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Rubicon Trail 2013: Hart, härter, Rubicon

Der Rubicon Trail ist die ultimative Belastungsprobe für Mensch und Maschine. Jeder Fehler kann zum Scheitern führen. Grund genug, die rund 40 Kilometer lange Off-Road-Herausforderung zwischen Lake Tahoe und Georgetown, in Angriff zu nehmen.

Auf dem Cadillac Hill trennt sich die Spreu vom Weizen. Hüfthohe Felsbrocken liegen im Weg herum, während andere, noch deutlich größere Trümmer die Fahrbahn, wenn man unwirkliche Anordnung von Felsen und Baumstämmen überhaupt so nennen kann, auf wenig mehr als eine Fahrzeugbreite begrenzen. Hier geraten Mensch und Maschine an die Belastungsgrenze. Jeeps, werden von den monströsen Hindernissen hin und her geworfen wie Spielzeugautos. Metall ächzt unter der Beanspruchung. Wenn der zwei Tonnen schwere Geländewagen aufsetzt, hat man das Gefühl, dass jeden Moment die Spitze des Steines in den Innenraum dringt. Manche Schläge sind so hart, dass sich die Wirbelsäule schlagartig zusammenstaucht.Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie der Unterbodenschutz aussieht. Ein Blick auf die Geländewagen lässt einen an den festgefügten Gegebenheiten des Autobaus zweifeln. Räder verwinden sich gegeneinander und Achsen hängen quer, nur um den Reifen Kontakt zu geben. Grip ist nötig, egal woher der kommt - ob Stein oder Baumstamm.

Diese Kunst der Verschränkung ist jedem Jeep in die Wiege gelegt. Doch der gewagte Tanz zwischen den Felsen hat etwas von einem Schachspiel. Einfach darauf losfahren resultiert unweigerlich in technischen Defekten des Fahrwerks oder schlimmstenfalls in einem Unfall, der auch tödlich enden kann, wie der der Frau, die sich vergangenes Jahr in ihrem Fahrzeug überschlug, das Feuer fing. Kreuze am Fuße des Cadillac-Hills gedenken der unglücklichen Seelen, die der Berg abgeworfen hat.

Selbst mit dem umfangreichen Technikarsenal eines modernen Jeep Wrangler geht es nur Zentimeter um Zentimeter vorwärts. Statt dem Gasfuß entscheidet ein filigraner Umgang mit dem Bremspedal über den Erfolg, den Rubicon Trail zu bezwingen. Der rund 40 Kilometer lange Weg, der den malerischen Lake Tahoe im Nordosten Kaliforniens mit Georgetown verbindet, wurde ursprünglich von den Indianern genutzt und Mitte des 19 Jahrhundert von Trappern und Postboten wieder-entdeckt. Ende des 19. Jahrhunderts war der beschwerliche Pfad, die einzige Möglichkeit die warmen und wohltuenden Rubicon-Quellen sowie das dazugehörige Hotel zu erreichen. Sengende Hitze im Sommer und Schnee im Winter erschwerten das Vorankommen mit Pferd, Maultier und Fuhrwerk.

Mit dem Aufkommen der Automobile wurde die Reise einfacher, aber nicht ungefährlicher: Wer genau hinschaut, entdeckt abseits des steinigen Pfades den Namensgeber für die anspruchsvolle Off-Road-Passage: Wrackteile eines rostenden Autos. Der Legende nach ist es ein Cadillac, der in den 30er Jahren des vergangenen Jahres am Rubicon Trail scheiterte. Gerüchtweise könnte es aber auch Buick oder ein Pontiac sein. Nur klingt der Name Cadillac-Hill besser. Das erste Auto, das Rubicon Spring erreichte, wurde 1908 von einer Frau gefahren. Die Publicity war dementsprechend.

In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es auch Pläne die Straße auszubauen. Doch mit dem Schließen des Rubicon-Springs-Hotels endete auch dieses Vorhaben. Sehr zur Freude der Off-Road-Fans, die dem Rubicon Trail seit Anfang der 50er Jahren nutzten und ihm schnell den Titel des Kronjuwels der Off-Road-Strecken gaben. Ein nicht ganz ungefährlicher, aber immer wieder faszinierender automobiler Edelstein.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.