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Mercury EV Derelict : Cooler als ein Tesla – so heiß können Elektroautos aussehen

Icon nimmt Tesla-Technik und rüstet damit Oldtimer um. Bei diesem Mercury von 1949 wurde der individuelle Look des betagten Autos erhalten. Unter der Haube arbeiten nun 400 PS.

Von dieser Serie des Mercury wurden von 1949 bis 1951 fast eine Million Stück hergestellt.

Von dieser Serie des Mercury wurden von 1949 bis 1951 fast eine Million Stück hergestellt.

Hersteller

In den USA haben sich eine ganze Reihe von Firmen darauf spezialisiert, Oldtimer auf Elektroantrieb umzurüsten. Puristen dürfte es bei der Vorstellung schütteln, nach der Operation kann man auch mit gutem Willen nicht mehr vom "Originalzustand" sprechen.

Cooler als ein Tesla

Der Vorteil der Methode: Noch nie hat man so begehrenswerte Elektro-Fahrzeuge gesehen. Die Firma Icon sitzt in Los Angeles und verfolgt einen eigenen Ansatz. Der Antriebsstrang des alten Wagens wird skrupellos ausgetauscht, aber ansonsten soll möglichst viel individuelle Patina erhalten werden.

Meisterstück der Technik ist dieser Mercury EV Derelict von 1949. Technisch ist der Oldie jetzt top-modern: Er hat 400 rein elektrische PS unter der Haube, die Normreichweite liegt bei 300 Kilometern dank des Akkus von Tesla.

Patina wird konserviert

Von außen hat der Mercury seinen Charakter behalten. Der Wagen wirkt, als habe er 50 Jahre in einer Scheune geschlafen, und sei eben gerade zum Leben erwacht. In den USA sind Oldies im "Rat Look" populärer als in Deutschland. Der Reiz von Rostflecken, abplatzendem Lack und Bläschen in der Verchromung wurde dort schon länger erkannt. Es geht nicht darum, den Oldtimer fabrikneu erscheinen zu lassen, man will seine individuelle Geschichte bewahren.

Die Gefahr, den Wagen zu steril und zu perfekt zu restaurieren, wird so zumindest vermieden.

Achtzylinder raus und E-Motor rein – so einfach ist es natürlich nicht. Icon zerlegte das Fahrzeug komplett und fügte eine neue Schallisolierung ein. Dabei wurden Gummiteile und Stromleitungen ausgetauscht. Detailverliebt wurden Stromleitungen mit Stoffumhüllung verlegt, so wie sie in der Bauzeit des Autos verwandt wurden.

Technik komplett neu gemacht

Zusätzlich hat Icon Brembo-Bremsen eingebaut und das Fahrwerk neu aufgebaut – schließlich muss der Mercury nun mit der Kraftentfaltung eines Sportwagens umgehen können. Auch die Spitzengeschwindigkeit von fast 200 km/h kann sich sehen lassen. Die E-Motoren sind relativ kompakt, sie passen in die Zone, die ursprünglich für das Getriebe vorgesehen waren. Dafür benötigen die Akkus mehr Platz. Sie wurden im Heck und unter der Motorhaube installiert, um eine ausgewogene Gewichtsverteilung zu erreichen. Der Clou: In der Front hat Icon Batterien und Kontroller so verkleidet und arrangiert, dass sie einem klassischen V-8-Motor ähnlich sehen.

Der Innenraum musste neu aufgebaut werden. Muster und Materialien bleiben dem Original aus der Nachkriegszeit treu. Instrumente und Schalter sehen allerdings aus, als wären sie in den chromverliebten 40er-Jahren entstanden.

Kra
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