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Roboterauto iPhone Hacker verspricht: Für 1000 Dollar fährt Dein Auto von allein


George Hotz ist 26 und entwickelt ein Tool, mit dem Autos in den selbstständigen Automatik-Modus wechseln können. Ende des Jahres soll die Technik im Laden stehen. Jetzt hat er einen potenten Geldgeber gefunden.

George Hotz ist 26 und überzeugt, dass er ganz allein ein selbstfahrendes Auto bauen kann. Für nur 1000 Dollar will er ein Kit auf den Markt bringen, dass ein herkömmliches Auto in ein Vehikel verwandelt, das auch ohne menschlichen Fahrer zurecht kommt.  Das hört sich an wie ein Fall von klassischem Größenwahn, wenn George Holtz nicht ein amtlich bestätigtes Genie wäre. Bekannt wurde er mit 17, als es ihm als erstem gelang, ein iPhone zu hacken. Vor etwa sechs Monaten hat er sich vorgenommen, das weltweite Transportwesen zu    revolutionieren. Holtz will also Autofirmen wie Mercedes und Tesla und Technikgiganten wie Appel und Google zugleich deklassieren.  An Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht. In einem Interview sagte er über seine Konkurrenten: "Klar gewinnen wir das Wettrennen um selbst steuernde Autos. Die Latte hängt da nicht so hoch."

Einsatzbereiter Prototyp

Sein erstes Projekt war ein Honda Acura als Versuchsauto. Hotz begann mit der Entwicklung, weil er sich langweilte. Als Startkapital reichte ihm ein Preisgeld von 50.000 Dollar. Nach ein paar Wochen Arbeit konnte der Acura allein auf der Straße fahren. Elon Musk forderte er zu einem Wettrennen der Prototypen heraus – auf der Golden Gate Bridge mitten im Verkehr. Musk antworte nicht. "Ich denke, wir können bessere selbst fahrende Autos bauen. Er ist wohl mit Raketen besser," spottet Hotz.

Kapitalspritze

 Das war nur eine erste Kostprobe. Die Botschaft hat die richtigen Geldgeber erreicht, als erste Finanzspritze hat seien Firma Comma nun 3 Millionen Dollar der Venture Capital Firma Andreessen Horowitz bekommen. Horowitz-Partner Chris Dixon bestätigte die Investition in einem Blogpost.  "Ich habe George vor ein paar Monaten getroffen. Ich kannte die Berichte in der Presse, aber ich war skeptisch. Wie konnte eine einzelne Person so ein System selbst entwickeln? Aber meine Skepsis verwandelte sich in Begeisterung. Ich habe den Wagen getestet und Spezialisten für Künstliche Intelligenz haben sich das lernfähige System angesehen, das Hotz entwickelt hat."

Mit der Finanzspritze soll die Entwicklung beschleunigt werden, Holtz sucht Programmierer für selbst lernende Systeme.  "Am liebsten würde ich 20 Kopien von mir anheuern."

Der Wagen lernt von allein

Holtz glaubt, den Entwicklern der Großindustrie überlegen zu sein. Nicht nur weil er sich für cleverer hält, sondern auch weil erauf Open-Source-Technik setzt. Sein System soll selbst erkennen, wie man  im Verkehr zurecht kommt. Der Acura soll von allein gelernt haben, den Abstand zu vergrößern, wenn auf dem Radweg ein Biker fährt. "Der Wage fängt an, richtig coole Sachen zu machen."

Commas erste Entwicklung wird einen vollautomatischen Autobahn-Modus ermöglichen. Ende des Jahres will Holtz das Kit für weniger als 1000 Dollar auf den Markt bringen.

Sollte der krasse Außenseiter Erfolg haben, würde er die Autoindustrie bis auf die Knochen blamieren. Denn fast alle Firme arbeiten an ähnlichen Systemen, aber mit einem viel höheren Aufwand. Unlängst hat General Motors das Startup Cruise, das ähnliche Ziele wie Hotz verfolgt, für die stolze Summe von einer Milliarde Dollar gekauft.


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