VG-Wort Pixel

Köln Hunderte E-Scooter liegen im Rhein – Umweltschützer sind alarmiert

E-Tretroller stehen am Straßenrand
E-Tretroller stehen am Straßenrand
© Federico Gambarini / DPA
Eigentlich sollten sie auf der Straße unterwegs sein. Doch in Köln wurden auf dem Grund des Rheins mehrere Hundert E-Scooter entdeckt. Die Roller stellen anscheinend auch eine Gefahr für die Umwelt dar.

In Köln liegen auf dem Grund des Rheins offenbar mehrere Hundert Elektro-Roller. Diese sind von bislang unbekannten in den Fluss geworfen worden, wie unter anderem die "Kölnische Rundschau" berichtet. "Unsere Taucher haben bislang eher Zufallsfunde gemacht und Roller im Bereich der Hohenzollernbrücke sowie am Uferbereich entdeckt", sagte Ilona Grezmann-Hambüchen, Geschäftsführerin der Moissl Bautaucher GmbH der Zeitung.

Nach Angaben des WDR handelt es sich um mehr als 500 E-Scooter, die sich im Rhein befinden. Der Grund des Flusses sei "übersäht" mit den Elektro-Tretrollern. Laut WDR wurde der Kölner Bau-Taucher Markus Hambüchen von dem größten Anbieter von E-Scootern in Deutschland kontaktiert. Der Taucher wurde um einen Kostenvoranschlag für die Bergung von 500 E-Rollern gebeten. 

Akku-Ummantelungen werden anscheinend undicht

"Ich fand es gut, dass sich endlich jemand um das Problem mit den Elektro-Rollern im Rhein kümmert", sagte Hambüchen dem Sender. Bei Arbeiten fänden er und sein Team oft die Scooter.

Die Roller stellen anscheinend auch eine Gefahr für die Umwelt dar. "Wir stellen fest, dass einige dieser Roller eine klebrige Masse absondern. Offenbar werden bei den Fahrzeugen im Rhein die Akku-Ummantelungen undicht und dann treten Chemikalien aus den Akkus aus", so Hambüchen. Laut WDR hat der E-Scooter-Anbieter nach dem Kostenvoranschlag aber von einer Bergung abgesehen. Bei den Kosten lohne es sich nicht, die Scooter aus dem Rhein zu holen, zitiert Hambüchen den Auftraggeber. Eine solche Bergungsaktion kann schnell mehrere Tausend Euro kosten.

Dieses Verhalten sei skandalös, so der Wasserexperte vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland in NRW, Paul Kröfges, zum WDR: "Da liegen allein in Köln Hunderte dieser Fahrzeuge im Rhein, giftige und gefährliche Stoffe werden frei und die Eigentümer wollen ihren Schrott im Rhein lassen. Das dürfen die zuständigen Umweltbehörden nicht hinnehmen. Der Rhein ist Trinkwasser-Lieferant für etwa 30 Millionen Menschen in Europa". 

Keine Lösung für E-Scooter-Problem

Die E-Scooter-Unternehmen Tier und VOI teilten dem WDR mit, dass ihre Akkus sicher seien und keine Gefahr für das Wasser im Rhein bestehe. Tier sagte aber, dass Korrosion das Metall beschädigen könne, wenn die Roller sehr lange im Wasser liegen. Man versuche deshalb, die Scooter möglichst zeitnah aus dem Wasser zu bergen. Allerdings seien weder Krake noch dem Tauch-Unternehmer Hambüchen größere Bergungsaktionen bekannt.

Die Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit (kurz Krake) hatte laut dem Bericht der "Rundschau" allein vorigen August 39 E-Scooter aus dem Rhein geborgen. Den Verleih-Firmen sei das Problem bekannt. Sie hätten sogenannte No-Parking-Zonen rund um Flüsse und Seen eingerichtet, um das Problem zu lösen. Allerdings helfe dies wenig, denn die Täter seien in der Regel nicht die Scooter-Fahrer selbst.

Quellen: "Kölnische Rundschau", WDR, "Kölner Stadt-Anzeiger"

rw

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker