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Mercedes Motoring Glendale: Dieser Amerikaner hat die schönsten Mercedes-Klassiker in seiner Garage

Youngtimer liegen nicht nur in Deutschland im Trend. Ein kalifornischer Autonarr hat vor Jahren seine Liebe für Mercedes-Klassiker entdeckt. Seither möbelt der ehemalige Immobilienmakler Modelle aus den 70er und 80er Jahren wieder auf.

Mercedes Motoring - Strich-Achter stehen hoch im Kurs

Mercedes Motoring - Strich-Achter stehen hoch im Kurs

Die Zeiten, in denen J. G Francis seine Brötchen mit dem Verkauf von Immobilien verdient hat, sind schon ein paar Jahre vorbei. "Ich war lange Jahre in Costa Mesa, einer der exklusivsten Gegenden im Orange County im Immobiliengeschäft tätig", blickt der Mittvierziger mit zerzausten Haaren und dem Fünf-Tage-Bart zurück. Er brauchte eine Auszeit, machte ein halbes Jahr gar nichts und sah immer wieder die zahllosen europäischen Oldtimer aus den 70er und 80er Jahren auf den Straßen. Lust auf Autos hatte er seit seiner Kindheit, wo er in Nevada immer wieder beim Nachbarn vorbeischaute, der bevorzugt an europäischen Autos herumdokterte. Wieso es nicht selbst einmal versuchen? Mehr oder weniger über Nacht war die Idee zu Mercedes Motoring geboren. "Es war eher ein Zufall, dass ich von den 700 Dollar, die ich hatte, im Jahre 2003 einen Mercedes 300 SD gekauft habe", erinnert sich Francis, "wochenlang habe ich an dem 300er herumgebastelt, ehe er wieder vernünftig gelaufen ist und das Gurtschloss hat mich fast umgebracht."

In der engen Garage in einem gesichtslosen Gewerbegebiet von Glendale, eine halbe Stunde nördlich von Los Angeles, stehen in erster Linie Daimler-Alltagsmodelle der Baujahre 1968 bis 1985. Von außen ist das klassische Sternen-Mekka kaum zu erkennen. Insbesondere die Baureihen W 108, W123 und R 107 können sich vor Nachfrage kaum retten. "Besonders begehrt sind natürlich die Roadster", blickt J.G. auf zwei Modelle aus den späten 80er Jahren, "die kosten beide jeweils knapp 40.000 Dollar. Immer mehr Kunden wollen mittlerweile die 123er-Baureihe, eine alte S-Klasse oder einen Strich-Achter."

 

J.G. Francis und seine Mitstreiter kommen mit der Restauration von Mercedes Oldtimern ohnehin nicht hinterher. Sie sind mehr Künstler und Bewahrer statt gewöhnlicher Autobastler. "Viele Wagen sind bereits verkauft, bevor wir mit der eigentlichen Arbeit angefangen haben. Der Markt wird immer verrückter", erzählt Firmengrüner J.G. Francis, "das macht es für uns auch immer aufwendiger, als Klassiker zu kommen.

 

So unscheinbar viele der Modelle in der Garage auch erscheinen; günstig ist hier nichts. Der silberne Mercedes 300 D aus dem Jahre 1978 hat gerade einmal 43.704 Kilometer gelaufen. Die Innenausstattung ist aus MB-Tex und neben Zentralverriegelung gibt es an Komfortdetails nur elektrische Fensterheber und eine elektrische Antenne. Preis: stattliche 35.000 Dollar. Die meisten Fahrzeuge verkauft Mercedes Motoring in den USA. "Doch immer wieder gehen auch Autos nach Europa, Asien oder neulich auch nach Bahrain", sagt der Self-made-Mercedes-Mann, "die Nachfrage wird immer größer - gerade beim 123er." 

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