach löschen. Wahrscheinlich ist das nicht. Würde der Club das Stimmungsbild manipulieren, würde er gleich den nächsten Skandal heraufbeschwören.

Schon die Wortwahl macht klar: Hier spricht Volkes Stimme. Viele sind hauptsächlich wegen der Pannenhilfe im ADAC. Aber nicht aus nüchternem Kalkül. Pannenhilfe ist in Deutschland ein hoch emotionales Thema. Liest man die Beiträge durch, glaubt man, dass keine Berufsgruppe in Deutschland soviel Ansehen genießt wie die Gelben Engel.

Eine kleine Auswahl der Beiträge:

Benjamin B: "Danke ADAC dass MEIN Auto dank euch mobil bleibt und ihr da seid wenn ich euch brauche. Was kümmert mich da so eine unwichtige Sache wie das verschönern (nicht verfälschen) einer autowahl."

Dirk H.:

"Mir hat der ADAC bis jetzt immer geholfen. Ich bleibe da treu."

Peter S:

"Ich kündige nicht! Wenn ich einen gelben Engel brauchte war er da! Wenn Menschen den Notarzt aus der Luft brauchten landete der ADAC Rettungshubschrauber! Diese Hetzerei der Presse ist doch typisch deutsch. Nächsten Montag wird wieder eine andere Kuh durchs Land getrieben......"

Andreas M:

"Ich bin über 20 Jahren Mitglied der ADAC und immer wenn ich in Not war konnte ich mich auf ADAC verlassen Das bleibt so an dieser Stelle vielen herzlichen Dank an Mitarbeiter der ADAC die bei gutem und schlechtem Wetter bei Tag und Nacht immer hilfsbereit sind und tun tolle Arbeit vielen Dank und liebe Grüße."

Lux S.:

"Bin jetzt seit gut 30 Jahren im ADAC... sicher ist das unschön, was da passiert ist, allerdings interessiert es mich nicht wirklich, welches Auto nun das Lieblingsauto der Deutschen ist... Die Leistungen, die ich bislang in Anspruch genommen habe und wegen denen ich im ADAC bin (Fahrsicherheitstraining, Pannenhilfe) brauchen sich in keiner Form zu verstecken... Also mistet Euren Laden ordentlich aus und gut ist..."

Uwe Peter S:

"Für mich seit ihr die besten und werdet es immer sein . In 2 Jahren bin ich 30 Jahre Mitglied im ADAC und daran wird sich überhaupt nix ändern."

Meli R. K.:

"Ich finds zwar total traurig das man schummeln muss... ich habe bisher immer dem ADAC vertraut mit Umfragen und Tests. Aber warum soll ich kündigen ??? Retten tun sie mich bisher immer ganz toll. Bin froh wenn ich den gelben Engel sehe. Ich denke mal der ADAC Vorstand räumt nun auf , schmeisst schwarze Schafe auf die Strasse und weiter geht's"

Andre F.:

"Mir persönlich geht es seit 20 Jahren um die "gelben Engel" selbst und NICHT um die Führungsetage mit allen Entscheidungen. Die Jungs und Mädels DRAUSSEN sind die wahren Engel. Lasst Euch nicht bekloppt machen."

Die Helden der Mitglieder sind Männer wie Chris. N:

Chris N..

: "Ich bin selbst Mitarbeiter des ADAC als gelber Engel. Und unabhängig von sehr unschönen Ereignissen rund um den Club in den letzten Tagen, denke ich, das wir einen sehr guten Job machen... Ich gebe jedenfalls täglich mein bestes um Autofahrern in Not zu helfen. Ich werde gut geschult, meine Ausrüstung ist top... Meine Kollegen in den Lüften, retten täglich Menschenleben. Es wäre wirklich schön wenn sich einige Mitglieder auf diese wichtigen Dinge besinnen würden. Ich kann hier nur für mich sprechen, meine Meinung muss nicht die des ADAC sein... Aber ich werde auch weiterhin alles tun um den Mitgliedern meines Arbeitgebers zu helfen."

Welches Unternehmen erhält nach einem Skandal so einen Zuspruch? Es zeigt sich, dass der Riesenverein sich mal wieder allen normalen Maßstäben entzieht. Für die Führungsetage in München sind das gute Nachrichten. Der legendäre Ruf der Mitarbeiter auf der Straße verhindert eine echte Vertrauenskrise.

Für die Mitglieder verkörpern die Gelben Engel die Seele des Clubs. Mitspracherrechte - etwa beim Thema Skandalaufklärung - haben die Engel nicht. Rechtlich sind sie nur einfache Angestellte.

Von Gernot Kramper

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.