HOME

Spektakuläre Fahrzeugpräsentationen: Automobile Höhenflüge

Fahrzeughersteller müssen sparen. Doch wenn es darum geht, das neueste Modell zum ersten Mal der Weltöffentlichkeit zu präsentieren, werden sämtliche Sparzwänge überwunden.

"Der erste Eindruck muss sitzen!" So oder so ähnlich dürfte der Satz auf den Bürobannern klingen, die in den Marketingabteilungen vieler Autohersteller hängen. Anders sind kostspielige Auftritte, die der ersten Präsentation eines neuen Fahrzeugs dienen, nicht zu erklären - und wahrscheinlich auch nicht vor dem Finanzrat zu rechtfertigen. Während hier und da bei einigen Modellen hart an der Preisschraube gedreht wird, heißt es für die Marketingabteilung offenbar: "Hier, nehmt das Geld und macht was Eindrucksvolles draus! Etwas noch nie Dagewesenes!"

Spektakuläre Fahrzeugpräsentationen: Automobile Höhenflüge
Jean-Claude van Damme zeigt seinen schönsten Spagat zwischen zwei rückwärtsfahrenden Volvo-Trucks.

Jean-Claude van Damme zeigt seinen schönsten Spagat zwischen zwei rückwärtsfahrenden Volvo-Trucks.

Dass dabei auch vor der Wiederholung eines einprägsamen Events nicht zurückgeschreckt wird, zeigt die neueste Aktion des Autoherstellers Ford in den USA. Wie schon zur Markteinführung des ersten Mustangs durfte auch der aktuelle Sportwagen auf dem ehemals höchsten Gebäude der Welt, dem Empire State Building, seine Premiere feiern. Die Techniker hatten sechs Stunden Zeit, das bereits zerlegte gelbe Cabrio vom Fuße des 381 Meter hohen Gebäudes bis zur 86. Etage zu transportieren und wieder zusammenzubauen - per Aufzug versteht sich.

Ein ähnliches Deja-vu ereilte 2005 Zuschauer eines Audi A6-Stunts. Wie schon 1986 ging Audi auf der Ski-Sprung-Anlage im finnischen Kaipola ein hohes geplantes Risiko ein. Die 37,5 Grad Steigungswinkel, also rund 80 Prozent, wurden dieses Mal von einem 335 PS starken A6 4.2 quattro mit Uwe Bleck am Steuer bewältigt. Rund 60 Kilometer pro Stunde schnell und mit sechs Millimeter langen Spikes ging es innerhalb von neun Sekunden auf 47 Meter hoch.

Wesentlich höher hinaus ging es in der Vergangenheit für zahlreiche Fahrzeuge, die mithilfe eines Helikopters den Boden unter ihren vier Rädern verloren. So wurden ein Fiat Panda, ein Land Rover Discovery 3, ein Aston Martin, ein Lamborghini Reventon, ein Maybach und ein Toyota Hilux von A nach B geflogen. Letzterer durfte sogar im Inneren eines Helikopters Platz nehmen. Zu den automobilen Heli-Passagieren zählte ebenfalls ein Opel Corsa, dessen Flug über die Londoner Tower Bridge führte. Ähnlich feudal war auch der fliegende Auftritt des Maybach: Nachdem die Luxuskarosse 2002 in einem gläsernen Container an Bord des Passagierschiffs Queen Mary New York erreicht hatte, wurde sie per Hubschrauber über das Financial District geflogen. Der Aston Martin-Heliflug endete in Dubai auf dem Dach des berühmten Hotels Burj-Al-Arab. Grund war der 100. Geburtstag der britischen Edelschmiede.

Durch eine der größten flugfähigen Maschinen der Welt führte 2013 der Weg einiger Range Rover Sport-Modelle. Im Rahmen einer Produktvorstellung durften die Fahrer der britischen Edel-Offroader durch einen stillgelegten Jumbo fahren. Noch mehr Platz bot das Oberdeck des Flugzeugträgers Cavour in Abu Dhabi für die Präsentation des 750 PS starken Lamborghini Veneno Roadster. Noch mehr Flugbewegungen als auf dem Flugdeck des italienischen Flugzeugträgers finden täglich auf dem internationalen Flughafen von Miami statt. Für Lamborghini Grund genug, um für einen kurzen Zeitraum auf einer Startbahn zu demonstrieren, dass ihr neuer Aventador LP 700-4 Roadster mit 338 Kilometern pro Stunde am Boden schneller ist als ein startender Jet.

Nicht ganz so schnell, aber dafür loopingfähig waren am 30. Juni 2012 zwei Hot Wheels-Autos. Zwei Fahrer waren in ihren bunten Sportwagen gleichzeitig in einen vertikalen Looping gefahren und haben danach sogar noch einen mehrere Meter weiten Sprung absolviert. Das Resultat: Weltrekord. Auch weltrekordverdächtig ist einer, wenn nicht der berühmteste Spagat der Welt. Niemand geringerer als Mr. Spagat selbst, Jean-Claude van Damme, wagte sich, einen Spagat zwischen zwei rückwärtsfahrenden schwedischen LKW zu vollführen. Der nur auf den Außenspiegeln der Volvo-Trucks stehende van Damme stellte damit die Spurtreue des neuen Dynamic Steering Systems unter Beweis.

Ebenfalls einen Beweis, aber eher einen für einen ausgefallenen Humor, zeigte die Opel-Marketingabteilung bei der Präsentation des neuen Insignia. Im Londoner Potters Field Park wurde von den Rüsselsheimern ein Bereich so bearbeitet, dass er wie eine Absturzstelle eines fliegenden Etwas ausschaute. Aus ihm heraus wurde an einem Kranausleger eine Kapsel mit einem Durchmesser von 4,70 Meter nach oben gezogen. In 45 Metern Höhe löste sich plötzlich, aber geplant, ein großer Gegenstand, der gen Boden rauschte und kurz vor dem Aufschlag von Stahlseilen abgefangen wurde: der neue Opel Insignia.

Etwas unspektakulärer rollte der Nissan Versa Note in den USA aus übergroßen Paketen eines bekannten Online-Versandunternehmens. Im Rahmen einer gemeinsamen Aktion konnte der kleine Japaner für ab 16.000 US-Dollar inklusive eines 1.000 US-Dollar-Gutscheins bestellt werden. Einige Käufer mussten ihren Neuwagen nicht selbst abholen, sondern bekamen ihn per Paket nach Hause geliefert. Mit 13,53 Millionen Zuschauern die wohl größte Aufmerksamkeit erzielte ein Opel Meriva in der Wetten, dass…?-Show vom 22. Februar 2003. Mit Stuntman Jürgen Baumgarten am Steuer gewann das Rüsselsheimer Automobil die Wette, in der es darum ging schneller die Eis-Rodelbahn im bayrischen Unterammergau herunter zu rasen, als der Europameister Reinhard Wallensteiner mit seinem Team auf einem Hornschlitten. Der Sieg brachte ihm zugleich den Titel des damaligen Wettkönigs ein.

Press-Inform / pressinform

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.