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Hoffnungsträger: Daimler setzt alles auf die S-Klasse

Die S-Klasse von Mercedes war jahrzehntelang das Maß der automobilen Dinge, dann zogen andere vorbei. Daimlers neues Flaggschiff soll nun Käufer zurückholen - mit Perfektion und schrägen Gadgets.

Daimlers großer Hoffnungsträger beherrscht die Hot-Stone-Massage und kann auf Wunsch individuelle Duftstoffe verströmen. Wer die Ausstattung der neuen S-Klasse studiert, merkt schnell: Mit diesem Auto soll alles klappen. Zuletzt machte Daimler vor allem mit Gewinnwarnungen, gekappten Prognosen und internen Querelen von sich reden. All das will Konzernlenker Dieter Zetsche nun mit der neuen Generation seines Flaggschiffs vergessen machen. Am Mittwochabend sollte die Limousine in Hamburg Weltpremiere feiern.

"Wir verlangen nichts anderes als Perfektion von diesem Auto", kündigte er jüngst an. "Wer S-Klasse bleiben will, muss sich fortlaufend weiterentwickeln, manchmal auch ändern." Das gelte auch für Unternehmen, deren Kennzahlen "noch Steigerungspotenzial haben".

S-Klasse tritt an, die Konkurrenz zu schlagen

Derzeit haben die Schwaben im Luxussegment im Vergleich zur Oberklasse-Konkurrenz zwar die Nase vorn. Insgesamt verkaufen Audi und BMW aber nicht nur mehr Autos, sondern verdienen auch noch besser daran - und das, obwohl Daimler die Bayern bis 2020 überholen will.

Vorbeiziehen will Zetsche dabei auch mit der neuen Generation der Limousine, die seit ihrer Premiere vor mehr als 40 Jahren den Markenkern des Autobauers ausmacht. "Wir wollen die Konkurrenz schlagen - dauerhaft", kündigte er an. Die S-Klasse sei "ein Modell, das für Mercedes-Benz wichtiger ist als jedes andere".

BMW und Audi sind profitabler

Bei einem Blick auf den Absatz mag das zunächst verwundern: Lediglich auf sechs Prozent Absatzanteil kam die S-Klasse samt verwandter Modelle im vergangenen Jahr - und hatte damit die niedrigsten Stückzahlen in Daimlers Pkw-Sparte.

Einen kräftigen Schub kann sich Zetsche von ihr trotzdem erhoffen: Im Gegensatz zu kleinen Modellen wie der A- und B-Klasse lässt sich mit der Limousine pro verkauftem Auto wesentlich mehr Geld verdienen. Nicht umsonst gilt die S-Klasse (das S steht für Sonder) seit Jahrzehnten als Fahrzeug der Reichen und Mächtigen.

Und gerade die Profitabilität ist Daimlers wunder Punkt: Während Audi zuletzt satte 11,10 Euro je 100 Euro Umsatz einnahm und BMW immerhin auf 9,90 Euro kam, sah Daimler mit 3,30 Euro eher wie ein Tagelöhner aus.

Mit der neuen S-Klasse könnten die Stuttgarter nun gegensteuern. Branchenkenner rechnen im ersten vollen Produktionsjahr mit rund 100.000 verkauften Limousinen. "Das wird die Ertragskraft stärken", erwartet Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.

In China haben andere die Nase vorn

Vor allem auf dem größten Automarkt China hätte Daimler das bitter nötig. Dort hat die Konkurrenz die Stuttgarter mittlerweile deutlich abgehängt. Wenigstens verkauft sich die S-Klasse nirgendwo so gut wie in dem Riesenreich.

"Eine positive Performance der S-Klasse wäre ein wichtiges Signal, dass man angreift", sagt Experte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. "Man hat richtig viel reingesteckt, gerade beim Thema Fahrerassistenzsysteme."

Zuletzt hatte Konzernlenker Zetsche eher wegen missglückter Crashtests bei seinem Transporter Citan von sich reden gemacht. Die neue S-Klasse ist in puncto Sicherheitstechnologie auf dem neuesten Stand - und würde auch Zetsche Rückenwind geben, der zuletzt wegen seines Führungsstils intern in die Kritik geraten war.

Doch ob das reicht, um auch außerhalb des Luxussegments Nummer eins zu werden? "Der Abstand ist mittlerweile doch erheblich", gibt Bratzel zu bedenken. "Die S-Klasse könnte zumindest bewirken, dass es wieder einen Schub nach vorne gibt und der Stern wieder heller strahlt."

brü/DPA / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.