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Kode 9 auf der Tokio Motor Show: Formel-1-Renner aus dem 3D-Drucker

Automobildesigner Ken Okuyama präsentiert auf der Tokio Motor Show den 370 PS starken Kode 9. Viele Teile der Rennmaschine kommen direkt aus dem 3D-Drucker.

Wenn ein Automobildesigner Zug fährt, kann es passieren, dass am Zielbahnhof ein komplettes Notizbuch mit der Idee zu einem neuen Sportwagen auf der Habenseite steht. So zumindest war es bei Ken Okuyama. Als er in diesem Jahr aus dem ebenfalls von ihm designten Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen ausstieg, waren in seinem Notizbuch nur noch wenige weiße Seiten vorhanden. Der in seiner Karriere unter anderem in Diensten von Pininfarina für den Ferrari Enzo, den Ferrari 599 oder auch bei General Motors für die C5 Corvette in puncto Design verantwortlich gewesene Designer hat mal eben ein schickes neues Automobil gezeichnet: den Kode 9.

Zugegeben, das 4,10 Meter lange und 1,90 Meter breite Sport-Coupé teilt sich den mittleren Teil seines Chassis mit dem eines Lotus Super 7 aus dem fernen England. Seine Front und sein Heck sowie das gesamte Design stammen jedoch aus der Feder von Ken Okuyama und sind zu großen Teilen per 3D-Drucker entstanden. Das abnehmbare Carbondach, das im Handumdrehen aus dem Zweisitzer ein offenes Fahrvergnügen werden lässt, gehört allerdings nicht dazu.

Im Stil der LeMans-Rennboliden

"Ich liebe es mein Auto von vorn und auch von hinten zu betrachten", schwärmt der Vater des bis zu 370 PS starken aber nur 890 Kilogramm leichten Kode 9. Besonders die vorderen Kotflügel haben es ihm angetan: "Sie spiegeln die Formen einer schönen Frau mit großen Brüsten und einer schmalen Hüfte wider", sagt er. Die westliche Political Correctness ist in Japan offenkindig noch nicht angekommen.

Neben der Form, deren Einzigartigkeit in der sehr präsenten Heckfinne gipfelt, sprechen auch seine Abmessungen und seine Motorisierung für eine Fahrdynamik, die mehr als nur Spaß machen muss. "Die Finne, die auch bei aktuellen LeMans-Rennboliden zu finden ist, ist nicht nur dem Design geschuldet, sondern wirkt sich auch positiv auf die Fahrdynamik aus. Zudem habe ich einen sehr prominenten Radstand für meinen kleinen Roadster von 2,30 Meter Länge gewählt, der auch bei den Modellen Porsche 908, 911, 917 und dem Dino zu finden ist. Heutzutage ein Fahrzeug mit solch einem kurzen Radstand zu bauen, ist leider nicht mehr vorgesehen. Dieses Auto ist daher auch als Botschaft an die heutige Autoindustrie zu sehen, die sich in immer kompliziertere Strukturen, gleichzeitig aber einfachste Designlinien verrennt."

Preise wie ein Porsche 911

Der in der Basismotorisierung von einem 1,6 Liter großen Vierzylinderbenzinmotor angetriebene Kode 9 soll aber nicht nur ein Konzeptfahrzeug bleiben. Ganz im Gegenteil. Ab Juli 2014 geht er in die Serienproduktion. Ab 120.000 US-Dollar soll die 135 PS starke Basisversion kosten. Für die 370 PS starke Topversion, die ihre Kraft aus einem Vierzylinder-Honda S2000-Motor mit 2,0 Liter Hubraum holt, werden 160.000 Dollar fällig. Eine Zwischenversion mit ebenfalls zwei Litern Hubraum, jedoch nur 250 PS steht auch zur Wahl. Allen drei ist das Getriebe gemein welches über sechs Gänge verfügt und manuell durchschaltet werden muss.

Geliefert wird nur an Liebhaber

Doch nicht nur Geld muss der potenzielle Käufer des von legendären Rennwagen aus den Jahren 1963 bis 1973 inspirierten Sportwagen mitbringen. "Ich muss den Käufer mögen. Sonst kriegt er kein Auto von mir. Und den ersten behalte ich sowieso", verrät Ken Okuyama selbstbewusst. Was sich anhört wie die ersten Marketingsätze Ferraris lässt der Designer nicht unbegründet. "Im ersten Jahr werden wir fünf Fahrzeuge, im zweiten weitere 15 produzieren. Wir haben für die gesamte Entwicklung nur knapp unter einer Millionen US-Dollar benötigt und von niemandem, nicht einmal von Banken, Geld geliehen. Und da sind wir stolz drauf", bekräftigt der 54-Jährige. Ob und wann der kurvige Japaner den Weg nach Europa findet, steht noch nicht fest. "Vielleicht schon in zwei Jahren - mal sehen", rutscht es Ken Okuyama heraus, während er gedankenverloren den Kotflügel streichelt und der Finne einen kleinen Klaps gibt.

Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.