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Skoda Enyaq 80x im Wintereinsatz Schlittenfahrt im Schnee

Skoda Enyaq 80x
Skoda Enyaq 80x
© press-inform - das Pressebuero
Elektroautos haben sich längst im zunehmend umkämpften Alltagsmarkt durchgesetzt. Doch neben den langen Ladezeiten sorgt insbesondere der Einsatz im Winter für Zweifel bei Interessenten. Wir haben den Test gemacht.

Wer ein ideales Familienfahrzeug für den Einsatz im Winter sucht, kommt um ein Allradmodell kaum umhin und dieses hat seit einiger Zeit auch Skoda bei seinem Elektro-SUV Enyaq im Portfolio. Schon angesichts des hohen Leergewichts von mehr als zwei Tonnen sollte man beim 4,65 Meter langen Enyaq um die kleineren Versionen mit 132 kW / 180 PS und 150 kW / 204 PS einen Bogen machen und sich vom Start weg für die Allradvariante mit 195 kW / 265 PS und großem Akkupaket entscheiden, die bald noch vom 300 PS starken RS-Modell gekrönt werden wird. Die Hauptarbeit an der Hinterachse übernimmt ein Synchron-Elektromotor, der 150 kW / 204 PS / 310 Nm leistet. Wichtiger denn je für den soliden Vortrieb im Winter ist die zusätzlich angetriebene Asynchron-Vorderachse, die mit weiteren 80 kW / 109 PS und 162 Nm Drehmoment dafür sorgt, dass es auch bergan bei rutschiger Fahrbahn sicher voran geht.

Der bisher recht milde und ruhige Winter 2021 / 2022 macht rund um Zell am See heute Vormittag Pause, denn zwar gibt es in der beliebten Wintersportregion ungewöhnlich wenig Schnee, doch es ist eiskalt an diesem Morgen, denn die winzige Instrumenteneinheit hinter dem Steuer zeigt eine Temperatur von minus 9,5 Grad Celsius. Der Skoda Enyaq 80x ist in der Tiefgarage vorkonditioniert, das heißt, der Innenraum ist wohlig erwärmt und das Fahrzeug hing bis gerade noch an der Ladesäule. Doch mit den versprochenen 500 Kilometern Reichweite mit einer Akkuladung ist es mehr als schlecht bestellt, denn die Akkuanzeige stellt eine Reichweite von gerade einmal 292 Kilometer in Aussicht - nicht allzu viel für eine voll ausgestatteten Mittelklasse-SUV, der in der schicken Sportline-Ausstattung über 50.000 Euro kostet.

"Wenn man ein paar Tipps beachtet, kann man die Reichweite seines Elektroautos im Winter nennenswert vergrößern", erklärt Axel Andorff, bei Skoda verantwortlich für die Elektromodelle, "das Vorkonditionieren des Fahrzeugs gehört ebenso dazu, wie in der Garage zu parken." Doch mehr denn je geht es bei einem Elektroauto um die elektrischen Verbraucher, die ihm gerade in der kalten Jahreszeit die so wichtigen Kilometer bis zum nächsten Ladestopp rauben. "Es ist sinnvoller, Flächen wie Sitze oder Lenkrad zu beheizen als den ganzen Fahrgastraum", ergänzt Andorff. Trotzdem will man es auch im Elektroauto warm und wohlig haben und so wird nicht nur der Fahrersitz beheizt, sondern mit einer Temperatur von 22 Grad auch das Innere des tschechischen Crossovers. Dauert aufgrund des fehlenden Verbrenners länger als man es gewohnt ist, doch nach wenigen Minuten ist es angenehm warm auf den wohl konturierten Sportsitzen, deren Sitzheizung jedoch gerne in der dritten Stufe etwas mehr Pfeffer haben dürfte.

Nach wenigen Kilometern zeigt der Bordcomputer gerade noch 271 Kilometer an - mit nahezu vollem Akku ein mäßiger Wert, der einen zum Start einer längeren Fahrt grübeln lassen würde. Nach kurzen Landstraßenpassage geht hinauf in die Berge von Zell über Kaprun und Uttendorf über die schmale Panoramastraße hinauf zur Wintersportregion Weiß- und Tauernmoossee. Hier ist der Allrad-Enyaq ganz in seinem Element. Flott geht es stoisch ruhig die mitunter vereisten Fahrbahnen hinauf und mit viel Druck aus niedrigen Tempi werden selbst die engen Kehren zu einem Vergnügen. Die Lenkung ist wie bei vielen Elektromodellen etwas künstlich; dabei leichtgängig und allemal präzise - egal in welchem der verschiedenen Fahrprogramme man unterwegs ist. Das leicht abgesenkte Fahrwerk mit Dämpferverstellung kann allemal überzeugen, könnte jedoch mehr Komfort bieten. Auf dem Liftparkplatz stehen an diesem Donnerstagmittag nur zwei Handvoll von Skifahrern, die sich in weißere Höhen emporschwingen wollten. Die Akkuanzeige des Enyaq 80x ist mit 231 Kilometern bereits mächtig geschrumpft bevor es wieder zurück Richtung Tal geht. Hier spürt man auf der ebenso engen wie kurvenreichen Straße schnell das mächtige Gewicht des Elektrocrossovers, denn dieser bringt trotz überschaubarer Dimensionen rund 2,2 Tonnen auf die Waage - mehr als jede Luxuslimousine mit Verbrenner. In den engen Kurven und Kehren schiebt das Gewicht spürbar gen Tal, während die rollwiderstandsoptimierten Winterreifen erfolgreich nach Griff auf der Fahrbahn suchen.

Schnell hat man sich in dem schicken Skoda Enyaq eingelebt. Speziell gefallen die Sitze mit gutem Seitenhalt, das griffige Steuer und das große Zentraldisplay für Navigation, Soundsystem und Klimatisierung. Weniger überzeugend das nicht einmal sechs Zoll große Digitaldisplay hinter dem Lenkrad, die lieblosen Hartplastikgriffe in den Türen und das mit preiswert anmutendem Kunstleder bespannte Armaturentafel. Das sollte sich auch ein Volumenhersteller wie Skoda nicht erlauben, der mit einem Elektro-SUV wie dem Enyaq längst an die Premiumtür klopft. Das Platzangebot ist vorne wie hinten gut und der Laderaum fasst stattlich 585 Liter, die sich auf mehr als 1.700 Liter erweitern lassen, wenn die Rückbank umgelegt wird.

Bei der Abfahrt ins Tal gibt es ein kleiner Abstecher auf einen vereisten und verschneiten Weg zu zwei Bauernhöfen hinauf und wieder herab. Hier zeigt sich mehr denn je, wieso man sich gleich für einen Enyaq mit Allradantrieb entscheiden sollte. Der bringt Sicherheit und Fahrdynamik auf solch rutschigen Pisten und das macht sich auch ohne Schnee positiv bemerkbar, weil das üppige Drehmoment von 425 Nm souveräner als nur über die Hinterachse auf den Boden gelangt. Das täuscht jedoch nicht über das Ärgernis der allzu begrenzten Höchstgeschwindigkeit hin. Tempo 160 ist als Abregelung indiskutabel und selbst wenn ein Modell wie der Enyaq bei höheren Autobahngeschwindigkeiten seinen Akku allzu schnell leersaugt, sollte man die Entscheidung über das Maximaltempo zumindest in diesen Dimensionen dem Fahrer des Autos überlassen und 160 km/h sind auf langen Strecken einfach nicht viel.

Nach erfolgreicher Abfahrt hat sich das Akkupaket durch die Rekuperation wieder auf knapp 250 Kilometer erstarkt, um kurze Zeit später wieder in 220er-Dimensionen zu pendeln. Nicht viel für ein immer noch prall gefülltes Akkupaket, doch daran müssen sich die Nutzer eines Elektromodells gewöhnen. Statt der Nominalreichweite muss man gerade im eiskalten Winter in der Realität schnell 30 bis 40 Prozent abziehen und so deutlich mehr Ladestopps einplanen. Und um das größte mögliche Akkupaket kommt man beim ernsthaften Alltagseinsatz ohnehin nicht umhin. Kein Wunder, dass sich bei den meisten Marken und Modellen mehr als drei Viertel für das größte verfügbare Akkupaket entscheiden - beim Skoda Enyaq 80x eben die 82-kWh-Variante, die mit entsprechender Komfort- und Sicherheitsausstattung jedoch schnell 55.000 Euro kostet.

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